06.04.2021, 00.40 Uhr

"Wem gehört der Osten?" am Montag verpasst?: Wiederholung der Gesellschaftsreportage im TV und online

"Die Bahn": Wo und wann Sie die Wiederholung der Gesellschaftsreportage "Wem gehört der Osten?" vom Montag (5.4.2021) sehen können, ob im Fernsehen oder auch digital in der Mediathek, erfahren Sie hier bei news.de.

Wem gehört der Osten? bei MDR Bild: MDR, übermittelt durch FUNKE Programmzeitschriften

Am Montag (5.4.2021) lief um 22:00 Uhr "Wem gehört der Osten?" im TV. Sie haben die Gesellschaftsreportage bei MDR verpasst und möchten die Episode 11 ("Die Bahn") aber trotzdem noch sehen? Schauen Sie doch mal in der MDR-Mediathek vorbei. Diese bietet online zahlreiche TV-Beiträge als Video on Demand zum streamen - auch und vor allem nach der jeweiligen Ausstrahlung im Fernsehen. In der Regel finden Sie die Sendung nach der TV-Ausstrahlung online vor. Doch leider gilt dies nicht für alle Sendungen. Eine Wiederholung bei MDR im klassischen TV wird es vorerst leider nicht geben.

"Wem gehört der Osten?" im TV: Darum geht es in "Die Bahn"

Bis 1989 rollte die Deutsche Reichsbahn als das Transportmittel Nummer eins durch die DDR. Mit einer viertel Million Beschäftigten war die Reichsbahn der größte Betrieb der DDR. Sie bewältigte achtzig Prozent aller Gütertransporte und die Hälfte des ostdeutschen Personenverkehrs - planwirtschaftlich organisiert und so etwas wie ein Staat im Staate. Zur deutschen Reichsbahn gehörten 14.000 Gleis-Kilometer, 1.800 Bahnhöfe, 7.000 Lokomotiven, mehr als 170.000 Wagons und mindestens 46.000 Hektar Grundstücke sowie tausende Eisenbahnerwohnungen. Wem gehört all das heute? Mit dem Ende der Reichsbahn der DDR vollzog sich in den letzten Jahrzehnten einer der facettenreichsten Privatisierungsprozesse der Deutschen Einheit. Heute gehört Vielen ein Stück von der ehemaligen Staatsbahn und Einige konnten sich sogar den Traum von der eigenen Bahngesellschaft verwirklichen. Ein paar Erzgebirgler sogar so erfolgreich, dass sie heute den Rasenden Roland auf Rügen betreiben. Am Ende der DDR war die Deutsche Reichsbahn ziemlich heruntergewirtschaftet. Allerdings ist auch die Deutsche Bundesbahn zu diesem Zeitpunkt in desolatem Zustand, so dass beide Bahngesellschaften noch vier Jahre parallel betrieben wurden. Erst mit der Bahnreform 1994 fusionierten Reichs- und Bundesbahn zur Deutschen Bahn Aktiengesellschaft. Die DB AG beginnt 1994 mit der Ausdünnung des Gleisnetzes und mit dem Verkauf von Immobilien. Der Leipziger Hauptbahnhof wird als einer der ersten Bahnhöfe verkauft - an die Deutschen Bank. 1.000 weitere Bahnhöfe bekommt ein britischer Immobilieninvestor, der diese auf Immobilienauktionen weiter versteigert. Aber auch Privatpersonen kommen zum Zug: Als Thomas Wittstock ein neues Zuhause für die Familie sucht, stößt er zufällig auf die Angebote der DB Immobilien. Bahnhöfe in Ostdeutschland, Beamtenwohnhäuser und ehemalige Empfangsgebäude werden so billig angeboten, dass er das kaum glauben kann. Wittstock kauft gleich ein Dutzend Bahnhöfe und Empfangsgebäude in Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Sachsen und macht mit den Mieten schon wenige Jahre später Gewinn. Doch nicht alle Objekte sind Schnäppchen. So manch still gelegter Güterbahnhof befindet sich in bester Innenstadtlage. Als zum Beispiel der Magdeburger Elbebahnhof zum Verkauf steht, wollen gleich mehrere Bauinvestoren das begehrte Grundstück neben dem Dom kaufen. 40.000 Quadratmeter für vier Millionen Euro. Doch die Bahn will nicht nur das Grundstück verkaufen, sondern auch gleich noch ihre Eisenbahnbrücken über die Elbe loswerden - insgesamt zwei Kilometer Brückenbauwerke aus Stahl. Investor Rolf Onnen kauft das Paket und wird zugleich für die Stadt zum Glücksfall. Auf dem ehemaligen Güterbahnhof errichtet er zunächst Magdeburgs exklusivstes Wohngebiet. Mit den zwei Kilometern Brücken-Altlast wird der Architekt so etwas wie ein privater Stadtplaner. So hat er aus der Eisenbahn-Hub-Brücke eine Fußgängerbrücke über die Elbe gemacht und stellt sie allen Magdeburgern kostenlos zur Verfügung. Seine anderen Brücken, noch einmal 1,5 Kilometer lang, sollen jetzt Magdeburgs erster Schnellradweg werden - für die private Finanzierung hat er auch schon neue Ideen. Doch vielerorts in der ostdeutschen Provinz bestimmt vor allem Verfall das Bild der Bahnanlagen. Für etliche Milliarden Euro hat die Bahn Immobilien, Grundstücke und Wohnungen verkauft. Statt aber wieder mehr Verkehr auf die Schiene zu bringen, wurden zwischen Rostock und Chemnitz 2.500 Kilometer Bahnstrecke stillgelegt. Vom intensiven Bahnverkehr der Deutschen Reichsbahn ist nicht viel geblieben. Streckenstilllegungen, Massenentlassungen, und der Arbeitskampf der 90er Jahre - all das hat den Dresdner Streckenlokführer Claus Weselsky geprägt. Heute ist er Chef der Eisenbahnergewerkschaft GDL, und einer der schärfsten Kritiker der DB AG. Erst heute sieht Weselsky ein langsames Umdenken bei seinem Arbeitgeber DB. (Quelle: MDR, übermittelt durch FUNKE Programmzeitschriften)

"Wem gehört der Osten?" im TV: Alle Infos nochmal auf einen Blick

Folge: 11 ("Die Bahn")

Thema: Die Bahn

Bei: MDR

Produktionsjahr: 2015

Länge: 45 Minuten

In HD: Ja

Folgen Sie News.de schon bei Facebook und YouTube? Hier finden Sie brandheiße News, aktuelle Videos, tolle Gewinnspiele und den direkten Draht zur Redaktion.

roj/news.de

Empfehlungen für den news.de-Leser