Wegen Infantinos Investoren-Plänen: UEFA geht auf die Barrikaden und droht WM-Boykott an
Alle 55 europäischen Fußballverbände drohen geschlossen damit, die FIFA-Weltmeisterschaften zu boykottieren. Der Grund ist ein 4,2-Milliarden-Dollar-Deal, den FIFA-Boss Infantino hinter verschlossenen Türen eingefädelt hat.
Erstellt von Claudia Löwe - Uhr
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- UEFA kündigt WM-Boykott nach Infantino-Plänen an: "Die WM ist nicht verkäuflich!"
- FIFA-Boss will Fußball-Weltmeisterschaft an Investoren verschachern
- Europas Widerstand gegen den Weltverband: Geschlossener Boykott von 55 Nationen angedroht
Für gewöhnlich ist das Thema FIFA-Weltmeisterschaft wenige Tage nach dem Finale einer Fußball-WM erstmal vom Tisch - doch in diesem Jahr geht der Wirbel um die Weltmeisterschaft nach dem Endspiel erst richtig los. Kaum hatte FIFA-Boss Gianni Infantino seine milliardenschweren Pläne für die Zukunft der Fußball-WM offenbart, spitzt sich der Machtkampf in der Fußballwelt zu. Findet das FIFA-Turnier künftig ohne europäische Fußballnationen statt?
Fußball-Krieg spitzt sich zu: UEFA droht mit WM-Boykott wegen Infantino-Plänen
Das Szenario ist alles andere als ein Fantasiegebilde, denn sämtliche 55 Mitgliedsverbände der UEFA haben sich geschlossen für einen Boykott von FIFA-Wettbewerben ausgesprochen. Der Beschluss fiel Ende Juli 2026 nach übereinstimmenden Berichten von "Sky News" und der "Times" einstimmig – bei einer digitalen Dringlichkeitssitzung, die angesichts der explosiven Lage kurzfristig einberufen worden war.
Europas Fußballnationen gegen Gianni Infantinos Milliardenplan
Die Boykottdrohung richtet sich gegen den Plan von FIFA-Präsident Gianni Infantino, kommerzielle Rechte an der Weltmeisterschaft an private Geldgeber zu veräußern. Betroffen wären sowohl die Männer-WM 2030 als auch die Frauen-Weltmeisterschaft im Sommer 2027 in Brasilien. Damit stellt sich der gesamte europäische Fußball mit 55 UEFA-Nationen geschlossen gegen den Weltverband. Ein offizielles Statement der UEFA folgte kurz nach dem Treffen, in dem der Kontinentalverband seine Position unmissverständlich klarstellte.
"Die WM ist nicht verkäuflich" – UEFA geht auf Konfrontationskurs
In einer anschließend veröffentlichten Erklärung fand die UEFA drastische Worte. "Die Weltmeisterschaft kann nicht als Anlageprodukt behandelt werden", heißt es darin. Sie sei über Generationen hinweg von Spielern, Nationalmannschaften und Fans auf allen Kontinenten aufgebaut worden. "Kein Teil davon sollte jemals an private Investoren abgetreten werden. Die WM ist nicht verkäuflich."
Statement on behalf of UEFA and its 55 National Associations
— UEFA (@UEFA) July 30, 2026
Die Art und Weise, wie der Deal vorbereitet wurde, bezeichnete der europäische Verband als "verantwortungslos und nicht zu rechtfertigen". Ein Vorhaben dieser Tragweite sei im Verborgenen entwickelt und ohne jede ernsthafte Konsultation an den Rand der Umsetzung gebracht worden. Dies stelle "nicht nur ein tiefgreifendes Versagen der Führung dar, sondern eine Aufgabe der Fürsorgepflicht der FIFA als Hüterin des Weltfußballs". Den Verbänden weltweit werde nun ein Ultimatum gestellt – die UEFA sprach von "Einschüchterung statt Demokratie".
Infantino fädelte Milliardendeal hinter verschlossenen Türen ein
Auslöser des Konflikts ist ein am 28. Juli bekanntgewordener Plan der FIFA, ihre kommerziellen Rechte in einer neuen Tochtergesellschaft namens FIFA Forward Enterprise (FFE) zu bündeln. Dazu zählen Übertragungsrechte, Sponsoring, Ticketing und Lizenzgeschäfte rund um sämtliche FIFA-Turniere im Männer-, Frauen- und Jugendfußball.
