Fernsehen: Neuer Fall für "Sarah Kohr": Sind diese Polizisten korrupt?
TV-Kommissarin Sarah Kohr aus der ZDF-Thrillerreihe wird in ein Dorf bei Hamburg geschickt. Dort soll eine Polizistin einen Demonstranten getötet haben. Doch Kohr stößt auf zu viele Ungereimtheiten.
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
Suche
Sie sehen friedlich aus und tragen Blumen in den Händen, als sie auf einen Bauernhof zulaufen: Dennoch steht eine Reihe behelmter Polizisten mit Schutzwesten und -schildern vor diesen Demonstranten, die rufen "Das Wasser gehört uns". Plötzlich kommt von hinten ein schwarzer Block - vermummte Demonstranten, die mit Knüppeln, Molotowcocktails und Steinschleuder angreifen. Die kleine Demonstration eskaliert. Einige der Aktivisten sind bereit, zu töten.
TV-Ermittlerin Sarah Kohr wird zu dieser Demonstration geschickt, nachdem es zuvor schon einen Todesfall gegeben hat. Bei früheren Protesten gegen eine Grundwasserbohrung soll ein Demonstrant durch einen Schlag einer Polizistin gestorben sein. Aufnahmen einer Bodycam sollen das zeigen. Nur Kohr mit ihrem untrüglichen Gespür für solche Dinge glaubt nicht daran - sie fragt sich zunehmend, ob hier andere Polizisten ein falsches Spiel treiben.
Zu sehen ist der Fall "Bis auf den Grund" der Thriller-Serie "Sarah Kohr" am Montag, 27. April, um 20.15 Uhr im ZDF-Fernsehen. Auf der ZDF-Streamingplattform ist sie schon jetzt verfügbar.
"Du weißt das, ich weiß das, aber die wissen das nicht"
Die Polizistin Jule Hohenbeck (Alva Schäfer), der vorgeworfen wird, den Demonstranten getötet zu haben, hat eine Verbindung zu Sarah Kohr (Lisa Maria Potthoff) und Staatsanwalt Anton Mehringer (Herbert Knaup). Die beiden haben einst ihre Eltern verhaftet und sich dann etwas um sie gekümmert.
Die beiden Polizistinnen haben auch jahrelang miteinander trainiert. "Die Linke ist deine Schlaghand. Du weißt das, ich weiß das, aber die wissen das nicht", sagt Kohr zu der jungen Polizistin unter Tötungsverdacht, als sie diese in der Untersuchungshaft besucht. Außerdem mutmaßt Kohr, dass Jule im Einsatz unter Drogen gesetzt worden war.
"Das ist doch Wunschdenken, Sarah!"
Zur Entlastung reicht das noch nicht - also muss Kohr die Ereignisse aufarbeiten. Im Konflikt stehen eine Bürgerinitiative, eine Gemeinde und ein Getränkekonzern. Letzterer will Wasser aus dem Boden für Limo fördern. Die Anwohner fürchten um ihr Grundwasser. Es kommt zu den Demonstrationen und den Auseinandersetzungen mit der Polizei.
Kohr aber mutmaßt noch mehr dahinter: Dass die gewalttätigen Demonstranten gar nicht zu der Bürgerinitiative gehören, sondern dorthin geschickt worden waren. Und die Polizistin Jule wurde reingelegt. Aber Skepsis ist angebracht. "Jemand anderes in ihrer Uniform filmt mit ihrer Bodycam einen Mord und der Krawall drumherum auf Bestellung - oder wie stellst du dir das vor?", fragt Staatsanwalt und Kohrs Vertrauter Mehringer nach. "Das ist doch Wunschdenken, Sarah!"
"Was machen solche Profis bei einer Demo auf dem Land?"
Und tatsächlich: Unter den Demonstranten sind quasi zwei Profis. "Deine Zwei sind seit Jahren auf Großdemos unterwegs, Landfriedensbruch, schwere Sachbeschädigung, Bildung einer bewaffneten Gruppe und so weiter und so weiter. Denen geht es um Gewalt gegen den Staat", findet Mehringer heraus. Die Unruhestifter stellen Videos ihrer Aktionen ins Internet, "Sympathisanten der Szene zahlen für sowas, anonym." Aber die Frage ist für Kohr: "Was machen solche Profis bei einer Demo auf dem Land?"
Bei ihren Recherchen tun sich noch mehr ungewöhnliche Umstände auf: Statt einer Polizeieinheit aus Schleswig-Holstein wurde eine externe Gruppe aus Hamburg zur Absicherung der Demonstrationen angefordert - noch dazu die Mannschaft eines bestimmten Zugführers. Till Rupprecht (Kostja Ullmann) wuchs in der Gegend auf.
Außerdem ist kürzlich der Landrat bei einem Autounfall gestorben - er soll viel zu schnell mit seinem Wagen unterwegs gewesen sein. Und die neue Landrätin Sophia Fritsche (Banafshe Hourmazdi) will erst die Genehmigungen zu den Wasserbohrungen durch den Getränkehersteller überprüfen lassen, sagt dann aber verunsichert wirkend Kohr gegenüber das Gegenteil: "Wir halten uns an die Verträge, ganz klar."
"Was verschweigst du mir?"
Der Zuschauer weiß hier schon: Die Landrätin fühlt sich und ihr nur wenige Monate altes Baby bedroht. Und er erlebt die beiden gewaltbereiten Demonstranten - und ihren Konflikt. Die junge Frau verschweigt etwas ("Nur dieses eine Mal musst du mir vertrauen!"), ihr Partner schnüffelt herum ("Wovor hast du Angst?") und stößt dabei auf mysteriöse Überwachungsvideos mit dem Polizisten Till Rupprecht.
Während Sarah Kohr langsam diesen vielschichtigen Kriminalfall mit vielen Protagonisten und Handlungsorten zusammen puzzelt, bleiben ihre Ermittlungen den Tätern nicht unbemerkt. Kohr wird in der Folge angegriffen - in einer Tiefgarage von zwei vermummten Gestalten mit Schlagstöcken.
Doch die unkonventionelle und in Nahkampf ausgebildete Ermittlerin überlebt und schafft es obendrein fast, die beiden zu überwältigen. Mehr noch: Sie kommt den fliehenden Angreifern noch mehr auf die Spur. Denn sie lassen ihre Ausrüstung zurück.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
Weitere aktuelle News im Ressort "TV":
- TV-Programm heute Abend: Das sind die Primetime-Highlights im Fernsehen
- TV: Nachrichtenmüdigkeit: Wie Medien nach Lösungen suchen
- TV-News: Carolin Kebekus: Psychotherapie ist noch immer ein Tabu
- Fernsehen: Abschied von Mario Adorf in München, Grab an der Riviera
- TV: Britischer Zoologe Desmond Morris gestorben
kns/roj/news.de
Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.