UCI Straßenrad-WM 2026: McNulty holt den WM-Sieg nach Überraschungs-Attacke

Seit dem Sieg von Lance Armstrong 1993 in Oslo hatte es keinen amerikanischen Weltmeister mehr gegeben. Wie Außenseiter Brandon McNulty der Coup gelangen.

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Wer rast bei der Rad-WM in Kanada ins Regenbogentrikot? (Foto) Suche
Wer rast bei der Rad-WM in Kanada ins Regenbogentrikot? Bild: picture alliance/dpa/EUROPA PRESS | Francisco J. Olmo
  • Straßenrad-WM 2026 in Montréal – wann finden die Rennen statt?
  • Rad-WM 2026 - alle Rennen und Termine auf einen Blick
  • Straßenrad-WM 2026 - diese Strecke wartet auf die Fahrer
  • Rad-WM 2026 im TV und Livestream - wo läuft die Übertragung?

Die Straßenrad-Weltmeisterschaften 2026 führen die Radsport-Elite nach Kanada. Vom 20. bis 27. September kämpfen die Fahrerinnen und Fahrer in Montréal um die begehrten Regenbogentrikots. Insgesamt stehen 13 Entscheidungen auf dem Programm. Neben den Elite-Rennen gibt es Wettbewerbe für die U23 und Junioren sowie die Mixed-Staffel.

Besonders anspruchsvoll werden die Straßenrennen der Elite. Der Kurs führt über den Mont Royal und wartet mit zahlreichen Anstiegen auf. Das Männer-Rennen zum Abschluss der Weltmeisterschaft ist mit mehr als 273 Kilometern nicht nur der längste Wettbewerb der Titelkämpfe, sondern auch ein echter Ausdauertest. Der Titelverteidiger und Radsport-Dominator Tadej Pogacar wird wegen seines schweren Sturzes bei der Vuelta a España dieses Jahrnicht bei der WM am Start stehen.

Straßenrad-WM 2026 in Montréal – wann finden die Rennen statt?

Die UCI Straßenrad-WM beginnt am 20. September 2026 mit den Einzelzeitfahren der Frauen und Männer. Nach weiteren Zeitfahrentscheidungen und der Mixed-Staffel folgen ab dem 24. September die Straßenrennen der Nachwuchsklassen. Am 26. September sind die Frauen der Elite an der Reihe. Einen Tag später endet die WM mit dem Straßenrennen der Männer. Insgesamt werden in Montréal 13 Weltmeistertitel vergeben.

Rad-WM 2026 – alle Rennen und Termine auf einen Blick:

  • 20.09.2026 Einzelzeitfahren Frauen Elite, 15.00 Uhr - Siegerin: Marlen Reusser
  • 20.09.2026 Einzelzeitfahren Männer Elite, 18.45 Uhr - Sieger: Remco Evenepoel
  • 21.09.2026 Einzelzeitfahren Frauen U23, 15.00 Uhr- Siegerin: Felicity Wilson--Haffenden
  • 21.09.2026 Einzelzeitfahren Männer U23, 18.00 Uhr- Sieger: Ryan Gal
  • 22.09.2026 Mixed-Staffel, 14.30 Uhr- Sieger: Italien
  • 22.09.2026 Einzelzeitfahren Junioren, 18.15 Uhr- Sieger:Benjamin Noval
  • 22.09.2026 Einzelzeitfahren Juniorinnen, 21.15 Uhr- Siegerin:Maria Okrucinska
  • 24.09.2026 Straßenrennen Frauen U23, 15.00 Uhr- Siegerin:Viktoria Chladonova
  • 25.09.2026 Straßenrennen Männer U23, 15.00 Uhr- Sieger:Ashlin Barry
  • 25.09.2026 Straßenrennen Juniorinnen, 20.15 Uhr- Siegerin: Alejandra Neira
  • 26.09.2026 Straßenrennen Frauen Elite, 15.00 Uhr - Siegerin:  Demi Vollering
  • 27.09.2026 Straßenrennen Männer Elite, 15.00 Uhr - Sieger: Brandon McNulty

