Champions League: Spitzenreiter oder "Schein-Club" - Man City trotzt dem Spott
Sportlich läuft es rund für Man City. Doch nach dem Schuldspruch im Finanzskandal blickt der Club in eine ungewisse Zukunft. Beim Champions-League-Spiel gegen PSG winkt prominente Unterstützung.
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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Persönlich scheint Erling Haaland der beispiellose Finanzskandal von Manchester City vor dem Duell der Champions-League-Giganten mit Paris Saint-Germain nur wenig zu belasten. Der norwegische Stürmerstar tut das, wofür er sein üppiges Millionengehalt bekommt. Tore schießen - trotz der höhnischen Gesänge der gegnerischen Anhänger.
"Man muss sich um das kümmern, was man beeinflussen kann", sagte der 26-Jährige nach dem 3:0 zuletzt in der Premier League beim FC Liverpool dem Sender Sky Sports. Im Topspiel wurden die City-Spieler von den Reds-Fans mit "Cheats"-Rufen verspottet. Cheats heißt übersetzt so viel wie Betrüger. "Was wir tun können, ist guten Fußball zu spielen", betonte Haaland.
Club vor ungewisser Zukunft
Zwar lassen sich die Profis des englischen Tabellenführers nichts anmerken, aber es geht für sie um viel. "Niemand weiß, ob die drei Punkte, die City in Anfield geholt hat, an Weihnachten noch City gehören", schrieb Kolumnist Jonathan Wilson im "Guardian". "Niemand weiß, in welcher Liga sie in der nächsten Saison spielen."
Am Mittwoch (21.00 Uhr/DAZN) in der Champions League gegen PSG soll Ex-Coach Pep Guardiola auf der Tribüne für moralische Unterstützung sorgen. Doch viele Fans dürften sich fragen, wie lange es überhaupt noch europäischen Fußball für Man City gibt.
Perfekter Start unter Maresca
Berichten zufolge wäre es Guardiolas erster Besuch im Etihad-Stadion seit seinem Abschied im Sommer. Kurz nach dem Urteil hatte sich der 55-Jährige bei Instagram demonstrativ hinter seinen Ex-Club gestellt: "Lasst mich eines klarstellen: Wir werden das gemeinsam durchstehen."
Sportlich läuft es auch ohne ihn gut. Nachfolger Enzo Maresca hat einen Traumstart hingelegt: sechs Siege aus sechs Spielen, drei Punkte Vorsprung auf Meister Arsenal. Doch über dem Erfolg hängt ein dunkler Schatten - und die Frage: Was ist die Tabellenführung wert, wenn ein massiver Punktabzug oder womöglich der Zwangsabstieg droht?
"Verschwörungstheorie der Premier League"
Vor knapp zwei Wochen wurde Manchester City in 114 von 115 Anklagepunkten wegen Verstößen gegen die Finanzregeln der Premier League für schuldig befunden. Laut der unabhängigen Kommission hat der Club seine Einnahmen mit Scheinverträgen künstlich erhöht und seine Kosten gedrückt. Der Club bestreitet alle Vorwürfe und hat Berufung eingelegt. Wann eine endgültige Entscheidung fällt, ist offen.
Geschäftsführer Ferran Soriano sprach sogar von "einer Verschwörungstheorie der Premier League". Unangenehmen Fragen weicht er aus. Ob City angesichts der Scheinverträge ein "Schein-Club" sei, wollte ein Reporter des Senders Sky News wissen. Soriano blieb eine Antwort schuldig.
Spott von allen Seiten
Auf der Insel ist City derweil die Zielscheibe allen Spotts. An der Liverpooler Anfield Road schallte es "Cheats" durchs Stadion - jedes Mal, wenn ein City-Profi den Ball berührte. Auch in den anderen Stadien dürfte sich der Spott der Fans über City ergießen.
"All of your stars are fading away" ("Alle eure Sterne verblassen") stand in Liverpool auf einem Banner der Heimfans - eine Zeile aus einem Song der weltbekannten Band Oasis. Die Gallagher-Brüder aus Manchester zählen zu den prominentesten City-Fans. Noel Gallagher bejubelte den Sieg in Anfield ausgelassen.
City-Fans geben sich trotzig
"Wir müssen lernen, mit diesem Lärm umzugehen", sagte Maresca nach dem Spiel. "Wir müssen unseren eigenen Lärm machen. Und unser Lärm ist, Spiele zu gewinnen - so wie heute."
Viele City-Fans reagieren trotzig. "In Khaldoon we trust" (Wir vertrauen Khaldoon) stand auf einem Banner im Gästeblock - ein Bekenntnis zu Clubboss Khaldoon Al Mubarak. Andere nehmen die Rolle als Liga-Bösewicht mit Humor. Rund um das Stadion wurden himmelblaue Fahnen mit der Aufschrift "Cheats" im Oasis-Schriftzug verkauft, einige City-Anhänger schwenkten sie selbstironisch.
Vorerst letzte Saison in Europa?
Auch international droht erneut Ärger. Schon 2020 hatte die UEFA City wegen Verstößen gegen das "Financial Fairplay" von den europäischen Wettbewerben ausgeschlossen. Der Internationale Sportgerichtshof Cas hob die Sperre auf, am Ende blieb eine Geldstrafe von zehn Millionen Euro. Ob City ein zweites Mal so glimpflich davonkommt, ist offen.
Ein Zwangsabstieg wäre das vorläufige Aus für die Königsklasse. Ob im Etihad auch in Zukunft noch Clubs aus Paris, Madrid und Neapel zu Gast sind, entscheidet sich nicht auf dem Platz.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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kns/roj/news.de
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