Fernsehen: Funke-Verlegerin Becker: KI darf Journalisten nicht enteignen

KI stiehlt Journalisten die Arbeit? Funke-Verlegerin Becker warnt vor Enteignung durch Technologie – und verlangt strengere Kennzeichnungspflichten.

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Aktuelle Nachrichten rund ums Thema Fernsehen lesen Sie auf news.de (Symbolbild). Bild: Adobe Stock / Aliaksei

Die Funke-Verlegerin Julia Becker hat von der Politik ein schnelleres und entschlosseneres Eingreifen im Umgang mit großen Plattformen und Künstlicher Intelligenz gefordert. "Die Politik muss handeln", sagte sie am zweiten Tag der Mitteldeutschen Medientage in Leipzig. Nötig sei konkrete Regulierung – "nicht in Studien, nicht in Arbeitsgruppen und sicher nicht in Absichtserklärungen unseres Medien- und Kultusstaatsministers".

Medien- und Kulturstaatsminister Wolfram Weimer hatte am ersten Tag der Medientage in Leipzig davon gesprochen, dass die von ihm befürwortete Digitalabgabe für große Plattformen weiter politisch umkämpft sei. Grundsätzlich seien die Chancen dafür "gar nicht so schlecht".

Becker forderte unter anderem faire Wettbewerbsbedingungen im digitalen Raum. Plattformen müssten für die Nutzung journalistischer Inhalte zahlen – "nicht freiwillig, nicht selektiv, sondern strukturell". Eine Digitalabgabe sei "ein sehr sinnvoller und effektiver Schritt". Diese sei "keine Strafe, sondern eine Korrektur" eines Systems, in dem Werte geschaffen würden, aber nicht bei den Produzenten ankämen.

Becker zum öffentlich-rechtlichen Auftrag

Zugleich verlangte sie klare Regeln für KI-Systeme, etwa Transparenz über Quellen, Kennzeichnungspflichten und den Schutz geistigen Eigentums. "Es kann und darf nicht sein, dass jahrzehntelange journalistische Arbeit als frei verfügbares Trainingsmaterial behandelt wird", sagte Becker. "Das ist nicht Innovation, das ist Enteignung durch Technologie."

Als weiteren Punkt nannte die Verlegerin eine Neubestimmung des öffentlich-rechtlichen Auftrags. Es brauche "weniger Expansion und mehr Fokussierung" sowie eine stärkere Ausrichtung auf Bereiche, in denen der Markt versage. Mit Blick auf soziale Netzwerke sagte sie: "Am Ende wird nicht dem geglaubt, der am lautesten ist, sondern am verlässlichsten."

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

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