Straßenrad-WM 2026 - diese Strecke wartet auf die Fahrer

Im Zentrum der Weltmeisterschaft steht ein anspruchsvoller Rundkurs durch Montréal. Ein wichtiger Bestandteil der Strecke ist der Mont Royal. Wiederholte Anstiege sorgen dafür, dass sich die Rennen voraussichtlich nicht allein auf den letzten Metern entscheiden. Die Elite-Rennen beginnen außerhalb des Stadtzentrums in Brossard. Anschließend geht es Richtung Montréal, bevor die Fahrerinnen und Fahrer den Rundkurs erreichen. Das Ziel befindet sich in Montréal.

Das Männer-Straßenrennen am 27. September verlangt den Profis dabei besonders viel ab. Auf 273,7 Kilometern summieren sich die Anstrengungen zu einem langen und anspruchsvollen WM-Finale. Die Frauen-Elite bewältigt am Tag zuvor 180,4 Kilometer. Die UCI gibt 3.803 Höhenmeter für die Männer und 2.570 Höhenmeter für die Frauen an.

Auch die Zeitfahrer erwartet ein besonderer Kurs. Teile der Strecke führen unter anderem über die Île des Sœurs und die Estacade du Pont Champlain. Auf der Île Notre-Dame wird zudem der bekannte Circuit Gilles-Villeneuve einbezogen, auf dem normalerweise der Formel-1-Grand-Prix von Kanada ausgetragen wird.

Wer sind die Favoriten bei der Rad-WM 2026?

Das Rennen um die Regenbogentrikots ist in diesem Jahr so offen wie lange nicht. Bei den Männern fehlt mit Tadej Pogačar der Titelverteidiger und Topfavorit. Der Slowene hat seine Saison nach seinem schweren Sturz bei der Vuelta a España vorzeitig beendet und wird in Montréal nicht starten. Dadurch rückt vor allem Remco Evenepoel in den Mittelpunkt. Der Belgier gilt nach Einschätzung aktueller Radsport-Analysen als einer der Topfavoriten auf der anspruchsvollen Strecke.

Evenepoel bekommt allerdings starke Konkurrenz. Sein belgischer Teamkollege Wout van Aert zählt ebenso zum erweiterten Favoritenkreis wie Mathieu van der Poel aus den Niederlanden. Van Aert ist bei Weltmeisterschaften bereits zweimal Zweiter geworden, während Van der Poel 2023 Weltmeister war. Auch Paul Seixas aus Frankreich und Isaac del Toro aus Mexiko werden auf dem schweren Montréal-Kurs hoch gehandelt.

Bei den Frauen führt Demi Vollering die Liste der Favoritinnen an. Selbst der belgische Nationaltrainer Ludwig Willems bezeichnete die Niederländerin vor der WM als "absolute Top-Favoritin". Dahinter folgt unter anderem Lotte Kopecky, die nach ihrer WM-Pause 2025 in Montréal um ihren dritten Straßen-Weltmeistertitel kämpfen will. Auch Elisa Longo Borghini, Noemi Rüegg und Eleonora Camilla Gasparrini gehören zum erweiterten Favoritenkreis.

Auch bei den Einzelzeitfahren ist Evenepoel einer der ganz großen Favoriten. Der Belgier ist amtierender Weltmeister in dieser Disziplin und peilt in Montréal seinen nächsten WM-Titel an. Zu seinen stärksten Konkurrenten zählen unter anderem Filippo Ganna und Joshua Tarling.

Welche Deutschen starten bei der Rad-WM 2026?

Das deutsche Aufgebot für die Nachwuchsklassen steht bereits fest. German Cycling hat insgesamt 19 deutsche Fahrerinnen und Fahrer für die U23- und Junioren-Wettbewerbe nominiert.

