Fußball-WM: Für Vater im Rollstuhl: Deutscher läuft 335 Kilometer zur WM
Dominik Stroh läuft und läuft und läuft - für die Fußball-WM sogar von Boston nach New York. Inspiriert wird er bei seinem Ultramarathon auch von einem schweren Schicksalsschlag.
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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Dominik Stroh beißt herzhaft in eine Brezel. Die Belohnung im German House of Soccer hat sich der 26-Jährige verdient. Gut 335 Kilometer hat er hinter sich. Zu Fuß. Von Boston nach New York. In knapp 72 Stunden. Der Schwabe, der in Berlin lebt, ist Ultramarathonläufer. Und Fußball-Fan. Da bietet es sich doch an, zur WM zu laufen, dachte er sich. "Es war die krasseste Reise, die ich je gemacht habe", sagt er der Deutschen Presse-Agentur.
Die Ankunft auf der berühmten Brooklyn Bridge in New York sei "unglaublich emotional" gewesen, berichtet Stroh. "Das war nach meiner Geburt das krasseste Erlebnis." Er sei auch für seinen Vater gelaufen, erklärt er. Stroh hat schon viele Rennen bestritten - im April auch den Marathon in Wien in 2:42 Stunden. Er wurde von einem schweren Schicksalsschlag inspiriert. Er läuft auch, um anderen Mut zu machen und sie für den Sport zu begeistern.
"Mein Dad hatte 2009 einen schweren Unfall und sitzt seitdem im Rollstuhl", sagt Stroh. "Ich habe zwei gesunde Beine, die mich tatsächlich überall hintragen. Ich laufe sozusagen auch für Leute, die nicht laufen können. Ich laufe für ihn mit, und schätze jeden Tag, dass ich so gesund bin."
Drei Stunden Schlaf pro Nacht
Der Plan, nach New York zu laufen, sei erst kurzfristig so richtig festgezurrt worden, berichtet Stroh. Die Reise sei "mit Ups und Downs vollgepackt" gewesen. Bei Kilometer 170 sei er mal in Zeitnot gekommen, drohte die anvisierten 72 Stunden für die gesamte Strecke zu überschreiten. Doch sein Team habe ihm aus diesem kleinen Tal herausgeholfen, sagt er dankbar.
Nur drei Stunden pro Nacht habe er geschlafen, erklärt Stroh. In einem Wohnmobil. Unter anderem ein Physiotherapeut und ein Freund, der alles auf Video festgehalten hat, haben ihn begleitet. Über die sozialen Medien verbreitete Stroh Eindrücke von seinem Ultramarathon - auch das Bild vom Zieleinlauf, stilecht im Trikot der deutschen Nationalmannschaft.
Finanzielle Unterstützung bekam Stroh von Sponsoren. In der Vergangenheit lief er auch schon Rennen in Jeans oder als Dose verkleidet - je nachdem, welchen Partner er eben an der Seite hatte. Was er sich nach der Brezel im Fantreff in New York nun noch so gönnt? Nach der Partie zwischen Frankreich und Senegal wolle er sich noch ein weiteres WM-Spiel ansehen, kündigt Stroh an. In Miami. Dorthin zu laufen, wäre dann aber selbst für ihn ein bisschen zu weit. Erst mal.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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kns/roj/news.de
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