TV-News: Film "Zwei am Zug": Sandras und Otis' Reise zur Liebe

Das ZDF-"Herzkino" ist die Alternative zu den vielen Krimireihen. Vor der Sommerpause gibt es einen feinfühligen Film über Selbsterkenntnisse, die manchmal nötig sind, um (wieder) glücklich zu werden.

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Es passiert unzählige Male am Tag, viele haben es schon erlebt. Die Liebe auf den ersten Blick? Nein, auch wenn hier über eine romantische Komödie geschrieben wird, es geht um den unplanmäßigen Halt eines Zugs mitten im Nirgendwo. Sandra und Otis sitzen in dieser Bahn, hören sich gegenseitig bei verzweifelten Telefonaten mit ihren Herzensmenschen zu – und können den jeweils anderen nicht verstehen.

"Du steckst hier fest und du entschuldigst dich andauernd dafür? Dafür kannst du nichts. Langsam bisschen erbärmlich, mit Verlaub", mischt sich der genervte Otis in Sandras Austausch mit ihrem Ehemann ein. Sandra kontert: "Ich muss mir anhören, wie Sie diesem Bill hinterherwinseln!"

Wie kann es in einem Liebesfilm und obendrein der letzten Ausgabe des ZDF-"Herzkinos" vor der Sommerpause anders sein: Die Unterhaltung von Sandra und Otis ist der Beginn einer besonderen Beziehung. Zu sehen ist der Film "Zwei am Zug" am 17. Mai im ZDF-Fernsehen sowie ab heute im Streamingportal.

"Personal Training" in Beziehungsfragen

Otis (Rick Okon) gibt Sandra (Katharina Wackernagel) nach dem kleinen Konflikt einen "Entschuldigungskaffee" beziehungsweise ein "Neustart-Heißgetränk" aus. Die beiden kommen ins Plaudern über die Liebe und stellen rasch eine Gemeinsamkeit fest: Sie verhalten sich ihren Herzenspartnern gegenüber unterwürfig - die ältere Sandra gegenüber ihrem Ehemann Christian (Aurel Manthei) und der jüngere Otis gegenüber seiner besten Freundin Bill (Jane Chirwa), in die er seit langem unglücklich verliebt ist.

"Jede Beziehung ist anders, aber warum wir uns so klein machen?", fragt Sandra eher rhetorisch. Wir müssen uns was wert sein, raten sie sich gegenseitig, selbstverständlich - und halten sich selbst bislang nicht daran. Ausgerechnet diese beiden vereinbaren also, sich gegenseitig auf die Sprünge zu helfen und zu beraten. Sie treffen sich von nun an regelmäßig zum "Personal Training" - sie schütten sich beim Joggen ihre Herzen aus.

"Ich würde gerne wieder eine richtige Ehe führen"

Was sie sich für sich selbst wünschen? "Ich will der Mann sein, nach dem sie sich sehnt", sagt Otis über Bill. Dafür verstellt er sich, gibt etwa vor, Veganer zu sein. Sandra rät ihm: "Gib ihr etwas zum Sehnen, mach dich rar. Und leb dein eigenes Leben." Und noch besser: Zieh endlich weiter.

Und die Frau, die gemeinsam mit ihrem Ehemann Christian eine Kneipe führt? "Es wär schon schön, wenn er sich ein bisschen für mich interessieren würde." Sie würde "gerne wieder eine richtige Ehe führen und keine Zweckgemeinschaft". Bestärkt durch den Rat des anderen wagen sie es nach und nach, Veränderungen anzugehen.

Solche unglücklichen Lieben kennt jeder

Es ist ein ruhiger, schöner Film - im Mittelpunkt stehen die feinfühligen und schlauen Gespräche der beiden Hauptfiguren Sandra und Otis. Und die verfilmten Situationen sind realistisch.

Da ist ein Mann im besten Beziehungsalter, der aufgrund von Selbstzweifeln bisher noch keine ernsthafte Verbindung erlebt hat und dazu seit Jahren verliebt ist in die beste Freundin. Und da sind eine ältere Frau und ihr Mann, die nebeneinander her leben und ihren Job wuppen - und das mit unterschiedlichem Blick darauf. Er fühlt sich endlich angekommen, sie wünscht sich Veränderung.

Nur ganz am Anfang etwas Hollywood-Kitsch

Dass zwei Fremde sich begegnen und durch den Kontakt und ihre Gefühle füreinander ihr wahres Selbst (wieder) finden können - das ist ein typischer, wenig überraschender Plot eines Liebesfilms. Aber "Zwei am Zug" wirkt nur ganz am Anfang klassisch hollywood-kitschig (Zug strandet, zwei Seelenfreunde sitzen einander zufällig gegenüber und geraten bei Eisenbahnromantik ins Gespräch).

Denn Otis' und Sandras weitere Geschichte kommt ohne konstruierte Romantik und vor allem ohne einen übertriebenen Tatendrang der Protagonisten aus, sich selbst und die eigene Welt nach nur einem Gespräch mit einem Fremden völlig verändern zu können. Hier geschieht etwas Behutsames.

Jüngerer Mann verguckt sich in ältere Frau

Dazu greift das Drehbuch eine lange verpönte und in der Gesellschaft weiterhin nicht geläufige Konstellation auf: Hier trifft eine ältere Frau, gar eine Mutter einer erwachsenen Tochter, auf einen jüngeren Mann. Rasch stellt sich die Frage: Könnte so eine Liebe möglich sein? Denn es wird deutlich, Otis und Sandra sind sich in ihrer Situation und in ihrer jeweiligen Einsamkeit mehr zugetan als nur rein freundschaftlich.

Es ist sicher kein Spoiler, zu verraten: Bei einem Liebesfilm steht in aller Regel am Ende auch die Liebe. Dafür schaltet man schließlich ein. Nur was für diese Liebe nötig ist, gerade das ist das Spannende - und wer zueinander findet, ist es manchmal auch.

Für Sandra und Otis kommt eine erste Wende, als beide mit ihren Herzensmenschen unterwegs sind, die vier dabei aufeinandertreffen und sich gemeinsam nachts am Stand betrinken.

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

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