Neue EU-Richtlinie: USB-C-Pflicht für Laptops tritt in Kraft - darauf müssen Sie achten

Ab sofort müssen alle neuen Laptops, die für den Verkauf in der EU hergestellt werden, per USB-C geladen werden. Doch Vorsicht: Wer sein Smartphone-Kabel ansteckt, erlebt möglicherweise eine böse Überraschung.

Erstellt von - Uhr

USB-C ist der neue, von der EU festgelegte Standard für Laptops und viele weitere Elektrogeräte. (Foto) Suche
USB-C ist der neue, von der EU festgelegte Standard für Laptops und viele weitere Elektrogeräte. Bild: picture alliance/dpa | Georg Friedrich Hilgemann
  • Die EU verpflichtet Hersteller von Laptops, Anschlüsse für USB-C-Kabel zu verbauen
  • Nicht jedes Kabel funktioniert gleich gut - Handy-Ladekabel laden langsamer
  • Hersteller dürfen außerdem Geräte ohne beiliegende Kabel verkaufen

Mehr Infos rund um Technik finden Sie am Ende dieses Beitrags.

Seit heute gelten in der Europäischen Union neue Vorschriften für den Verkauf von Laptops. Alle neu auf den Markt gebrachten Notebooks müssen ab sofort über einen USB-C-Ladeanschluss verfügen. Nach einer mehrjährigen Übergangsfrist sorgt die EU nun auch bei Laptops für einheitliche Anschlüsse. Die Regelung betrifft alle tragbaren Computer mit einer Leistungsaufnahme von bis zu 240 Watt.

Hintergrund: Mit dem einheitlichen Standard will Brüssel den jährlich anfallenden Elektroschrott deutlich verringern. Nach Angaben der EU entstehen allein durch Ladegeräte rund 11.000 Tonnen Elektromüll pro Jahr. Für Smartphones, Tablets, Kopfhörer und andere Kleingeräte gilt die USB-C-Pflicht bereits seit Ende 2024.

Laptops künftig ohne Netzteil im Karton

Die neue EU-Vorschrift verpflichtet Hersteller nicht nur zu einheitlichen Anschlüssen an ihren Notebooks, sondern ermöglicht es ihnen auch, die Geräte auch ohne beiliegendes Ladegerät anzubieten. Käufer können so zwischen Varianten mit und ohne Netzteil wählen. Allerdings werden viele Produzenten aus logistischen Gründen vermutlich ganz auf das Beilegen eines Ladegeräts verzichten, wie die "Stiftung Warentest" einschätzt.

Ob ein Netzteil enthalten ist, erkennen Verbraucher künftig an einem Piktogramm auf der Verpackung. Diese Kennzeichnung soll verhindern, dass sich in Haushalten immer mehr überflüssige USB-C-Netzteile ansammeln. Apple hat mit dem MacBook Neo bereits vorgelegt und liefert das Gerät ohne Ladegerät aus. Zahlreiche Notebook-Hersteller wie Dell oder Lenovo haben ihre Geräte ohnehin schon vor längerer Zeit mit USB-C-Anschlüssen ausgestattet.

Vorsicht: Smartphone-Kabel reicht nicht aus

Der einheitliche Stecker löst zwar das Problem unterschiedlicher Anschlüsse, doch technisch sind USB-C-Kabel keineswegs identisch. Die Kapazität zur Stromübertragung variiert erheblich. Ein gewöhnliches Smartphone-Kabel überträgt meist nur 15 bis 27 Watt – aktuelle Notebooks benötigen jedoch deutlich mehr Energie. Die meisten Geräte verlangen 65 bis 100 Watt, einige sogar mehr.

Im schlimmsten Fall lädt der Akku überhaupt nicht auf. Häufig erscheint auch die Fehlermeldung "Langsames Ladegerät" auf dem Bildschirm. Das mechanische Passform-Problem ist somit zwar gelöst, mindestens zwei verschiedene Kabel benötigen Verbraucher aber dennoch. Wer sich einen neuen Laptop zulegt, sollte beim Kabelkauf in Zukunft daher genau auf die technischen Spezifikationen achten.

So finden Käufer das richtige Ladekabel

Beim Erwerb eines neuen Kabels sollten Verbraucher auf die Kennzeichnung "Power Delivery" (USB-PD) achten. Diese Zertifizierung garantiert, dass die volle Leistung sicher am Gerät ankommt. Zusätzlich ist die angegebene Wattzahl entscheidend – dabei empfehlen sich Kabel mit einer Leistung von 100 oder 240 Watt.

Nur entsprechend zertifizierte Produkte gewährleisten eine effiziente und sichere Energieübertragung. Alte USB-Ladegeräte mit lediglich 5 Watt, wie sie früher Smartphones beilagen, werden von Laptops kaum erkannt. Die Hersteller sind im Rahmen der Neuregelung verpflichtet, auf der Verpackung anzugeben, welche Ladeleistung das jeweilige Notebook benötigt.

Hier lesen Sie mehr News und Infos über Technik:

/bua/news.de/stg

Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.