28.09.2017, 13.43 Uhr

Gefährlicher Porno-Konsum: So verändert eine Porno-Sucht Ihr Gehirn

Es ist nichts dabei, sich ab und zu einen erotischen Film für Erwachsene anzusehen. Wer allerdings deutlich häufiger Pornos konsumiert, riskiert, sein Gehirn nachhaltig zu schädigen. Eine Expertin erklärt, was in unserem Kopf passiert.

Porno-Sucht kann schwere Folgen haben. Bild: Fotolia/ vchalup

Laut einer Studie der Porno-Webseite "Pornhub" landen die Deutschen auf Platz eins, betrachtet man den Pornotraffic. Doch leicht geht der gelegentliche Porno-Konsum in eine Porno-Sucht über, ohne dass es der Betroffene merkt.

Jungen Menschen anfällig für Porno-Sucht

Im Gespräch mit dem "Focus" verriet die Sexualtherapeutin Heike Melzer, dass besonders junge Menschen gefährdet sind, pornosüchtig zu werden. Die Gehirnstruktur wird ihr zufolge nachhaltig verändert, je mehr Pornos man schaut. "Je früher und öfter das Gehirn mit Pornofilmen in Kontakt kommt, desto nachhaltiger wird es verändert." Selbst Impotenz und Lustlosigkeit sind möglich.

Durch ihre Arbeit weiß Schmelzer, dass Jugendliche heutzutage oftmals schon vor der Schule oder direkt danach auf dem Smartphone Pornos konsumieren. Seiten wie "Pornhub" erleichtern den Zugriff inzwischen erheblich. Jederzeit kann man gratis und unabhängig vom Alter auf die Amateur-Erotikfilme zugreifen.

Wie äußert sich eine Porno-Sucht?

Laut Schmelzer gibt es sogar Patienten, die sich in einer Woche 40 Stunden Pornos ansehen. Das bedeutet einen täglichen Pornokonsum von fast sechs Stunden. Natürlich sind das die Extremfälle. Doch wie kommt es zur Sucht? Warum kann das Verlangen nicht mehr unterdrückt werden? Schuld sei die Selbstbefriedigung, die oftmals mit dem Konsum einhergeht. Beim Orgasmus wird Dopamin ausgeschüttet. "Es wirkt sich auf das Belohnungszentrum des Gehirns ähnlich positiv aus wie die Einnahme von Kokain."

Porno-Sucht und ihre Folgen

Eine Pornosucht kann für den Betroffenen weitere verheerende Folgen haben. Die Partnerschaft zerbricht, aus der Pornosucht wird eine Sexsucht, es kommt zu Konflikten mit der Arbeit, sexuelle Funktionsstörungen treten auf oder man hat am Ende finanzielle Probleme.

Will heißen: Finger weg von den Pornos, wenn Ihnen Ihr Leben lieb ist.

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fka/bua/news.de

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