Frankfurt / Main News: Der Klopp-Kosmos: Vom engen Berater bis zum Ex-Spieler
Das neue Machtzentrum im DFB wird von Jürgen Klopp verkörpert. Der Bundestrainer scharrt wichtige Helfer und enger Vertraute um sich. Einer steht im Fokus, auch wenn er im Hintergrund agieren wird.
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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Jürgen Klopp kommt als Retter in der Not zum Deutschen Fußball-Bund. Und der 59-Jährige verdeutlichte gleich bei seiner Vorstellung in Frankfurt, dass er ein ziemlich mächtiger Bundestrainer sein will und sein wird. Er ist der Chef. Einer, der sich um mehr kümmert, als "nur" um die Renaissance der Nationalelf nach dem nächsten WM-Debakel in Amerika.
"Wir wollen jeden Stein umdrehen", kündigte Klopp auf dem Verbandscampus an. Und er fügte direkt hinzu: "Dafür muss man seine Leute haben, die sich gemeinsam mit mir darum kümmern." Wer sind diese Leute? Wer zählt zum Klopp-Kosmos? Er reicht vom engen Berater bis zum ehemaligen Spieler.
Der besondere "Co-Trainer" und engste Vertraute
Dieses Gesicht wird künftig in der Öffentlichkeit deutlich präsenter sein als bisher. Klopp war es selbst, der seinen langjährigen Berater Marc Kosicke als seinen "Co-Trainer für Strategie, Entwicklung und Innovation" vorstellte. Bei der Pressekonferenz in Frankfurt saß der 55-Jährige vorne in der ersten Reihe.
Fußballfans kennen Kosicke vermutlich unbewusst aus dem Fernsehen. In einem Werbespot einer Versicherung, für die Klopp als Markenbotschafter im Einsatz ist, sitzt der Mann mit der Glatze diesem am Schreibtisch gegenüber.
Und Kosicke saß auch mit am Tisch, als DFB-Präsident Bernd Neuendorf und Vize Hans-Joachim Watzke kurz nach dem Aus von Julian Nagelsmann mit ihrem "Wunschkandidaten" Klopp in New York verhandelten.
Erstaunlich: In der DFB-Mitteilung zu Klopp tauchte der Name Kosicke und dessen Funktion gar nicht auf. Neuendorf erklärte, dass Kosicke ein "externer Mitarbeiter" sein werde, der freilich "jeden Zugang im Verband" erhalten werde - bis hinauf in sein Büro. Alle "organisatorische Dinge für das gesamte Trainerteam" werden zukünftig bei Kosicke zusammenlaufen.
"Es war ganz klar, dass die beiden so eng miteinander verwoben sind, dass sie nur im Paket zu haben sind", bekannte Neuendorf. Kosicke werde "eine wichtige Schnittstelle" sein. Dieser ist seit rund zwei Jahrzehnten Klopps wichtigster Ratgeber. Er hat quasi die Rolle des Trainer-Beraters erfunden. Auf ihn geht auch das legendäre "Mia-san-mia"-Motto des FC Bayern zurück.
Kosicke wird künftig nicht mehr für andere Trainer tätig sein. Klar ist: An dieser Personalie lässt sich die riesige Einflusssphäre Klopps am besten ablesen. Bezahlt wird Klopps Intimus übrigens auch vom DFB.
Die sportlichen Co-Trainer
Peter Krawietz (54), Pepijn Lijnders (43), Sven Bender (37). Dieses Trio bildet im Nationalmannschafts-Alltag die engsten Zuarbeiter des Chefcoaches. Klopp sprach vom bestmöglichen Trainerteam. Krawietz und Lijnders sind jahrelange Weggefährten. Beim FC Liverpool etwa wurden sie mit Klopp Champions-League-Sieger und englischer Meister.
Neu hinzu kommt Klopps Dortmunder Ex-Spieler Sven Bender. "Er ist ein junger Trainer, der zu seiner aktiven Zeit Nationalspieler war und schon in den U-Mannschaften beim DFB gearbeitet hat. Er kennt im Gegensatz zu mir die Abläufe rund um die Nationalmannschaft", äußerte Klopp über Bender.
Der Sportdirektor: Rudi Völler
Aufs Schlussbild am Ende der 65 Minuten dauernden Klopp-Präsentation durfte auch Rudi Völler. Der Sportdirektor war derjenige, der vor knapp drei Jahren Nagelsmann nach der Trennung von Hansi Flick als "Wunschlösung" zum DFB lotste. Nagelsmann musste nach dem WM-Flop in Amerika vorzeitig gehen.
Der 66 Jahre alte Völler darf dagegen seinen Vertrag bis zur EM 2028 erfüllen. "Er wird ein wahnsinnig wichtiger Ansprechpartner sein, weil ich alles von ihm wissen möchte: wie die Abläufe sind und wie es früher gemacht wurde", sagte Klopp: "Das wird gut, da bin ich mir ganz sicher." Klopp hat den Spieler Völler einst "sehr bewundert". Er respektiere ihn - und will den Erfahrungsschatz von Völler nutzen. Der Ex-Teamchef springt für Klopp gleich mal am Montag auf dem Kongress der deutschen Fußball-Lehrer in Mainz als Gast ein.
Der künftige Sport-Geschäftsführer: Per Mertesacker
Einer der Weltmeister von 2014 soll in Zukunft beim DFB und im Team Klopp eine zentrale Rolle einnehmen. Per Mertesacker wird am 1. Januar 2027 als Geschäftsführer Sport der DFB GmbH & Co. KG die Nachfolge von Andreas Rettig (63) antreten, dessen Vertrag am Ende des Jahres ausläuft.
Der 41-Jährige genießt im internationalen Fußball einen guten Ruf. Der Verband war mit dem Ex-Nationalspieler, der bis zu diesem Sommer acht Jahre lang in London die Nachwuchsakademie des FC Arsenal leitete, "seit eineinhalb Jahren im Gespräch", wie DFB-Chef Neuendorf berichtete.
Sein künftiges Aufgabenfeld wird neben dem A-Team von Klopp auch die Frauen-Nationalmannschaft, die U-Teams sowie die Talentförderung umfassen. Und das alles "unter der Federführung von Per", so Neuendorf.
"Der deutsche Fußball verfügt über enormes Potenzial", äußerte Mertesacker in der DFB-Mitteilung. Er betonte explizit den Willen, "hart zu arbeiten". Bei der WM war er ebenso wie Klopp (MagentaTV) als Experte im Einsatz.
Künftig wird er de facto der Chef von Klopp sein. Und dessen Arbeit wird er auch als Experte einmal bewerten. Wie die dpa aus DFB-Kreisen erfuhr, werde Mertesacker vor seinem DFB-Einstieg beim Nations-League-Spiel Deutschland gegen Serbien am 1. Oktober in München ein letztes Mal am ZDF-Mikro im Einsatz sein.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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