Fake-Angebote erkennen: Welche Fallen muss man beim Online-Shopping beachten?
Fake-Rabatte, Dringlichkeit und personalisierte Preise: Viele Kunden bekommen das Gefühl, dass sie in Online-Shops immer wieder auf Tricks hereinfallen. Doch bestätigen sich die Vermutungen in der Praxis?
Von news.de-Redakteur Felix Schneider - Uhr
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- Verbraucher vermuten immer wieder Tricksereien in Online-Shops
- Nicht alle der vorgeworfenen Taktiken kommen wirklich so oft zum Einsatz
- Gefährlich für Verbraucher sind vor allem unverbindliche Preisempfehlungen
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Im Online-Handel stößt man immer wieder auf angebliche Schnäppchen - doch Kunden haben inzwischen eine gewisse Vorsicht gegenüber diesen Angeboten entwickelt. Der Grund: Viele vermuten, dass die Händler hier häufig Tricks anwenden, um Kunden anzulocken. Wir gehen den Shopping-Mythen rund um Fake-Rabatte und künstlicher Verknappung auf den Grund.
Werben Händler teils wirklich mit Fake-Rabatten?
Haben Sie bei einem Knaller-Angebot schon einmal gedacht: "Das ist zu gut, um wahr zu sein"? Viele Verbraucher vermuten, dass es sich bei solchen Angeboten häufig um Produkte handelt, deren Preise vorher heimlich erhöht wurden. Die Preisvergleichs-Website Idealo hat das Phänomen im Rahmen der Black-Friday-Preisstudie geprüft.
Das Ergebnis zeigt: Nur selten ist das tatsächlich der Fall. Aufgrund von EU-Bestimmungen muss bei Rabatten der niedrigste Preis der vergangenen 30 Tage im Vergleich angegeben werden. Einen Tag vorher den Preis anzuheben, nur um mit einem Fake-Sale zu werben, ist damit eher unpraktisch für Händler. Dennoch hält sich nicht jeder Shop daran - daher gilt: Augen auf beim Klicken.
Künstliche Verknappung von Produkten
Knappheit wird bei Produkten oft in Online-Shops angegeben, wenn zusätzlicher Druck erzeugt werden soll, um Verbraucher zum Kauf zu drängen. So werben viele Seiten mit Hinweisen wie "Nur noch zwei Stück auf Lager". Zwar stimmen diese Hinweise in den meisten Fällen wirklich, doch gerade bei Reise- und Buchungsplattformen beziehen sich diese Zahlen nur auf das eigene Kontingent der jeweiligen Plattform.
Eine US-amerikanische Studie fand manipulative Tricks (sogenannte "Dark Patterns") auf 11 Prozent der untersuchten Seiten. Darunter auch Fake-Countdowns bis zum Ende des Angebots sowie künstliche "Nur noch 3 Stück verfügbar"-Hinweise. In einzelnen Fällen waren sogar gesamte Lagerzahlen erfunden. Wichtig im Kopf zu behalten: Es handelte sich hierbei nur um nachweisliche Fälle - die Dunkelziffer könnte sogar noch höher sein.
Warum UVP für Verbraucher nutzlos sind
Unverbindliche Preisempfehlungen (UVP) sind genau das, wonach sie klingen: unverbindlich. Entsprechend orientieren sich Händler selten am empfohlenen Preis, sondern am Marktpreis der Ware. Rabatte erscheinen daher deutlich größer, als sie es eigentlich sind. Auch für Verbraucher ist der Vergleich mit UVP schlichtweg unsinnig - aussagekräftiger ist in der Regel ein Vergleich bei der Konkurrenz. Die bloße Gegenüberstellung der UVP mit dem Verkaufspreis ist erlaubt - doch das Thema wird aktuell vor Gericht neu bewertet.
Personalisierte Preise werden nur selten genutzt
Aus rein technischer Sicht sind personalisierte Preise - etwa je nach Standort, Gerätetyp oder Kaufhistorie - längst möglich. In der Praxis ist das allerdings nur selten der Fall. Für Händler sind solche Tricks riskant, da sie das Preisimage schädigen können. Zudem sind sie eine juristische Grauzone, da sie zwar theoretisch erlaubt sind, in der Praxis aber zu mangelnder Transparenz führen, was für die Händler wiederum zu rechtlichen Problemen führen kann. Häufiger sind laut Verbraucherzentrale eher dynamische Preise, die sich an Faktoren wie Nachfrage, Auslastung oder Buchungszeitpunkt anpassen.
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sfx/loc/news.de
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