  • Bei den Männern U23 gehen Max Bock, Paul Fietzke, Louis Leidert, Moritz Mauss und Jermaine Zemke im Straßenrennen an den Start. Bruno Keßler ist für das Einzelzeitfahren vorgesehen, Louis Leidert tritt in beiden Wettbewerben an.
  • Bei den Frauen U23 bilden Justyna Czapla, Clara Jäger, Magdalena Leis und Joëlle Messemer das deutsche Team. Czapla und Leis starten zusätzlich im Einzelzeitfahren.
  • Das deutsche Junioren-Team besteht aus Alwin Beyer, Luan Elsäßer, Max Jerzyna, Karl Herzog und Owen Kings. Herzog und Kings sind ebenfalls für das Zeitfahren vorgesehen.
  • Bei den Juniorinnen vertreten Edda Bieberle, Leni Burger, Klara Dworatzek und Amandine Jakob Deutschland. Bieberle und Dworatzek treten zusätzlich im Einzelzeitfahren an.

Deutsche Elite-Starter auf einen Blick

Wer Deutschland bei den wichtigsten Rennen der WM vertritt, ist ebenfalls klar. 

Männer-Elite (9 Starter)

Straßenrennen:

  • Florian Lipowitz (Teamkapitän), Marco Brenner, Nico Denz, Felix Engelhardt, Maximilian Schachmann, Georg Zimmermann

Einzelzeitfahren:

  • Jasha Sütterlin, Maximilian Walscheid

Mixed-Staffel (Teamzeitfahren):

  • Nikias Arndt, Jasha Sütterlin, Maximilian Walscheid

Frauen-Elite (5 Starterinnen)

Straßenrennen:

  • Liane Lippert, Ricarda Bauernfeind, Franziska Koch, Antonia Niedermaier, Linda Riedmann

Einzelzeitfahren:

  • Franziska Koch, Antonia Niedermaier

Mixed-Staffel (Teamzeitfahren):

  • Ricarda Bauernfeind, Franziska Koch, Antonia Niedermaier

Rad-WM 2026 im TV und Livestream - wo läuft die Übertragung?

Radsportfans können die Weltmeisterschaft in Deutschland auf mehreren Wegen verfolgen.

  • Eurosport überträgt die wichtigsten Rennen der Straßenrad-WM. Im aktuellen Programm sind unter anderem die Einzelzeitfahren der Elite sowie die Straßenrennen der Frauen und Männer aufgeführt. Die Rennen sind zudem über die digitalen Streaming-Angebote von Eurosport verfügbar.
  • Auch die öffentlich-rechtlichen Sender sind bei der WM vertreten. Das ZDF zeigt mehrere Rennen im Livestream auf ZDFsportstudio.de. Dazu gehören unter anderem die beiden Elite-Zeitfahren am 20. September, die Mixed-Staffel am 22. September und das Männer-Straßenrennen am 27. September.
  • Die UCI bestätigt, dass Warner Bros. Discovery die UCI-Weltmeisterschaften weiterhin über seine verschiedenen Sender und digitalen Plattformen verbreitet.

Rad-WM 2026 - alle Ergebnisse auf einen Blick

+++ Erster Weltmeister seit Armstrong: McNulty schockt Favoriten +++

Außenseiter Brandon McNulty hat sämtliche Favoriten düpiert und ist als erster US-Amerikaner seit Lance Armstrong neuer Straßenrad-Weltmeister. Der Teamkollege des verletzten Titelverteidigers Tadej Pogacar setzte sich in Montreal vor dem Australier Michael Matthews durch. Nach 273,4 Kilometern holte sich Niederländer Mathieu van der Poel Bronze. Florian Lipowitz zeigte nach seiner langen Verletzungspause in Kanada eine gute Leistung, spielte aber bei der Entscheidung keine Rolle.

