Fußball-WM: Blatter über WM-Einreiseaffäre: "Unglaublich und absurd"
In der Debatte um die verweigerte US-Einreise des Somaliers Omar Artan sieht Joseph Blatter die Schuld bei der FIFA. Was er von seinem Nachfolger mit Blick auf Donald Trump erwartet hätte.
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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Der frühere FIFA-Präsident Joseph Blatter hat den Fußball-Weltverband und seinen Nachfolger Gianni Infantino im Fall des von den USA abgewiesenen Schiedsrichters scharf kritisiert. "Der amtierende Präsident sollte beweisen, dass er stärker ist als sein guter Freund im Weißen Haus, nicht wahr?", sagte Blatter der "L'Équipe" in Anspielung auf das gute Verhältnis von Infantino zu US-Präsident Donald Trump. "Wenn man sich von der Politik lenken lässt, ist das schlecht. Und die anderen Verbände sollten ebenfalls protestieren."
Omar Artan sollte als erster Schiedsrichter Somalias bei einer Weltmeisterschaft Spiele leiten, nachdem er es auf die finale Liste des Weltverbands FIFA geschafft hatte. Für die verweigerte Einreise sollen Sicherheitsbedenken wegen angeblicher Verbindungen zu einer Terrororganisation der Grund gewesen sein, hatte ein namentlich nicht genannter Vertreter der US-Regierung dem Nachrichtensender CNN mitgeteilt.
Blatter: WM sollte nicht in so einem Land stattfinden
Somalia gehört zu den 39 Staaten, deren Staatsangehörige von den verschärften Einreisebestimmungen der US-Regierung von Präsident Donald Trump betroffen sind. Bürger dieser Länder werden bei der Einreise zusätzlichen Überprüfungen unterzogen.
"Es ist unglaublich und absurd", sagte Blatter. "Verweigert ein Land einem Schiedsrichter die Einreise, ist das ein schwerwiegendes Problem, und die Weltmeisterschaft sollte nicht in einem solchen Land stattfinden." Die Schuld sieht der 90 Jahre alte Schweizer bei der FIFA. "Sie hat dieses Prinzip missachtet, und die USA haben es nicht respektiert. Wir können das Turnier nicht mehr stoppen, aber es ist ungeheuerlich."
FIFA: Nicht an Einwanderungsverfahren des Gastgebers beteiligt
Die FIFA hatte darauf verwiesen, dass wie bei vorherigen Turnieren das Gastgeberland das ultimative Recht habe, über die Visavergabe zu entscheiden. "Die FIFA ist nicht an den Einwanderungsverfahren des Gastgeberlandes beteiligt, einschließlich der Entscheidung über Visaanträge", hieß es vom Weltverband.
Blatter war von 1998 bis 2015 FIFA-Präsident und im Zuge von Korruptionsermittlungen abgetreten und später gesperrt worden. Er kritisiert immer wieder die Amtsführung seines Nachfolgers Infantino.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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kns/roj/news.de
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