Fußball-WM: Nächste Tor-Party fürs WM-Gefühl - Völler fordert Nachlegen

Julian Nagelsmann kann sich bestätigt fühlen. Nach dem Sieg in der Schweiz soll gegen Ghana das nächste Statement folgen. So will der Bundestrainer mit einem Hochgefühl nach Amerika abheben.

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Der Spielball für die Fußball-WM 2026 ("adidas Trionda"). (Foto) Suche
Der Spielball für die Fußball-WM 2026 ("adidas Trionda"). Bild: picture alliance/dpa/KEYSTONE | Claudio Thoma

Julian Nagelsmann würde am liebsten einfach die Repeat-Taste drücken. Noch einmal Fußball-Wirbel von Florian Wirtz. Noch einmal Power-Fußball wie beim Vier-Tore-Statement in der Schweiz. Und dann mit guter Laune und einer gefestigten Siegermentalität Richtung WM nach Amerika. So sieht er aus, der Masterplan des Bundestrainers vor dem nächsten Härtetest der Nationalelf am Montag (20.45 Uhr/ARD) gegen Ghana in Stuttgart.

"Ich wünsche mir für uns, dass wir gute Spiele machen, erfolgreiche Spiele machen und damit am Montag gern weitermachen können", sagte der Bundestrainer vor der Kraftprobe mit den nach einem 1:5 in Österreich ziemlich ramponiert angereisten Afrikanern.

Eine Wiederholung auf Knopfdruck, die wäre auch nach dem Geschmack von Sportdirektor Rudi Völler, der genau weiß, wie wichtig jetzt ein positives Signal der Nationalmannschaft für den WM-Countdown wäre. Aufbruchstimmung, WM-Vorfreude, davon kann es gar nicht genug geben. Als Gegenmittel gegen die toxischen Zweifel an der Titelfähigkeit des viermaligen Weltmeisters.

Völler als Stimmungs-Seismograph

"Nach vorne war es sehr ansehnlich. Wir haben sehr gut kombiniert. Am Montag wollen wir nachlegen", forderte der 65-jährige Völler als bewährter Seismograph für Stimmungsschwankungen bei der DFB-Elf. Das Ghana-Spiel ist der letzte Test vor der Kadernominierung am 12. Mai. Und frei von Baustellen ist die DFB-Auswahl natürlich nicht.

Die Offensivkraft um den überragenden Doppeltorschützen Wirtz beim 4:3 in Basel half Nagelsmann extrem, die eklatanten Abwehrfehler als individuelle Mängel relativieren zu können. Es kann keine elf Wochen vor dem Turnier-Anpfiff gegen den großen Außenseiter Curaçao wieder groß gedacht werden.

"Wir haben eine sehr gute Mannschaft. Wir sind eine große Nation, die sich vor niemandem kleinmachen muss. Es ist noch ein Weg, der vor uns liegt. Aber ob du Favorit bist oder nicht, ist egal, wenn du ins Finale kommst", sagte Wirtz nach seinem Weltklasse-Auftritt in Basel. Der 19. Juli, das Endspielstadion in East Rutherford vor den Toren von New York. Das bleibt der Fixpunkt.

Doch erst heißt es Stuttgart, Ende März mit Graupelschauern. Der Ort, der für Nagelsmann mit zwei schmerzhaften Erinnerungen verbunden ist. Dort endete 2024 im Viertelfinale gegen Spanien beim 1:2 nach Verlängerung der Traum vom Titel bei der Heim-EM auf dramatische Weise. Elf Monate später demonstrierte Frankreich beim 0:2 im Spiel um Platz drei der Nations League, dass die Fußball-Weltspitze enteilt ist.

Kein neuer Stuttgart-Dämpfer

Einen Demotivations-Hattrick im Ländle will Nagelsmann nun unbedingt vermeiden. "Einspielen" hat er schon als Einwort-Motto für seinen WM-Kader im März ausgegeben. Und so kann man davon ausgehen, dass er, Fitness vorausgesetzt, wenig an seiner Schweizer Sieger-Elf herumdoktern wird. Auch wenn sich am Sonntag eine Bewährungschance für Ersatztorwart Alexander Nübel vor dem Stuttgarter Heimpublikum andeutete.

Doch auch die in Basel indisponierten Leroy Sané und Nico Schlotterbeck, für die Debütant Lennart Karl und Routinier Antonio Rüdiger als Backups mit sehr unterschiedlicher Länderspiel-Historie bereitstünden, bekamen vom Bundestrainer schon das Signal für einen Ghana-Einsatz.

Ob auch Kai Havertz nach langer Verletzungsauszeit bereit ist, wird sich zeigen müssen. Beim Reha-Training in Freiburg auf der Weiterreise von Basel nach Stuttgart humpelte der Angreifer des FC Arsenal aus dem Teambus.

"Er hat sechs, sieben sehr gefährliche Situationen. Und ja, er muss gesund sein und zu einer guten Fitness finden. Dann ist das für uns auf dem Niveau wie Florian Wirtz oder wie Jamal Musiala", sagte Nagelsmann über Havertz.

Im maßgeblichen Rollenverständnis liegt Havertz vor Nick Woltemade. Und auch vor Deniz Undav, der trotz 18 Bundesliga-Toren in Basel 90 Bankminuten absaß. Gibt es nun einen Heimspielbonus für den ehemaligen Stuttgarter Woltemade und den aktuellen Schwaben-Held Undav?

Ghana kommt als Verlierer aus Wien

Ghana als Gegner soll trotz der hohen Niederlage in Wien nicht unterschätzt werden. Neunmal wechselte deren Trainer Otto Addo, aus Bundesliga-Zeiten bei Borussia Dortmund bestens bekannt, gegen Österreich.

Jonathan Tah, der den Afrika-Cup zu Jahresbeginn intensiv verfolgt hat, warnte. "Der afrikanische Fußball ist ein bisschen anders. Sehr intensiv, sehr viele Zweikämpfe, gute Eins-gegen-eins-Spieler. Wir werden da gefordert sein", sagte der Bayern-Verteidiger nach seiner DFB-Torpremiere gegen die Schweiz.

Ghana hatte Nagelsmann bewusst ausgewählt, als ein geplantes Duell mit der Elfenbeinküste nach der WM-Auslosung obsolet geworden war. Nun soll der viermalige Afrika-Champion als Blaupause für die Elfenbeinküste dienen, die am 20. Juni in Toronto der zweite deutsche Turnier-Gegner sein wird.

Nagelsmanns Stab schaut sich die Leistungen der WM-Kontrahenten genau an. Curaçao verlor gegen China 0:2. Das hochgelobte Ecuador kassierte kurz vor Schluss den 1:1-Ausgleich gegen Marokko. Die Elfenbeinküste aber schaffte beim 4:0 gegen Südkorea auch ein Offensivstatement - sogar ohne Gegentor.

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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