Der US-Amerikaner McNulty, der den an selber Stelle stattfindenden Grand Prix Montreal 2025 gewonnen hatte, attackierte 33 Kilometer vor dem Ziel und sorgte für den ersten US-Triumph bei den Männern seit 1993. Die Favoriten um den Franzosen Paul Seixas, den Mexikaner Isaac Del Toro und den Belgier Remco Evenepoel arbeiteten zu spät zusammen, um McNulty auf dem harten Kurs mit 3800 Höhenmetern noch einholen zu können.

Für den deutschen Verband German Cycling ging die WM damit mit nur einer Medaille zu Ende. Franziska Koch hatte direkt im ersten Wettbewerb dieser Titelkämpfe Bronze im Einzelzeitfahren gewonnen. Neben einigen beachtlichen Top-Ten-Platzierungen unterhalb der Profis gab es auch Enttäuschungen wie die hoch gehandelten U23-Männer, die sogar die Top 20 nicht erreichten. Im vergangenen Jahr in Kigali war German Cycling komplett ohne Medaille geblieben.

+++ Koch verpasst WM-Medaille - Vollering triumphiert +++

Die als Medaillenkandidatin gehandelte Franziska Koch hat ihr zweites Edelmetall bei den Straßenrad-Weltmeisterschaften in Montreal deutlich verpasst. Die 26 Jahre alte Roubaix-Siegerin fuhr nach 180,1 Kilometern und 2570 Höhenmetern auf Platz zehn und lag damit 5:51 Minuten hinter der neuen Weltmeisterin Demi Vollering aus den Niederlanden. Silber ging an Kasia Niewiadoma-Phinney aus Polen, Bronze gewann die Italienerin Elisa Longo Borghini.

+++ Schwerer Sturz bei Rad-WM: Zwei Fahrerinnen im Krankenhaus +++

Nach einem schweren Sturz im Straßenrennen der Rad-WM sind zwei Fahrerinnen ins Krankenhaus gebracht worden. Rund 95 Kilometer vor dem Ziel kamen auf dem Rundkurs in Montreal etwa 15 Fahrerinnen zu Fall. Die Schwedin Caroline Andersson und die Australierin Lauretta Hanson wurden zur Beobachtung ins Krankenhaus gebracht. Deutsche Fahrerinnen waren nicht betroffen.

Andersson lag mit blutigem Gesicht auf dem Rücken, ihr wurde von Sanitätern umgehend eine Halskrause angelegt. Ein Mitglied des schwedischen Teams informierte, dass die 25-Jährige bei Bewusstsein und auf dem Weg ins Krankenhaus sei. Über die Schwere der Verletzungen gab es zunächst keine Informationen.

Blasi kritisiert Risiko
Laut australischen Medienberichten befindet sich auch Hanson im Krankenhaus. Die 31-Jährige hatte nach dem Crash lange regungslos auf dem Asphalt gelegen.

Die Titelverteidigerin Magdeleine Vallieres aus Kanada, die WM-Zweite Niamh Fisher-Black aus Neuseeland, Kim le Court aus Mauritius sowie das spanische Top-Talent Paula Blasi waren ebenfalls in den Sturz involviert - und büßten dadurch ihre Medaillenchancen ein. «Als wir auf den Rundkurs gekommen sind, wurde es verrückt. Da wurde viel zu hohes Risiko gegangen», sagte Blasi nach ihrer Aufgabe. Vallieres und Fisher-Black gaben das Rennen später ebenfalls auf.

+++ U23-Männer verpassen WM-Medaille deutlich +++

Der deutsche Verband muss weiter auf die zweite Medaille bei der Straßenrad-WM in Montreal warten. Die stark eingeschätzten U23-Männer verpassten Edelmetall klar, Moritz Mauss war als 21. bester Deutscher in dem 174,2 Kilometer langen Rennen. Die fünf deutschen Fahrer lagen lange gut im Rennen, verpassten im Finale jedoch die entscheidenden Attacken. So bleibt Bronze im Einzelzeitfahren durch Franziska Koch die bisher einzige Medaille für German Cycling.

