Fußball News: Razzien und Festnahmen bei türkischen Fußball-Referees

Nach Razzien beim türkischen Schiedsrichterausschuss stehen führende Köpfe im Fokus. Die Vorwürfe umfassen unter anderem "Urkundenfälschung" und "Misshandlung".

Erstellt von - Uhr

Aktuelle Fußball-Nachrichten lesen Sie hier auf news.de. (Foto) Suche
Aktuelle Fußball-Nachrichten lesen Sie hier auf news.de. Bild: Adobe Stock / BillionPhotos.com

Bei Razzien im türkischen Fußball sind der Vorsitzende des zentralen Schiedsrichterausschusses MHK, Ferhat Gündogdu, und sechs weitere Verantwortliche festgenommen worden. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete, waren zuvor Ermittlungen wegen des Verdachts von "Misshandlung", "Urkundenfälschung", "Vertrauensmissbrauch" und "rechtswidriger Erlangung personenbezogener Daten" eingeleitet worden. Zuständig ist die Abteilung für illegale Wetten und Sportkriminalität der Staatsanwaltschaft Istanbul.

Der MHK ist das Gremium des türkischen Fußballverbands, das Schiedsrichter für Ligaspiele einstuft, einsetzt und deren Leistung bewertet. Ihre Entscheidungen stehen seit langem im Fokus der türkischen Vereine und Fans, die die Schiedsrichterbesetzungen häufig in Frage stellen. Ein Zusammenhang zum Skandal im türkischen Fußball wegen der Vorwürfe illegaler Sportwetten gegen Schiedsrichter, Spieler und Vereinsfunktionäre besteht ersten Erkenntnissen zufolge nicht.

Akten beschlagnahmt

Bei den Durchsuchungen in vier türkischen Provinzen, darunter Istanbul und Ankara, wurden zahlreiche Akten beschlagnahmt. Anadolu berichtet, dass darin Prüfungsunterlagen sowie Einnahmen-Überschuss-Rechnungen aufbewahrt worden seien. Unter den Festgenommenen ist auch der Vorsitzende des Verbandes der aktiven Schiedsrichter der Türkischen Fußballföderation, Ferdi Karadoruk. Aus Nachrichten vom Mai 2025 gehe in den Akten hervor, dass ein Prüfer Karadoruk daran erinnert hat, Prüfungsfragen zu schicken.

Justizminister will Verantwortliche zur Rechenschaft ziehen

Justizminister Akin Gürlek erklärte auf der Plattform X, es werde untersucht, ob in Prozesse zur Bildung von Schiedsrichterklassen, zur Einsatzzuweisung, zur Punktevergabe, zur Ernennung sowie in die Regelprüfungen eingegriffen worden sei. Die Razzien seien auf Grundlage von Aussagen von Beschwerdeführern und Zeugen, Gutachten sowie Kommunikationsdaten und Finanzberichten durchgeführt worden. Vorwürfe, die das Vertrauen in den türkischen Fußball untergraben, würden aufgeklärt und die Verantwortlichen vor dem Gesetz zur Rechenschaft gezogen werden, schrieb Gürlek.

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

Noch mehr spannende Fußball-Nachrichten lesen Sie hier:

/roj/news.de

Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.