DFB-Pokal: Was die Sky-Übernahme durch RTL für Fußballfans bedeutet
Beim großen Medien-Deal geht es um mehr als 150 Millionen Euro und vor allem um Fußball. Was heißt das für die Kunden, die Konkurrenten und die neuen Kollegen?
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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Für Fußballfreunde ist diese Fusion eine feine Sache. Seit Anfang Juni gehört der Bezahlsender Sky zur RTL-Gruppe, und bisher dürfen Fans ohne Abonnement mit den Folgen der Übernahme äußerst zufrieden sein. Denn es gibt mehr Spiele der Fußball-Bundesliga im frei empfangbaren Fernsehen als je zuvor. Bis zu elf Erstliga-Partien pro Saison geben die TV-Verträge nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur her. Das findet aber nicht jeder gut.
RTL-Deutschland-Chef Stephan Schmitter versprach nach Abschluss des spektakulären Deals, "mehr Spiele der 1. und 2. Bundesliga als jemals zuvor im Free-TV bei RTL" auszustrahlen. "Wir werden versuchen, aus dem Rechtepaket das Maximum für die Fans herauszuholen", sagte Schmitter.
300 Prozent mehr Live-Spiele im Free-TV möglich
Wird das tatsächlich umgesetzt, wird es bei den Live-Übertragungen der Fußball-Bundesliga im frei empfangbaren Fernsehen eine Steigerung von deutlich mehr als 300 Prozent geben. Bisher sind es drei Erstliga-Spiele, die Sat.1 pro Spielzeit zeigt. Sie gehören zu einem Rechtepaket von ProSiebenSat.1 mit neun Spielen, zu dem auch der Supercup, vier Relegationspartien und der Zweitliga-Auftakt gehören.
RTL kann nun aber zehn Begegnungen aus dem von Sky gekauften Pay-TV-Paket für Freitags- und Samstagsspiele zeigen. Außerdem kann eine Toppartie aus einer englischen Woche kostenfrei gezeigt werden. Insgesamt sind es also elf Erstliga-Partien, mit denen RTL ohne große Zusatzkosten Werbeeinnahmen erzielen kann.
"Das ist aber auch super für uns"
Kurios: Laut TV-Vertrag besitzt ProSiebenSat.1 ein Erstverhandlungsrecht, wenn Sky die sogenannten Free-Trial-Optionen nutzt. Es erscheint aber nicht sehr wahrscheinlich, dass die neue RTL-Tochter diese Rechte an den größten Konkurrenten verkauft, statt sie intern weiterzugeben. So ist es nicht überraschend, dass RTL am ersten Spieltag das Sky-Spiel RB Leipzig gegen Borussia Mönchengladbach zeigt.
Während sich die ProSiebenSat.1-Macher das ungewöhnliche Fusionsexperiment skeptisch anschauen, sagte der zum RTL-Sport-Chefredakteur aufgestiegene Alexander Rösner: "Das ist super für die Zuschauer, das ist aber auch super für uns." Und auch für die Kunden von Sky gebe es "viele Vorteile".
Nur noch ein Jahr Europapokal
Tatsächlich erhalten Sky-Abonnenten mehr Fußball bei unveränderten Preisen. In der Saison 2026/27 laufen bis zu zehn RTL-Live-Übertragungen der Europa und der Conference League auch auf Sky Sport, darunter in der Regel auch die Spiele mit deutscher Beteiligung. Allerdings nur eine Saison. Dann übernimmt der Konkurrent DAZN die kleinen Europapokalwettbewerbe.
Auch für Kunden des zweiten Pay-Kanals der zu Bertelsmann gehörenden Medien-Gruppe gibt es in dieser Saison mehr Fußball: RTL+ zeigt erstmals alle 63 Live-Spiele des DFB-Pokals. Dafür übernimmt der Pay-Kanal laut Mitteilung das vollständige Live-Signal von Sky inklusive der Konferenzen sowie der Vor- und Nachberichterstattung.
"Das wird auch Auswirkungen auf das Personal haben"
Auch für Fans ohne Abonnement gibt es mehr DFB-Pokalspiele. In der ersten Runde sind es gleich drei Partien - was den Wert der von ARD und ZDF erworbenen Free-TV-Rechte nicht unbedingt steigert. Zudem sind mindestens drei Sonntagskonferenzen der 2. Bundesliga gratis bei RTL eingeplant.
Und was heißt der von der EU-Kommission genehmigte Medien-Deal für die Sport-Mitarbeiter von Sky und RTL? Bisher ist nur der Abgang von Charly Claaßen öffentlich, der Sky-Sportchef und Mitglied der Geschäftsführung war. Weitere Veränderungen sind noch nicht bekanntgeworden.
Es muss gespart werden
Doch Bertelsmann-Chef Rabe hat bereits nach der Genehmigung der Sky-Übernahme durch die EU-Kommission angekündigt, dass die Unternehmen zusammengeführt und weiter verschlankt werden sollen. "Das wird auch Auswirkungen auf das Personal haben", sagte Raabe.
Es muss also gespart werden. Schließlich beträgt der Kaufpreis rund 150 Millionen Euro - mindestens. Hinzu kommt noch eine variable Komponente, die an den Aktienkurs der RTL Group gekoppelt ist und bis zu 377 Millionen Euro zusätzlich betragen kann.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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kns/roj/news.de
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