TV: ZDF-Film "Eine bessere Welt": Es ist doch nur ein Shitstorm
Das Drama "Eine bessere Welt" zeigt, wie eine Flut von Hassbotschaften eine Frau in die Enge treiben und wie aus Online-Hetze eine reale Bedrohung wird.
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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Eigentlich war alles gut. Elena (Peri Baumeister) zieht zum Beginn des Films "Eine bessere Welt" mit ihrer Familie in ein schönes neues Zuhause. Und die Wissenschaftlerin erhält eine berufliche Chance: Elena spricht in einer Talkshow über ihr Buch zur Klimakrise, sie bietet dabei einem Geschäftsmann Paroli. Doch gut bleibt es nicht, Elena gerät in der Folge in einen Wirbelsturm aus Hass und Hetze im Internet - der viele Fragen aufwirft und ein beklemmendes Gefühl vermittelt, was digitale Gewalt anrichten kann.
Der Spielfilm "Eine bessere Welt" ist am 23. März um 20.15 Uhr im ZDF-Fernsehen zu sehen und bereits im ZDF-Streamingportal verfügbar.
Rückblick: Der TV-Auftritt lief super, Elena erhält viel Beifall. Doch zu ihrer Überraschung kommt die Moderatorin der Talkshow – dargestellt von Dunja Hayali, die selbst schon auf den Hass im Netz, der ihr entgegenschlägt, aufmerksam macht - nach der Sendung zu ihr und berichtet ihr, dass das TV-Team Probleme habe, Frauen zu finden, die sich noch in die Öffentlichkeit begeben. "Sich dem überhaupt noch aussetzen".
Und die Talkmasterin rät ihr, für ein paar Tage nun nicht ins Internet zu gehen und nicht etwas über den Auftritt zu lesen. Elena wirkt überrascht: "Aber es ist doch gut gelaufen". Die Reaktion der Make-up-Artist an ihrer Seite: "Das ist meistens noch schlimmer."
Einfach mal das Handy weglegen - das kann Elena nicht
Natürlich kann Elena das Internet nicht einfach ausschalten, das Handy nicht weglegen. Sie findet online sich in einem Shitstorm wieder: Die Kommentare zu ihrem Auftritt beziehen sich nicht nur auf den Inhalt des Gesagten, sondern Internet-Trolle verurteilen auch ihr Aussehen, ihre Wirkung.
Elena spürt zudem im realen Leben die Auswirkungen der Hetze: Die Universität entzieht der Wissenschaftlerin einen Lehrauftrag. Elena muss sich rechtfertigen, überhaupt öffentlich aufgetreten zu sein. Sie fühlt sich fortan beobachtet und verfolgt, ihr wird mit dem Tod gedroht. Sie bemerkt überall Menschen, die über sie zu lästern und zu urteilen scheinen.
Und noch schlimmer: Die Hühner der Familie werden tot im Garten aufgefunden. Jemand schleicht auf dem Grundstück herum und schließlich brennt es in dem Restaurant, in dem Elenas Mann Deniz (Serkan Kaya) arbeitet. Elena geht gegen all das vor, gibt bei der Polizei eine Vielzahl an Anzeigen auf - die aber eingestellt werden.
Passiert das alles vielleicht nur in ihrem Kopf?
Es kommen Zweifel auf: Elena scheint etwas zu sehen, was andere nicht wahrnehmen. Sie wird zur Getriebenen, ihre Vorsicht und ihre Panik macht ihren Kindern Angst. Nachdem sie eine falsche Verdächtigung äußert, bröckelt auch die wenige Unterstützung, die Elena zuteilwurde, weg. Passiert das alles vielleicht nur in ihrem Kopf? Ist das alles, die digitale Gewalt, eben in der Realität gar nicht so schlimm?
Genau das ist der Knackpunkt dieser Geschichte, die den Film je nach Blickwinkel entweder zu einer sehr guten oder zu einer fragwürdigen Geschichte machen. Zwar ist es ohne Zweifel ein wichtiger Film, denn es wird einem Opfer von Hetze im Netz, seiner Verzweiflung und seinen Ängsten Raum gegeben.
Der Zuschauer darf und muss erleben, dass digitale Gewalt eben mehr ist als ein paar Worte, die man ja wohl mal sagen darf. Und dass aus einer digitalen Bedrohung und psychischen Belastung auch eine Bedrohung für Leib und Leben in der realen Welt werden kann. Aber in dem Film kommt man als Zuschauer auch unweigerlicher an den Punkt, sich zu fragen: Hat Elena sich verrannt? Ist das denn alles wirklich so schlimm? Ist das vielleicht einfach ein guter Thriller und lebt die Hauptfigur eigentlich in einer Fantasiewelt? Doch das Drehbuch wartet mit einer dramatischen Wende zum Schluss auf.
Den Film begleitet das ZDF mit der Dokumentation "Hass im Netz: Eine bessere Welt" - im Fernsehen direkt im Anschluss an den Film, am 23. März um 22.15 Uhr, sowie schon jetzt im ZDF-Streamingportal zu sehen.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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