Über diese Gesellschaft will der Weltverband private Investoren an Bord holen – als Minderheitsbeteiligte ohne operative Kontrolle, wie die FIFA betont. Die angestrebte Kapitalbeschaffung beläuft sich auf bis zu 4,2 Milliarden US-Dollar, basierend auf einer implizierten Gesamtbewertung von 20 Milliarden Dollar.
Sämtliche Erträge aus dem Konstrukt sollen laut FIFA vollständig in den Fußball zurückfließen. Die UEFA hält dagegen: Sobald externe Geldgeber Eigentumsanteile an FIFA-Wettbewerben erwerben, werde sich der Fußball unwiderruflich verändern – kommerzielle Rendite würde zur dauerhaften Verpflichtung.
FIFA-Boss Infantino verteidigt Milliarden-Deal als "einmalige Chance"
FIFA-Chef Infantino stellte sich in einer Videobotschaft am Mittwochabend hinter das Vorhaben. Der Einstieg externer Geldgeber sei eine "einmalige Chance, die weltweite Entwicklung des Fußballs deutlich zu beschleunigen". Konkret sollen die Fördergelder pro Mitgliedsverband von derzeit 8 Millionen auf 20 Millionen US-Dollar im Zyklus 2027 bis 2030 steigen. Zusätzlich könnten die 211 Verbände über ein freiwilliges Programm jeweils bis zu 20 Millionen Dollar an einmaligem Kapital abrufen.
Für die Zustimmung setzte der Weltverband den Verbänden eine Frist bis zum 19. September. Die potenzielle Investorengruppe soll von der Holdinggesellschaft Thrive Eternal angeführt werden. Als zentraler kommerzieller Berater fungiert laut FIFA Greg Maffei, der frühere Chef von Liberty Media während dessen Übernahme der Formel 1. Laut "Daily Mail" gehört auch Joshua Kushner zu den möglichen Investoren.
DFB schließt sich UEFA-Boykott an - auch Asien und CONCACAF skeptisch
Auch aus Deutschland kam klare Ablehnung. DFB-Präsident Bernd Neuendorf und Vizepräsident Hans-Joachim Watzke positionierten sich bereits am 29. Juli eindeutig gegen den Investorenplan. "Die Akzeptanz der Fans dürfen wir nicht verlieren, aber wir sind auf dem besten Wege, diese Akzeptanz zunichtezumachen. Das halte ich für überaus problematisch und nicht zustimmungsfähig", erklärte Neuendorf im ZDF.
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Der Widerstand beschränkt sich jedoch nicht auf Europa. Der Präsident des asiatischen Fußballverbands, Scheich Salman, äußerte laut "Daily Mail" seine "große Besorgnis und Enttäuschung" darüber, dass die FIFA die Pläne ohne Abstimmung mit den Konföderation vorbereitet habe. Auch der nord- und mittelamerikanische Verband CONCACAF, der 41 Länder vertritt, reagierte mit früher Skepsis auf den Vorstoß. Infantinos Vorhaben droht damit weit über Europa hinaus auf Ablehnung zu stoßen.
Fußball-Weltmeisterschaft künftig ohne Europa?
Die Konsequenzen eines tatsächlichen Boykotts wären verheerend – für die FIFA ebenso wie für potenzielle Geldgeber. Ohne europäische Schwergewichte wie Weltmeister Spanien, England, Frankreich und Deutschland würde das Turnier seinen sportlichen Kern verlieren. Kein Investor dürfte bereit sein, Milliarden in ein Produkt zu stecken, dem die zugkräftigsten Mannschaften fehlen.
Ein Insider aus dem internationalen Fußball ordnete die Lage gegenüber der "Daily Mail" drastisch ein: "Das hier liegt am äußersten Ende des Spektrums – am Atomknopf." Die UEFA machte in ihrer Erklärung unmissverständlich klar, dass europäische Nationalteams an keinem FIFA-Wettbewerb teilnehmen werden, solange die Pläne nicht vollständig vom Tisch sind und verbindliche Garantien vorliegen, dass die FIFA ihre Turniere niemals wieder für privates Eigentum öffnet.
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loc/news.de/dpa
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