Bundesliga News: Retro, Designer und Stars: Fußball-Trikots als Mode-Hype
Vintage-Trikots für mehrere hundert Euro, extravagante Designs und Stars wie Dua Lipa: Warum Fußball-Shirts heute als Fashion-Statements gefeiert werden.
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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Jamal Musiala, Zinédine Zidane und Diego Maradona alle in der gleichen Strandbar auf Mallorca? Nicht nur an beliebten Urlaubsorten fällt auf, dass Fußball-Trikots inzwischen längst nicht mehr nur auf dem Sportplatz oder im Stadion getragen werden. Die Jerseys sind ein Modeobjekt geworden. Sogar Weltstars wie Sabrina Carpenter, Snoop Dogg oder Timothée Chalamet werden in den Shirts abgelichtet.
"Das Ganze kann man sehr gut einordnen in einen Trend, den ich als Versportlichung des Alltags, aber auch Versportlichung der Mode klassifizieren kann", sagt der Fußball- und Fanforscher Harald Lange der Deutschen Presse-Agentur.
Das sei kein ganz neues Phänomen, ähnliche Entwicklung gab es früher schon mit Sportschuhen und Kleidungsstücken bestimmter Hersteller, so Lange. "Diese ganze Entwicklung hat sich immer mehr zugespitzt in Richtung Personalisierung."
Wer Messi, Ronaldo oder Haaland auf dem Rücken zu stehen hat, sende damit eine klare Botschaft aus. "Dann zeigt man, dass diese Spieler quasi als Idole, als Wertemaßstab dem eigenen Leben voranstehen und dass man sich in die Nähe begeben will und auch gern hinterherläuft", sagt Lange.
Das sind die Gründe für die Retro-Welle
Dabei spielen auch Retro-Trikots eine große Rolle. Es gibt zahlreiche Online-Shops, die alte oder nachgemachte Jerseys verkaufen. Für die wirklich authentischen Vintage-Stücke können schon mal mehrere hundert Euro aufgerufen werden. In deutschen Städten gibt es Läden, die sich auf den Verkauf solcher Stücke spezialisiert haben.
"Diese Retrowellen kommen aus vielen Gründen. Man kann sich so an seine eigene Vergangenheit erinnern, man kann sich an die Vergangenheit der Eltern erinnern", sagt der Trendforscher Eike Wenzel. "In unserer Gesellschaft gucken wir uns die Retro-Trends immer dann gerne an, wenn wir das Gefühl haben, uns kommt die Zukunft ein bisschen abhanden."
Es ist für Fußball-Feinschmecker und Trikotsammler aber auch eine Möglichkeit ihre Expertise zur Schau zu stellen. Lange erklärt: "All diese Facetten lassen sich bündeln unter den Oberbegriffen Orientierung, Werte, Statement."
"Blokecore": Fußball wird zur Modemarke
Doch Fußball ist eben auch ein weltweites Massenphänomen. Wenzel sieht ein wachsendes Interesse: "Mittlerweile kriegt auch jedes Kind, das aus dem Urlaub kommt, ein Trikot mitgebracht von dem Ort, wo die Eltern zufällig einen Badeurlaub gemacht haben."
Mit dem Trend "Blokecore" haben Menschen die Trikots für sich entdeckt, die sich mehr für Mode-Statements und spannende Designs als für pixelige YouTube-Videos von Johan Cruyff interessieren. Der Begriff ist eine Zusammensetzung aus dem britischen Begriff für "Kerl" und dem Anhang "core", der für einen Stil steht.
So wurden etwa Trikots der AS Rom besonders begehrt, als sich Kim Kardashian in einem Shirt des italienischen Clubs zeigte. Sängerin Dua Lipa und die Band Oasis, selbst große Fans von Manchester City, verkaufen Shirts im Trikot-Look. Auch Modeketten springen auf den Trend auf. "Es ist eine Mode- und eine Stilentscheidung heute, diese Trikots zu tragen", findet Wenzel. Fußball sei "eine globale Modemarke geworden".
Geplante Provokation mit ausgefallenen Designs?
Das haben natürlich auch die Trikot-Hersteller selbst gemerkt. Gern werden alte Trikots neu aufgelegt oder neue Jerseys optisch mit nostalgischen Elementen gespickt. Dazu gibt es Kollaborationen mit Designern oder Modemarken. Und mitunter auch gezielt gesetzte Aufreger.
Lange erinnert an das Auswärtstrikot der deutschen Nationalmannschaft für die EM 2024 in aufsehenerregendem pink und lila. Erst gab es hitzige Diskussionen und dann wurde es zum Verkaufsschlager. "Das war so ein ganz klassischer Designer-Move, dass eben die Regeln der Modebranche schon längst bei den Sportartikelherstellern angekommen sind, dass sie selbst schon Trends setzen mit ihren Designs, mit ihren Farbgebungen, mit der Präsentation dieser Trikots", erklärt der Forscher.
Erst in dieser Woche präsentierte Borussia Dortmund ein Ausweichtrikot in der Farbe Lila und sorgte für Fan-Diskussionen. Nicht ausgeschlossen, dass das vielfach in den sozialen Medien geteilte Jersey irgendwann zum Kultobjekt wird.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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kns/roj/news.de
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