Yemisi Mabry: ARD-Interview sorgt für Ärger - deutscher Kugelstoßerin platzt der Kragen

Yemisi Mabry holte bei der Leichtathletik-EM in Birmingham die erste Medaille für Deutschland. Doch nach der Freude über ihren Triumph platzte der deutschen Kugelstoßerin der Kragen. Auf Instagram machte sie ihrem Ärger über ein ARD-Interview Luft.

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Die deutsche Kugelstoßerin Yemisi Mabry zeigte sich verärgert über ein ARD-Interview bei der Leichtathletik-EM in Birmingham. (Foto) Suche
Die deutsche Kugelstoßerin Yemisi Mabry zeigte sich verärgert über ein ARD-Interview bei der Leichtathletik-EM in Birmingham. Bild: picture alliance/dpa | Sven Hoppe
  • Deutsche Kugelstoßerin Yemisi Mabry verärgert über ARD-Journalisten
  • Nach dem Bronzemedaillen-Gewinn bei der Leichtathletik-EM rechnet sie auf Instagram mit Claus Lufen und Frank Busemann ab
  • Grund: Im Interview nach ihrem Finaleinzug wurde ihre Niederlagen-Statistik zum Thema gemacht

Große Freude bei der Leichtathletik-EM in Birmingham: In den ersten Wettkampftagen konnten deutsche Sportlerinnen und Sportler bereits einige Medaillen sammeln. Das erste Edelmetall für die Bundesrepublik holte am Montagabend Kugelstoßerin Yemisi Mabry. Dennoch zeigte sich die Olympiasiegerin von 2024 nach ihrem Triumph verärgert. Grund war die Berichterstattung in der ARD. Auf Instagram ging sie hart mit Moderator Claus Lufen und Experte Frank Busemann ins Gericht.

Yemisi Mabry rechnet mit Claus Lufen und Frank Busemann auf Instagram ab

Der Stein des Anstoßes: ein Interview, das Lufen mit Mabry unmittelbar nach ihrer erfolgreichen Qualifikation fürs Finale geführt hatte. In mehreren Instagram-Stories machte die 27-Jährige ihren Ärger darüber Luft. Konkret störte sich Mabry an einer Passage, in der Lufen sie fragte: "Der Kollege Busemann hat herausgearbeitet, dass in diesem Jahr Frau Schilder aus den Niederlanden neunmal vorn war und Yemisi einmal quasi bei den Bestleistungen mit dabei war. Was heißt das für das Finale heute Abend?" Die Kugelstoßerin konterte: "Das juckt mich ehrlicherweise gar nicht." Den Rest des Interviews schnitt sie aus der Instagram-Story heraus. Stattdessen fügte sie der Sequenz folgende deutliche Worte hinzu:

  • "POV: Deutscher Sportjournalismus at its finest. Finale erreicht und statt Rückenwind gibt's erstmal eine Aufzählung deiner Niederlagen."
  • Zu dem Text teilte Mabry außerdem ein Clown-Emoji.

Deutsche Kugelstoßerin ärgert sich über Interview nach Finaleinzug bei Leichtathletik-EM

In einer weiteren Instagram-Story holte Mabry zum Rundumschlag aus. Nach der Qualifikation erlebe man "Adrenalin. Erleichterung. Stolz. Nervosität. Alles gleichzeitig" – und dann werde einem statt eines simplen Glückwunschs die Statistik um die Ohren gehauen. "Wir sind Athleten. Keine Maschinen", stellte sie klar. "In diesen Momenten sind wir emotional und vielleicht selbst noch dabei, das Erlebte zu verarbeiten. Und dann wird nicht Mut gemacht, sondern erstmal die Statistik unserer Niederlagen ausgepackt?"

Yemisi Mabry übt Kritik an ARD-Reportern: "Keine journalistische Glanzleistung"

Besonders an Busemann, der 1996 in Atlanta selbst Olympiasilber im Zehnkampf erkämpft hatte, richtete sie scharfe Worte und kritisierte ihn für das Vorhalten ihrer Niederlagen-Statistik: "Wo bleibt da das nötige Fingerspitzengefühl und die Empathie für den Menschen hinter der Leistung?" Ihre Kritik ging noch weiter: "Ich gewinne später die erste Medaille für Deutschland und auch danach: negative, provokante Fragen. Ihr redet davon, dass Deutschlands Athleten die Leichtathletik wieder groß machen sollen. Dann fangt bitte bei euch selbst an, einen positiven Beitrag zu leisten."

Mabry stellte weiter klar, dass die Athletinnen und Athleten "Leistung unter Druck" liefern. "Wir stellen uns Kritik. Wir geben euch unsere Zeit, unsere Zeit und unsere Emotionen" Sie erwarte von Journalisten "genauso Leistung, Respekt und Professionalität". Sie forderte die Reporter auf, selbst ihre Leistung nach solchen Interviews zu hinterfragen. "Denn ganz ehrlich: Das war keine journalistische Glanzleistung."

In ihrer Instagram-Story rechnete Kugelstoßerin Yemisi Mabry mit ARD-Moderator Claus Lufen und dem Leichtathletik-Experten Frank Busemann ab. (Foto) Suche
In ihrer Instagram-Story rechnete Kugelstoßerin Yemisi Mabry mit ARD-Moderator Claus Lufen und dem Leichtathletik-Experten Frank Busemann ab. Bild: Screenshot Instagram yemimagdalena / SCREEN

ARD-Experte äußert sich zu Vorwürfen von Yemisi Mabry

Der ARD-Experte reagierte auf die Vorwürfe gegenüber "Bild". "Eigentlich wollte ich ihr den roten Teppich ausrollen, damit sie vollkommen befreit und ohne Druck stoßen kann und nicht, dass sie daran gemessen wird, dass sie Olympiasiegerin ist", erklärte Busemann. Die Statistik sollte also nicht demotivieren, sondern befreien. "Aber leider ist das wohl falsch bei mir angekommen", räumte er ein. Moderator Lufen äußerte sich nicht selbst öffentlich, sieht die Situation laut Busemann aber ähnlich.

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