Tourismus News: "Kürzeste Kreuzfahrt" - Das sagen Passagiere zum Unfall

Beim folgenschweren Zusammenstoß der "Mein Schiff 3" mit zwei Containerschiffen waren mehr als 2.400 Reisende an Bord. Wie haben Betroffene den Unfall erlebt?

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Nach dem Unfall eines Kreuzfahrtschiffes in Bremerhaven haben alle Passagiere das Schiff verlassen, die mehrwöchige Reise in Richtung Kanaren wurde abgesagt. Die Gäste bekommen den Reisepreis erstattet, Fachleute untersuchen die beschädigten Schiffe, die Wasserschutzpolizei ermittelt.

Reisende zeigten sich nach der Absage der Kreuzfahrt enttäuscht, aber verständnisvoll. Natürlich sei es sehr schade, sagte Steffen Gerntke. "Wir haben uns gut vorbereitet auf die Reise", berichtete er. Aber: "Das ist Schicksal." Glücklicherweise sei niemand verletzt worden. "Material ist ersetzbar." Die Crew habe sich gut um die Passagiere gekümmert. "Wir müssen das Beste daraus machen", meinte er.

Nach eigenen Angaben stand er zum Unfallzeitpunkt mit seiner Frau auf dem Deck. "Es war ein dumpfer Schlag", sagte der Passagier und berichtete von Qualm und einem beißenden Geruch. Angst habe er nicht gehabt. "Wir fahren jetzt erst mal nach Hause", sagte seine Frau Karin Gerntke. Ziel sei, eine andere Urlaubsmöglichkeit zu finden.

Kreuzfahrt endet nach 300 Metern

Ähnlich äußerte sich Rosemarie Hofmann. "Das war die kürzeste Kreuzfahrt, die wir jemals gemacht haben: 300 Meter", sagte sie nach dem Verlassen des Schiffs. "Aber was sollen wir tun?" Sie sei enttäuscht und hoffe, dass sie das Geld schnell zurückbekomme. Vielleicht werde sie mit ihrem Mann einen anderen Urlaub buchen, um doch noch in die Sonne zu kommen.

Auch Hofmann hatte nach eigener Auskunft keine Angst bei dem Unfall. "Das war sehr, sehr stürmisch", sagte sie über das Wetter. "Alle waren oben, natürlich, die Musik erklingt, alle singen mit", erzählte sie. Dann habe es einen Rumms gegeben. "Dann sah ich das Personal, wie sie mit ihren Wagen so schnell liefen und dann habe ich erst die Funken gesehen."

Zuerst habe sie nicht verstanden, was los ist. Sie habe zwar gesehen, dass das Schiff sehr nah an anderen Schiffen vorbeifuhr. "Aber da denkt man ja natürlich: Die wissen, was sie tun." Danach sei es "ruhig auf dem Schiff" gewesen. Beim Essen hätten viele Gäste Videos des Unfalls gezeigt.

Die Enttäuschung war auch anderen Reisenden anzumerken. "Es ist passiert und man muss damit fertig werden", meinte eine Urlauberin. Sie habe genau dort gestanden, wo der Unfall passierte. "Wir haben das hautnah erlebt und trotzdem gehofft, dass es weitergeht", sagte sie.

Riesiges Schiff wohl von Böe erfasst

Die "Mein Schiff 3" hatte am Sonntagabend beim Auslaufen in Bremerhaven bei stürmischem Wetter zwei Containerschiffe gerammt. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei wurde das riesige Schiff von einer Böe erfasst und trieb auf zwei Containerschiffe zu, die an der Stromkaje festgemacht waren. Bei dem Zusammenstoß entstand nach ersten Schätzungen ein Schaden in Millionenhöhe.

Zunächst blieben alle Passagiere an Bord, dann wurde die Reise abgesagt. Das Kreuzfahrtschiff soll in einer Werft repariert werden. Zum Unfallzeitpunkt waren nach Angaben des Kreuzfahrtunternehmen Tui Cruises 2.428 Gäste und 922 Crewmitglieder an Bord.

Die Polizei ermittelt gegen den Kapitän des Ozeanriesen. Es sei ein Ordnungswidrigkeitsverfahren gegen ihn eingeleitet worden, teilte eine Polizeisprecherin mit. Demnach wird geprüft, ob der Mann gegen die Sorgfaltspflicht verstoßen hat.

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

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