Fernsehen: Neues Krimiteam ermittelt im Teutoburger Wald

Dunkle Wälder, alte Familiengeheimnisse und ein tödlicher Sturz – die neuen ZDF-Ermittler kämpfen nicht nur gegen Verbrechen, sondern auch mit eigenen Konflikten. Denn sie sind Geschwister.

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Der Teutoburger Wald, ein Gebiet ganz im Osten von Nordrhein-Westfalen: Dunkle Täler, hohe Bäume und das imposante Hermannsdenkmal, das alles überragt. Nicht weit weg: die sagenumwobenen Externsteine. Warum hatte bislang noch kein Drehbuchautor die Idee, Mord und Totschlag in diese verlassene Gegend zu verlegen?

Die Frage hat sich jetzt erledigt. Denn das ZDF und Autor Stefan Rogall schicken ein Ermittlerteam los. "Im Grunde Mord" heißt die neue Krimireihe, die wie andere Produktionen einen speziellen regionalen Schwerpunkt setzt. Der erste Film heißt "Blutsbande" (Start im Streamingportal am 11. April; linear im ZDF am Montag, 20. April (20.15 Uhr)).

Hier liegt der Blick auf Detmold im Kreis Lippe. Dem Geburtsort von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Schauspielerin Iris Berben. Selbst vielen Nordrhein-Westfalen ist die Gegend fremd. Auf der Autobahn fährt man auf der Autobahn A2 auf dem Weg nach Berlin nördlich dran vorbei, im Süden liegt schon weiter weg die A44 in Richtung Kassel in Hessen.

Der Titel des Auftakts der neuen Reihe, "Blutsbande", hat einen doppelten Boden mit Blick auf die Handlung. Das Ermittlerteam mit Paula und Leon Schäfer, gespielt von Hanna Plaß und Jakob Benkhofer, ist ein Geschwisterpaar. Und das pikante: Paula kehrt nach vielen Jahren in Hamburg als Polizistin in ihre Heimat zurück - auf dem Papier für eine Schwangerschaftsvertretung.

Der Bruder ist nicht erfreut. Beide liefern sich durchgehend Wortgefechte - die Stimmung im Ermittlerteam ist gereizt. "Wollen wir vielleicht mal zusammen einen Kaffee trinken? Ehrlich, ist doch keine schöne Stimmung!", sagt Rechtsmediziner Ralf Ächterdiek (Robert Schupp) genervt und erntet nur ein mitleidiges Schulterzucken.

Sturz von den Externsteinen

Und prompt stürzt ein Mensch von den Externsteinen in den Tod, während Paula beim Kajak-Fahren auf einem Gewässer der Region Sport macht. Landschaft pur und Todessturz vom Touristenmagnet - der Zuschauer bekommt sofort die volle Dröhnung Teutokrimi. Autor Rogall und Regisseur Bruno Grass haben die schwere Aufgabe, in der erste Folge dem Zuschauer Ermittlerteam sowie Region vorzustellen und außerdem noch eine spannende Geschichte zu erzählen.

Das gelingt nicht durchgehend. Aber die Topbesetzung bis in die kleinste Nebenrolle hilft, den Überblick nicht zu verlieren. Die Staatsanwältin Britta Everslage wird gespielt von Ann-Kathrin Kramer ("Die Nonne und der Kommissar"), dessen Freundin und Ärztin Dr. Yvonne Hoffmann von Julika Jenkins ("Vitus"). Der Österreicher Bernhard Schir ("Vorstadtweiber") spielt gewohnt packend den Unternehmer Torsten Brokämper, den es als Konkurrent der Staatsanwältin in die Politik zieht.

Neben der Krimihandlung gehört zur Einführung in die neue Reihe noch das Aufdröseln der schwierigen Familienverhältnisse von Paula und Leon. Die Mutter ist lange tot. Das Verhältnis von Paula zum Vater - Polizist im Ruhestand - ist schwer gestört. Die Staatsanwältin hat offenbar vor geraumer Zeit die Rolle einer Art Pflegemutter übernommen. Da bleiben Fragen offen. Platz für die weiteren Folgen.

"Ich denke, es ist nicht zu viel verlangt, dass ihr zumindest hier bei der Arbeit und vor den Kollegen einen professionellen Umgang pflegt", sagt Staatsanwältin Everslage genervt nach einem Streit im Präsidium. "Insgeheim plant sie doch schon wieder ihren Absprung, oder nicht?", kontert Bruder Leon. "Wohin soll es diesmal gehen? Berlin? Oder Ausland?", reitet der Bruder auf dem unsteten Lebenswandel der Schwester herum.

Geschwister-Zwist nervt

Produzent Bernd von Fehrn spricht gegenüber dem ZDF bei den Ermittlern von einem herrlichen Beziehungs-Ensemble einer quasi Patchwork-Familie. "Und für deren Probleme, Konflikte und auch innerfamiliär bedingten Zipperlein lässt die Erzählung ebenso viel Raum, was ich persönlich sehr mag", sagt von Fehrn.

"Und ich dachte, sie seien ein Ehepaar. Aber nein, sie sind die beiden Kinder vom ehemaligen Kriminalrat Schäfer aus Detmold, richtig? Wie geht es ihrem Vater? Ich habe gehört, er ist im Pflegeheim", sagt Unternehmer Brokämper bei einem Gespräch mit dem ungewöhnlichen Ermittler-Geschwisterpaar.

Bei den Ermittlungen selbst deutet vieles auf eine Gruppe von Radikalen hin, die rund um die Externsteine und im Kreis Lippe für Ärger Sorgen. Wer hat den jungen Mann getötet? Waren es die politischen Extremisten? Möglicherweise steckt der Chef eines Dachdeckerbetriebs dahinter, den der Verfassungsschutz im Blick hat.

Oder geht es bei dem gewaltsamen Sturz doch um eine Beziehungstat? Bei den verschiedenen Erzählsträngen um Paula, ihren Bruder und einen Ex aus Hamburg rückt der Tote fast schon in den Hintergrund. Gelöst wird der Fall natürlich dennoch.

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

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