Champions League: Vom Niederrhein nach Baku: Wer ist der deutsche BVB-Gegner?
Er wurde in NRW ausgebildet und ist in Aserbaidschan ein Fußballheld: Der Weg von Joy-Lance Mickels ist außergewöhnlich. Worauf sich Dortmund beim Gastspiel in Baku einstellen muss.
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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Das Fußballerleben von Joy-Lance Mickels als spektakulär zu bezeichnen, ist glatt untertrieben. Geboren in Siegburg, ausgebildet beim kleinen VSF Amern, Borussia Mönchengladbach und Schalke 04, zum Torhelden aufgestiegen in Baku, zwischenzeitlich ein lukrativer Abstecher nach Saudi-Arabien und nun Nationalstürmer von Ruanda: Mickels hat viel hinter sich, wenn ihn in dieser Woche das bisherige Highlight seiner Karriere erwartet.
BVB-Gegner erst 2017 gegründet
Der 32 Jahre alte Stürmer, der einen deutschen und einen ruandischen Pass besitzt, trifft mit seinem Club FK Sabah am Dienstag (18.45 Uhr/DAZN) in der Champions League auf dortmund/1/">Borussia Dortmund. Dass es in Aserbaidschans Hauptstadt zum Duell mit dem deutschen Vize-Meister kommt, gleicht einem kleinen Fußball-Märchen.
Denn: FK Sabah war vor zehn Jahren nicht einmal gegründet (dies erfolgte erst 2017) - und Mickels dümpelte damals noch für Alemannia Aachen in der Regionalliga West herum. Nun ist der Angreifer beim Meister in Aserbaidschan zum Fanliebling geworden und schießt Tor um Tor. In Baku fühlt er sich wohl. "In Deutschland hatte ich immer das Gefühl, dass ich mich verstellen musste", sagte Mickels im ntv-Sport-Podcast.
Königsklasse statt Feuerwehrmann
Das muss er in Aserbaidschan offensichtlich nicht mehr. Mickels ist der klassische Senkrechtstarter, der erst spät richtig zündet. Angeschoben hat der Mann, der zwischenzeitlich im deutschen Amateurbereich mit einer Tätigkeit als Feuerwehrmann liebäugelte, seine Karriere nach vielen Fehlschlägen in seiner Heimat erst im Ausland.
"Ich möchte Menschen glücklich machen und ihnen helfen. Da dachte ich, das wäre eigentlich so der Job für mich", erzählte Mickels über seine damaligen Gedankenspiele. Doch statt Brände zu löschen und bei Unfällen beruflich Ersthilfe zu leisten, lässt Mickels in vollen Stadien Fans mit Toren in der Königsklasse jubeln.
Dabei fiel die Entscheidung für Baku und vor allem den Zwischenstopp in Saudi-Arabien oft aus monetären Gründen, wie Mickels ganz offen erzählt. "Ich bin eigentlich ganz glücklich hier in Aserbaidschan. Ich verdiene mehr als manche Bundesliga-Spieler,warum soll ich in die Bundesliga gehen? Ich kriege alles sogar noch netto", schilderte Mickels in einem Interview bei "Absolut Fußball".
Mickels' großer Gladbach-Traum
Joy-Lance ist nicht der einzige Fußballer aus der Mickels-Familie. Auch seine Brüder Joy-Slayd in Malta und Leroy-Jacques bei Drittligist Waldhof Mannheim haben aus Siegburg den Weg in den Profifußball geschafft. Doch so erfolgreich wie Joy-Lance ist keiner von ihnen.
Mit dem deutschen Fußball abgeschlossen hat Mickels nicht, auch wenn er in Baku gerade seine eigene Geschichte schreibt. Einmal noch im Borussia-Park spielen, das ist der Traum des Stürmers.
"Nach Gladbach würde ich gehen. Selbst wenn es weniger Geld wäre.Weil es natürlich mein Zuhause ist", sagte Mickels. Tatsächlich erscheint ein Wechsel zur Borussia, die in der Bundesliga Letzter ist, aktuell realistischer als ein Aufeinandertreffen im europäischen Wettbewerb.
Diesen Vorteil haben Mickels und Sabah
Von den verfügbaren Gegneroptionen waren Mickels Dortmund und der VfB Stuttgart am liebsten. Mickels hätte sich ein Gastspiel in Deutschland gewünscht. Das wäre wohl auch dem BVB, der vergangene Woche mit 0:1 beim norwegischen Club FK Bodö/Glimt stolperte und um die Tücken von Reisen zu unbekannten Königsklassen-Club weiß, lieber gewesen.
Die drei Partien in Norwegen, bei Union Berlin (0:0) und in Aserbaidschan in ganz kurzer Abfolge sind für Geschäftsführer Lars Ricken Nebensache. "Die Spieler sind es gewohnt, permanent im Flugzeug zu sitzen. Da gibt es keine Ausreden", sagte Ricken. Nach drei sieglosen Spielen in Serie kann der Ex-Schalker Mickels die BVB-Flaute verlängern.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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kns/roj/news.de
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