"Das ist eine riesengroße Enttäuschung. Das war einfach weit unter unseren Möglichkeiten. Uns war klar, dass wir nicht den Favoriten dabei hatten, aber eine von Grund auf gute Mannschaft", sagte Mauss, der für den Nachwuchs von Tadej Pogacars UAE-Team fährt.

Gold in der Nachwuchsklasse sicherte sich der US-Amerikaner Ashlin Barry als Solist. Mit 53 Sekunden Rückstand belegte der als Favorit eingestufte Spanier Hector Alvarez vor dem Norweger Jesper Stiansen den zweiten Platz.

Die nächste und wohl letzte Medaillenchance für die Deutschen gibt es am Samstag. Im Straßenrennen der Frauen hat Franziska Koch sehr gute Chancen, auch Liane Lippert kann sich Hoffnungen machen. Die letzte Medaille im Straßenrennen liegt bereits zwölf Jahre zurück. Damals holte Lisa Brennauer im spanischen Ponferrada Silber.

+++ Rad-Talent Czapla verpasst U23-Medaille bei WM +++

Das deutsche Rad-Talent Justyna Czapla hat bei der WM in Montreal eine Medaille im U23-Rennen verpasst. Nach einer dennoch überzeugenden Vorstellung belegte die gebürtige Polin nach 134 Kilometern Platz neun. Gold ging an die Slowakin Viktoria Chladonova, die 1:16 Minuten vor Czapla das Ziel erreichte. Die Kanadierin Isabella Holmgren holte Silber vor Fleur Moors aus Belgien.

"Ich hatte mir schon ein Podium gewünscht, aber es war einfach nicht drin. Am Ende waren die anderen zu stark, um die Lücke zu schleißen. Mit der Leistung kann ich zufrieden sein", sagte Czapla.

Keine Kraft am Ende
Die deutsche Mannschaft fuhr lange Zeit sehr aufmerksam, hielt Kapitänin Czapla aus dem Wind und schloss Lücken. Etwa 30 Kilometer vor dem Ziel setzte sich allerdings das Trio der Favoritinnen Holmgren, Chladonova und Moors ab. Czapla konnte nicht mitgehen, blieb aber in der Verfolgergruppe.

Auf dem ersten längeren Anstieg der Schlussrunde verlor Czapla dann kurzzeitig den Anschluss. Das war der entscheidende Moment für die 22-Jährige, um eventuell doch noch einmal in den Medaillenkampf einzugreifen. "Ich hatte nicht die Beine, um da mitzugehen. Wir sind bis zum Ende Vollgas gefahren, aber kamen nicht mehr heran", sagte Czapla.

+++ Platz fünf: Deutsches Mixed-Team verpasst WM-Medaille +++

Die deutsche Mixed-Staffel hat bei den Straßenrad-Weltmeisterschaften in Montreal die erhoffte Medaille deutlich verpasst. Maximilian Walscheid, Nikias Arndt, Jasha Sütterlin sowie Ricarda Bauernfeind, Antonia Niedermaier und Franziska Koch belegten am Ende des 40,6 Kilometer langen Kurses nur Platz fünf. Zum drittplatzierten Team aus der Schweiz fehlten 29 Sekunden.

"Natürlich ist man enttäuscht. Aber wenn jemand defekt hat, dann kann man das nicht beeinflussen. So etwas passiert", sagte Niedermaier. Bauernfeind war früh die Kette heruntergesprungen, sodass die deutschen Frauen fast den ganzen Kurs zu zweit fahren mussten.

Den Titel sicherte sich Italien mit acht Sekunden Vorsprung vor Frankreich. In der Disziplin sind die Deutschen eigentlich erfolgsverwöhnt. 2021 holte man den Titel, 2024 und 2019 Silber sowie 2023 Bronze. Unvergessen ist das Drama von Zürich vor zwei Jahren, als nur 0,85 Sekunden zu Gold fehlten. 2025 hatte man wegen diverser Erkrankungen eine Medaille verpasst.

