Fußball-WM: Motivator? Marketing-Maschine? Neymars spezielle WM-Rolle

Gesundheitszustand und sportlicher Wert des Altstars sind auch vor dem zweiten Gruppenspiel der Brasilianer großes Thema. Was hat Neymar noch zu bieten? An der Seitenlinie jedenfalls eine Menge.

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Insgesamt 48 Teams kämpfen bei der Fußball-WM 2026 um den Pokal.  (Foto) Suche
Insgesamt 48 Teams kämpfen bei der Fußball-WM 2026 um den Pokal.  Bild: picture alliance/dpa/KEYSTONE | Claudio Thoma

Neymar zeigte sich voller Vorfreude. "Ich drehe durch", sagte der Altstar der brasilianischen Fußball-Nationalmannschaft in einem Video, das er und seine Partnerin Bruna Biancardi diese Woche über die sozialen Medien verbreiteten. Fieberte der 34-Jährige hier etwa seinem Comeback entgegen? Nein. Der Stürmer wird zum fünften Mal Vater. Das mit seinem ersten Einsatz bei der WM in den USA, Kanada und Mexiko indes bleibt ein Geduldsspiel. Und wird nicht nur in Brasilien mit Spannung verfolgt.

Elber kritisch - Romário weiter überzeugt

Die zentrale Frage ist: Wie sehr kann Neymar der Seleção überhaupt noch helfen? Ist der Rekordtorschütze des fünfmaligen Weltmeisters nicht längst über seinen Zenit hinaus? Geht's nach Ex-Bundesliga-Profi Giovane Elber, dann schon. "Neymar war mal ein Weltklasse-Fußballer, heute ist er nur noch eine Marketing-Maschine", sagte der frühere Angreifer des VfB Stuttgart und des FC Bayern München kürzlich der "Sport Bild". Er lasse sich aber gern überraschen.

Selbst, wenn er nicht zu 100 Prozent fit sei, würde es Neymar wohl noch besser machen als seine Kollegen beim 1:1 zum WM-Auftakt gegen Marokko, meinte Brasiliens früherer Topstürmer Romário im Interview mit der italienischen Zeitung "Gazzetta dello Sport". Nicht nur der Weltmeister von 1994 dürfte genau verfolgen, wie sich die Brasilianer im zweiten Gruppenspiel gegen Haiti am Freitag (20.30 Uhr/ARD und MagentaTV) in Philadelphia präsentieren.

Letztes Spiel vor mehr als einem Monat

Gut einen Monat ist es inzwischen her, dass Neymar sein letztes Spiel bestritten hat - im Trikot seines Heimatclubs FC Santos, zu dem er im Januar 2025 zurückgekehrt ist. Seitdem stoppt ihn eine Wadenverletzung. Die Rückkehr erweist sich als kleinteiliger Prozess, den sowohl Trainerstab als auch Ärzte und Physiotherapeuten der Brasilianer haargenau beobachten.

Diese Woche war Neymar, einst großer Stürmerstar beim FC Barcelona und bei Paris Saint-Germain, immerhin wieder bei leichtem Training auf dem Rasen zu sehen. Er joggte. Er spielte zwischendurch auch ein paar Bälle - erst in Lauf-, dann in Fußballschuhen. Zumindest phasenweise bewegte er sich sogar wieder im Kreis der Mannschaftskollegen. Kleine Hoffnungsschimmer für die Brasilianer und ihren Altstar auf dem Weg zum so ersehnten sechsten Weltmeister-Titel.

Hummels feiert Neymars Leidenschaft

Viel war darüber diskutiert worden, ob Trainer Carlo Ancelotti den Routinier überhaupt für die WM nominieren sollte. Mit jedem weiteren Spiel, dass der angeschlagene Neymar verpasst, dürften sich die Kritiker der spektakulären Rückholaktion mehr bestätigt fühlen. Der 128-malige Nationalspieler sei aber nicht nur auf dem Platz, sondern auch daneben wichtig für die Mannschaft, halten andere dagegen. Zu denen gehört auch der 67-jährige Ancelotti.

Beim Auftakt-Remis gegen Marokko war Neymar trotz Verletzung gefühlt mittendrin statt nur dabei. Er stand zwar nicht im offiziellen Aufgebot, saß aber mit auf der Bank. Die Trinkpausen nutzte er, um seinen Teamkollegen Tipps zu geben und sie zu motivieren. "Ich finde das geil", sagte der deutsche Ex-Nationalspieler Mats Hummels bei "MagentaTV" dazu. Neymar habe gezeigt, wie er "für das Ganze lebt". Fast wie in dem Video mit den Baby-News.

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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