TV: Toter im Club - Was den neuen Schwarzwald-"Tatort" ausmacht
Ein Rocker liegt leblos am Boden, ein Verdächtiger schweigt und Polizisten ringen mit sich - sowie um Anstand, Moral und die Wahrheit. Wie löst das Team diesen Fall und lohnt sich das Einschalten?
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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Dass da etwas nicht mit rechten Dingen zuging, wird schnell klar. Die Stimmung ist angespannt. Als die Polizistinnen und Polizisten sich unterhalten, fallen Sätze wie: "Wir ziehen das jetzt durch", "Wir haben alles besprochen" und "In der Scheiße, in der wir stecken, halten wir zusammen". Nur einer will offenkundig nicht mitmachen, er muss sich sogar übergeben.
Was genau passiert ist, erfährt das "Tatort"-Publikum am Sonntag (19. April) nur Stück für Stück. Jedenfalls liegt eines Nachts in einem Freiburger Club ein Toter: ein Rocker, mit massiver Gewalt niedergeschlagen. Und einen dringend Tatverdächtigen gibt es auch, der sitzt schon im Präsidium beim Verhör.
Doch so einfach ist der Fall nicht, denn da ist ja noch die Gruppe der Bereitschaftspolizei, von der ein Teil ganz klar etwas zu verbergen versucht. Das Erste zeigt die neue Folge "Innere Angelegenheiten" ab 20.15 Uhr.
Welche Kräfte in Gruppen wirken
24 Drehnächte haben das Schwarzwald-Team um Schauspielerin Eva Löbau als Kommissarin Franziska Tobler und ihr Kollege Hans-Jochen Wagner alias Kommissar Friedemann Berg vor der Kamera gestanden. Herausgekommen ist ein Film, der in unterschiedlichen Konstellationen Gruppengefüge beleuchtet. Wer kann wen beeinflussen, wie bringt man Schweigende zum Reden?
Da sind zum einen die sechs Polizisten und Polizistinnen, die im Grunde zwei verschiedene Sichtweisen vertreten. Ihre Beweggründe sind dabei sehr unterschiedlich. Und mitunter wechselt der eine oder andere auch mal seine Position. Spannend ist es, die Diskussionen zu verfolgen.
Von Charaktertest ist da die Rede, im Kern geht es um Anstand, Moral und nicht zuletzt die Wahrheit. Man hört Sätze wie: "Denk' nach und bau' keinen Scheiß." Auf Anfragen via Funk reagieren sie hingegen zunächst nicht. Und das dringend benötigte Protokoll zum nächtlichen Einsatz lässt auf sich warten.
Tatverdächtiger und Opfer hatten Streit
Zum anderen ist da der Verdächtige, der in Anwesenheit seiner Anwältin von Kommissar Berg verhört wird. Ein Intensivtäter, der in diesem Fall aber seine Unschuld beteuert und sichtlich damit kämpft, sich angesichts der Vorwürfe unter Kontrolle zu halten. Dabei spricht vieles gegen ihn - war er doch mit dem Opfer im Clinch und hatte den Mann in einen Nebenraum verfolgt.
Mangels Indizien oder gar echter Beweise hat es Berg im Disput mit der Rechtsanwältin aber schwer. Welchen Einfluss allein die Anwesenheit der Frau hat, wird jedoch erst deutlich, als diese in ihr Auto steigt und wegfährt.
Gesichter sprechen Bände
Kommissarin Tobler wiederum versucht derweil mit einer Kollegin auf der einen Seite eine Gruppe aufgebrachter und rachsüchtiger Rocker aus der Gang des Opfers in Schach zu halten. Auf der anderen stehen die Angehörigen des Tatverdächtigen, deren Verhalten sich auch mit der Zeit ändert - insbesondere im Hinblick auf ihre Offenheit, mit den Ermittlern zusammenzuarbeiten.
Die Perspektive wechselt folglich: vom Parkplatz, auf dem der Mannschaftswagen der Polizei steht, über den Club im schummrig-violetten Licht bis zum kahlen Zimmer auf dem Präsidium. Die Kamera von Andreas Schäfauer fährt immer wieder über einzelne Gesichter, die mitunter Bände sprechen. Das Drehbuch schrieb Bernd Lange, Regie führte Robert Thalheim.
Zur Fall-Lösung werden die Ereignisse nachgestellt
Es ist die 17. Folge des Schwarzwald-"Tatorts". Die zuletzt thematisierte Suspendierung Bergs und die Karrierepläne von Tobler spielen nur am Rande eine Rolle. Deutlich wird aber das gute Verhältnis der beiden zueinander.
Zur Lösung des aktuellen Falls ist vor allem der Konflikt zwischen den Bereitschaftspolizisten und -polizistinnen entscheidend, die als Erste am Ort des Geschehens waren - so viel wird schnell klar. Und auch Kommissarin Tobler steht irgendwann dem Team gegenüber, stellt Fragen, hegt Zweifel.
Aufgelöst wird das Ganze in einer eher ruhigen Sequenz, in der die Ereignisse im Club detailliert nachgestellt werden. Trotz des vielleicht etwas länglichen Durchspielens nimmt das dem Film aber nicht die Spannung, wer am Ende nun für den Tod des Rockers verantwortlich gewesen ist.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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