Fußball-WM: Argentinien "verwundbar": Schweiz plant WM-Coup gegen Messi
Zweimal schrammte Argentinien zuletzt knapp am WM-Aus vorbei - der dritte Außenseiter will den Titelverteidiger endgültig stürzen. Was den Schweizern Hoffnung macht und wie sie Messi stoppen wollen.
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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Für das Spiel der Spiele stehen die Schweizer keineswegs Spalier für Lionel Messi - sie wollen den König des Fußballs stürzen. "Man hat gesehen, dass Argentinien in den letzten beiden Spielen auch verwundbar war", sagte Trainer Murat Yakin ohne Anflug von Ehrfurcht: "Also wir sind vorbereitet und es wird ein gigantisches Spiel für uns."
Beim WM-Viertelfinale in der deutschen Nacht zu Sonntag (3 Uhr MESZ/MagentaTV) im Football-Tempel der Kansas City Chiefs sind die Rollen klar verteilt: Ein Scheitern von Titelverteidiger Argentinien mit dem bislang überragenden Messi wäre eine riesengroße Überraschung. Der erstmalige WM-Halbfinaleinzug der kleinen Schweiz wäre sogar eine Sensation - und genau an die glauben die Eidgenossen.
Das macht der Schweiz Hoffnung
"Wir können den Weltmeister herausfordern", sagte Yakin. Und Abwehrchef Manuel Akanji meinte: "Wir können gegen jeden Gegner spielen und es ihnen richtig schwer machen. Wir sind noch nicht fertig." Das Selbstvertrauen dafür speist sich nicht nur aus dem gewonnenen Achtelfinal-Drama im Elfmeterschießen gegen Kolumbien. Auch Argentiniens zuletzt nur denkbar knapp gewonnenen K.-o.-Spiele gegen die Außenseiter Kap Verde und Ägypten geben Hoffnung.
"Ich habe mir die Spiele der Argentinier von Anfang an angeschaut und auch geguckt, wie sie spielen", sagte Yakin. Für eine Siegchance muss sein taktischer und personeller Matchplan - genau wie gegen Kolumbien - aufgehen. Doch darüber hinaus braucht es noch mehr für den Coup: Leidenschaft, Wille, Glaube - und Spaß.
Schon 2014 nah dran an der WM-Sensation
"Wir werden das Spiel genießen", sagte Kapitän Granit Xhaka. Argentinien sei zwar ein "Riesenbrocken" und habe in Messi einen der "besten Spieler des Planeten" in den Reihen. Doch Xhaka betonte auch: "Der Hunger ist so groß wie nie zuvor." Die Schweiz erstmals seit der Heim-WM 1954 in ein Viertelfinale geführt zu haben, reicht dem Team noch nicht. "Wenn man eine noch größere Geschichte schreiben kann", so Xhaka, "muss man alles dafür geben".
Der frühere Leverkusener war schon bei der WM 2014 dabei, als die Schweiz im Achtelfinale gegen Argentinien erst ganz spät in der Verlängerung das Tor zum 0:1 durch Ángel Di María kassierte. Die Vorarbeit kam von Messi, den die Schweizer bis dahin gut im Griff hatten.
Diesmal liegt es vor allem an Abwehrchef Akanji, dass der WM-Rekord-Torschütze Messi (21 Treffer) möglichst komplett ohne Geniestreich bleibt. Sollte er doch durchbrechen, will ihn Torwart Gregor Kobel von Borussia Dortmund zur Verzweiflung bringen.
Wird Manzambi rechtzeitig fit?
Doch mit Defensive allein wird sich Argentinien nicht ausschalten lassen. Umso wichtiger wäre ein Einsatz des zuletzt am Knie verletzten Top-Torschützen Johan Manzambi. Doch Yakin klang unmittelbar nach dem Kolumbien-Spiel nicht sehr optimistisch: "Bei Johan denke ich nicht, dass es von der Zeit her reicht." Manzambi, der laut Berichten kurz vor einem Wechsel vom SC Freiburg zu Newcastle United für 60 Millionen Euro steht, würde der Schweiz aufgrund seiner Schnelligkeit und Torgefahr im Umschaltspiel sehr fehlen.
Gleichwohl träumen in der Heimat schon einige vom Titel. Die Boulevardzeitung "Blick" bat ihre Leser um Antworten auf die Frage: "Was machst du, wenn die Schweiz Weltmeister wird?". In Zürich, Basel und im gesamten Kanton Bern ist zumindest in der Nacht zum Sonntag die Sperrstunde aufgehoben, damit die Fans in Bars feiern können.
Schweizer vor Duell mit Messi: "Kann aufhören mit Fußball"
"Für eine Nation wie die Schweiz gibt es nichts Schöneres, als ein Viertelfinale gegen Argentinien zu spielen", sagte Trainer Yakin. Für Angreifer Zeki Amdouni trifft das auf alle Fälle zu: "Ich werde gegen Messi spielen. Das war's, ich kann mit Fußball aufhören", schrieb Amdouni in den sozialen Medien.
Das war aber natürlich nur scherzhaft gemeint. Die Schweiz will ins Halbfinale und glaubt an ihre Außenseiter-Chance gegen Messi und Co., die nach zwei durchwachsenen Auftritte gewarnt sein dürften. "Ich glaube, den Respekt haben wir uns erarbeitet und verschafft", sagte Yakin.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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kns/roj/news.de
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