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Von news.de-Redakteurin Claudia Arthen - 24.08.2011, 11.04 Uhr

TV-Romanze: Hopfenbauer liebt Stripperin

Bier und Tabledance - das klingt nach einem Heimatfilmklischeegebräu. Aber Hopfensommer ist ein recht süffiger TV-Film. Das liegt vor allem an den Darstellern - und besonders an einer noch unbekannten brünetten Schauspielerin.

Hopfenbauer Karl (Fritz Karl) hat sich in Sophie (Christina Hecke) verliebt. Bild: ARD Degeto/Heike Ulrich

Seit Jahren herrscht Funkstille zwischen Josef Singhammer und seinem Sohn Karl. Der Vater konnte ihm nie verzeihen, dass Karl als Kind sein Schwesterchen nicht vor dem Ertrinken gerettet hat. Im Streit hat dieser vor Jahren den Hof verlassen und in der Stadt Karriere im Bierwesen gemacht.

Dem Vater wächst indes die Arbeit über den Kopf und dann bricht er auch noch zusammen: Probleme mit dem Herzen. Nun ist Mutter Franziska an der Reihe, sie holt den Buben zurück auf den Hof. Wengistens die Ernte soll er einfahren, so ihre Bitte.

Hopfensommer heißt der TV-Film, den das Erste heute Abend zeigt. Es ist eines jener Rührstücke, die wir im Fernsehen immer wieder präsentiert bekommen – meist vor der Kulisse Cornwalls, Neuseelands oder Südschwedens, angesiedelt in einem ländlichen Familienbetrieb. Schauplatz ist diesmal die Hallertau nordöstlich von München, das größte zusammenhängende Hopfenanbaugebiet der Welt, und der Familienzwist entspinnt sich auf einem Bauernhof.

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Hopfen wird hier seit Jahrhunderten angebaut. Fleißig und schlitzohrig sollen die Hallertauer Hopfenbauern sein. «Der Hopfen will jeden Tag seinen Herren sehen», lautet ein Sprichwort. Man muss Regisseur Christian Wagner zugute halten, dass er das Hopfengeschäft so authentisch wie möglich darstellt. Und dass die Darsteller richtig anpacken. Allen voran der Vater, den Elmar Wepper als ziemlich grantigen Patriarchen alter Art spielt, die Mutter – Gaby Dohm kann hier ihre herbe, dramatische Seite zeigen – und der Sohn alias Fritz Karl packt nicht nur bei der Arbeit zu, sondern auch bei den Frauen.

Hin- und hergerissen fühlt er sich zwischen Leni (Anna Schudt) und Sophie (Christina Hecke). Die eine ist seine Jugendliebe und eigentlich ideale Frau für ihn, ist sie doch selbst Hopfenbauerin und noch dazu drall und blond. Die andere ist brünett und langbeinig, eine etwas schillernde Dame und alleinerziehende Mutter, die zum Entsetzen Karls in einem Table-Dance-Lokal namens «Boob» tanzt.

Kenner solcher Rührstücke wissen, wie so etwas ausgeht. Vater und Sohn raufen sich, von der Mutter ebenso weise wie zurückhaltend dirigiert, zusammen und gehen in eine grüngoldene Hopfenzukunft. Karl kriegt von der Leni eine Watschn, dafür kriegt sie ihn nicht, aber sie bleiben Freunde. Und Singhammerbäuerin wird schließlich – die Stripperin.

Es sei ein «skurriles Gefühl gewesen, sich halbnackt an der Stange zu räkeln», sagt Christina Hecke im Interview mit der Teleschau über ihre Rolle. Der Name ist dem TV-Publikum (noch) nicht geläufig. Die Sophie aus dem Hopfensommer ist die bislang größte TV-Rolle der 32-jährigen Schauspielerin, die Kinogänger vielleicht aus dem RAF-Film Wer wenn nicht wir von Andreas Veiel kennen. Die Aufmerksamkeit der Zuschauer dürfte ihr heute Abend gewiss sein. Vielleicht auch der Neid von Kolleginnen. Gaby Dohm soll ihr bei Proben zugeraunt haben: «Also Sie haben mit Abstand die spannendste Figur.»

Bestes Zitat: «Zu Dir gehört eine Frau, die einen Hof führen kann.» (Franziska zu ihrem Sohn Karl)

Titel: Hopfensommer

Regie: Christian Wagner

Darsteller: Fritz Karl, Elmar Wepper, Gaby Dohm, Christina Hecke, Anna Schudt und andere

Sendetermin: Mittwoch, 24. August 2011, 20.15 Uhr, Das Erste

wie/news.de

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