Arndt und Bauernfeind lassen abreißen
Die beiden deutschen Trios mussten ihre Fahrt schon früh zu zweit fortsetzen. Sowohl Arndt als auch Bauernfeind konnten dem Tempo der Teamkollegen nicht mehr folgen. «Das ist immer ein hartes Brot. Aber es kann immer passieren, dass ein Fahrer nicht mehr mitkann», sagte Arndt. "Es ist ein sehr technischer Kurs, die Straßenverhältnisse waren teilweise schlecht. Das Gute ist, dass man den Kurs auch zu zweit ganz gut absolvieren kann."

Beim Wechsel fehlten dem deutschen Team 16 Sekunden auf Bronze, zu Gold waren es bereits 28 Sekunden. Die Hoffnung lag auf dem starken Frauen-Trio mit der im Einzel mit Bronze dekorierten Koch. Doch schon früh im Rennen musste Bauernfeind wegen eines Defekts abreißen lassen, was die Taktik zunichtemachte.

Koch zeigte zwar gerade auf dem letzten Teil eine starke Leistung, doch das allein reichte nicht. "Ich war schon nach drei Kilometern am Limit und wenn man dann noch zu zweit ist, werden die Erholungsphasen kürzer. Wir müssen schauen, was wir beim nächsten Mal besser machen können", sagte Koch.

+++ Vierter WM-Titel: Evenepoel knackt Martin-Rekord +++

Remco Evenepoel ist zum vierten Mal Weltmeister im Einzelzeitfahren und hat damit den Rekord von Tony Martin eingestellt. Mit einer überlegenen Vorstellung gewann der belgische Ausnahme-Radprofi in Montreal mit 57 Minuten Sekunden Vorsprung vor dem Italiener Filippo Ganna. Bronze ging an Paul Seixas. Dem 19 Jahre alte französischen Top-Talent fehlten 1:13 Minuten auf Evenepoel.

Wie bereits Martin (2011-13/2016) und der Schweizer Fabian Cancellara (2006/2007/2009/2010) krönte sich Evenepoel zum vierten Mal zum besten Zeitfahrer der Welt. Dem 26-Jährigen gelangen seine Triumphe allerdings direkt hintereinander. In der WM-Wertung des Weltverbandes UCI liegen Evenepoel und Martin mit nun vier Titeln, einmal Silber und zweimal Bronze gleichauf. Cancellara gewann dreimal Bronze.

Die deutschen Starter Jasha Sütterlin und Maximilian Walscheid verpassten auf den Plätzen 14 und 27 ein Top-Ergebnis. Während Sütterlin mit seiner Leistung die Zielsetzung erfüllte, war Walscheid sichtlich enttäuscht und im Ziel noch ratlos. "Das war schon unter meinen Erwartungen. Ich hatte mich im Vorfeld ein bisschen weiter vorn gesehen", sagte Walscheid im ZDF.

+++ Koch gewinnt überraschend Bronze +++

Franziska Koch hat einen Gold-Coup im Einzelzeitfahren der Straßenrad-Weltmeisterschaften verpasst, der deutschen Mannschaft aber einen überraschend starken Auftakt beschert. Die deutsche Meisterin gewann auf dem 39,2 Kilometer langen Kurs von Montreal Bronze, zur siegreichen Titelverteidigerin Marlen Reusser fehlten ihr 45,54 Sekunden. Silber ging an die junge Britin Zoe Backstedt, die 40,11 Sekunden langsamer als die Schweizerin war.

Die im Vorfeld ebenfalls als Medaillenkandidatin eingeschätzte Antonia Niedermaier erwischte keinen guten Tag und belegte am Ende Platz sieben mit 1:49 Minuten Rückstand. In der WM-Geschichte hatte es bisher viermal Gold für deutsche Radrennfahrerinnen gegeben, Hanka Kupfernagel (2007), Judith Arndt (2011, 2012) und Lisa Brennauer (2014) hatten triumphiert.

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