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16.08.2017, 08.00 Uhr

Eisenbahnsiedlung Duisburg: Früher Glanz, heute abgeranzt? Die Geschichte eines sozialen Brennpunktes

Das Gebiet rund um die Eisenbahnsiedlung Duisburg galt über 80 Jahre als einer der größten Rangierbahnhöfe Europas. Heute ist vom einstigen Glanz nur wenig übrig geblieben. Ein Blick auf die Geschichte des Stadtteils.

Die Eisenbahnsiedlung Duisburg blickt auf eine lange Geschichte zurück. Bild: RTL2

Im Zuge der Industrialisierung und dem Ausbau des Schienennetzes wurde die Eisenbahn in Deutschland um 1900 zu einem der wichtigsten Arbeitgeber. Schnell entstanden ganze Wohnsiedlungen, um die Arbeiter kostengünstig unterzubringen. Heute sind viele der Siedlungen verwaist, doch das Leben der Bewohner geht weiter - wie in der Eisenbahnsiedlung in Duisburg-Friemersheim.

Eisenbahnsiedlung Duisburg-Friedersheim: Geschichte eines einstigen Prestige-Objekts

Die denkmalgeschützte Eisenbahnsiedlung im Südwesten von Duisburg-Friemersheim wurde in den Jahren 1912/1913 errichtet. Herzstück war ein 35 Meter hoher Doppel-Wasserturm, der die Lokomotiven des Rangierbahnhofs Hohenbudberg versorgte. Der Bahnhof war in seiner Blütezeit einer der größten Verschiebebahnhöfe Deutschlands und Arbeitgeber für zahlreiche Menschen, die sich in der angrenzenden Siedlung niederließen. Doch die Schließung im Jahr 1986 kostete unzählige Arbeitsplätze.

Neustart in der Eisenbahnsiedlung Duisburg mit Therapiezentrum und "Siedlertreff"

Nach dem Wegfall von Bahnverkehr und Bergbau versuchte sich die Region neu auszurichten. Zu diesem Zweck entstand im Gewerbegebiet der Region das "Niederrhein Therapiezentrum Duisburg", das sich um die Pflege suchtkranker Patienten kümmert. Eine weitere Sehenswürdigkeit ist die Kneipe "Siedlertreff", die vor allem durch die RTL2-Doku "Hartz aber herzlich" bekannt wurde. Doch die Dokumentation, die den Alltag der Menschen in der Eisbahnsiedlung schildern soll, stieß bei vielen Bewohnern auf Ablehnung.

"Hartz aber herzlich" über Eisenbahnsiedlung Duisburg verärgert die Anwohner

Nachdem RTL2 in seiner Doku-Reihe "Hartz aber herzlich" bereits die Benz-Baracken in Mannheim-Waldhof unter die Lupe nahm, war die Redaktion der Sendung auch in der Eisenbahnsiedlung Duisburg zu Gast, um ein möglichst authentisches Bild vom Leben vor Ort zu zeichnen. Doch viele Anwohner sind von dem Ergebnis gar nicht begeistert. Gegenüber "Der Westen" zeigten sich viele Ortsansässige empört, wie negativ ihre Siedlung in der Sendung dargestellt wurde. Stattdessen gebe es in der Duisburger Eisenbahnsiedlung ein lebendiges Vereinsleben, das die alten Eisenbahnertraditionen pflege. Den Ruf eines Problemviertels weisen die Bewohner entschieden zurück.

"Hartz aber herzlich" läuft am Dienstag, 15.08.2017, ab 20.15 Uhr auf RTL2.

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jat/kad/news.de

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