Fußball-WM: Justiz prüft mögliche Rechtsverstöße beim WM-Ticketverkauf

Haben WM-Fans für teure Sitzplatzkategorien gezahlt, aber unrechtmäßig schlechtere Tickets bekommen? Kaliforniens Generalstaatsanwalt fordert klare Antworten von der FIFA.

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Der offizielle Spielball der Fußball-WM 2026: Adidas Trionda. (Foto) Suche
Der offizielle Spielball der Fußball-WM 2026: Adidas Trionda. Bild: Adobe Stock / U. J. Alexander

Kaliforniens Generalstaatsanwalt Rob Bonta fordert wegen Berichten über möglicherweise irreführende Ticketpraktiken bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 Auskünfte von der FIFA. Bonta teilte auf der Plattform X mit, er habe ein Schreiben an den Weltverband geschickt, um mögliche Verstöße gegen kalifornisches Verbraucherschutzrecht zu prüfen.

Hintergrund sind Medienberichte, wonach Tickets auf Grundlage bestimmter auf Stadionplänen abgebildeter Sitzplatzkategorien verkauft wurden. Später sollen diese Kategorien geändert worden sein, bevor konkrete Plätze zugewiesen wurden. Viele Fans bekamen so plötzlich schlechtere Plätze zugeteilt als erwartet.

Bonta forderte "Transparenz und Fairness beim Kauf von Tickets für Veranstaltungen in unserem Bundesstaat". In seinem Brief, der auch auf der Behörden-Webseite hinterlegt war, schrieb Bonta: "Einige Verbraucher haben berichtet, sie fühlten sich getäuscht, da die ihnen letztendlich zugewiesenen Plätze einer niedrigeren Kategorie angehörten, als es der Stadionsitzplan vermuten ließ, der ihnen zum Zeitpunkt des Kaufs vorlag."

Die FIFA hatte im April nach einem Bericht der "New York Times" erklärt, die dargestellten Kategorienpläne seien lediglich eine Orientierungshilfe für Fans gewesen, wo sich ihre Plätze im Stadion befinden könnten.

Diese Informationen fordert Generalstaatsanwalt Bonta

Das kalifornische Recht biete Verbrauchern vergleichsweise starken Schutz und verbiete Marketingpraktiken, die Verbraucher wahrscheinlich in die Irre führen, hieß es in der Mitteilung Bontas. Um zu prüfen, ob gegen kalifornisches Recht verstoßen wurde, fordert der Generalstaatsanwalt nun Informationen über den Ticketverkauf für die WM-Spiele in Kalifornien an - unter anderem dazu, wie Sitzplatzkategorien dargestellt wurden, ob die tatsächlichen Sitzplatzzuweisungen davon abwichen und wie mögliche Probleme durch Rückerstattungen oder andere Maßnahmen behandelt wurden oder welche Pläne es in dieser Sache gibt.

Auch unabhängig von dem Wirbel um die verschiedenen Preiskategorien steht die FIFA wegen der hohen Ticketpreise seit längerem in der Kritik. Die dynamische Preisgestaltung, bei der die Kosten je nach Nachfrage steigen oder fallen, steht dabei im Mittelpunkt des Ärgers.

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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