Dieter Nuhr: Femizid-Eklat, Klima-Witze und Rassismus-Vorwürfe - Kabarettist sorgt für Aufreger
Dieter Nuhr gehört aktuell wohl zu den umstrittensten deutschen Kabarettisten. Schon häufiger sorgte er in seinen Shows mit kontroversen Witzen für Schlagzeilen. Drei Aufreger blieben besonders in Erinnerung.
Erstellt von Martin Gottschling - Uhr
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- Kabarettist Dieter Nuhr sorgt in seinen Shows regelmäßig für Aufregung
- Empörung nach umstrittenen Aussagen zu Frauenmorden in Deutschland
- Seine Witze über junge Klimaaktivisten stießen ebenfalls auf Kritik
- Dieter Nuhr warf Autorin Rassismus vor
Dieter Nuhr gehört seit Jahrzehnten zu den bekanntesten Kabarettisten Deutschlands. Doch mit seinen bissigen Kommentaren zu gesellschaftlichen und politischen Themen sorgt der 65-Jährige regelmäßig für heftige Diskussionen. Ob umstrittene Aussagen über Frauenmorde, Spott über Klimaaktivistin Greta Thunberg oder Rassismusvorwürfe: Der ARD-Star hat sich mit seinen Auftritten schon mehrfach massive Kritik eingehandelt. Wir blicken auf drei seiner größten Aufreger zurück.
Dieter Nuhr löst mit Aussagen über Frauenmorde Empörung aus
Im Juni 2026 sorgte Dieter Nuhr mit einem Auftritt in der ARD-Sendung "Nuhr im Ersten XXL" für einen handfesten Skandal. Der Kabarettist beschäftigte sich darin unter anderem mit Gewalt gegen Frauen und sogenannten Femiziden. Dabei verwies er auf die Zahl von jährlich etwa 300 bis 350 Frauenmorden in Deutschland. Gleichzeitig betonte er, dass es hierzulande Millionen Männer gebe und die Wahrscheinlichkeit, in einer Beziehung auf einen Frauenmörder zu treffen, äußerst gering sei. Anschließend empfahl er Frauen sinngemäß, ihren Partner vor dem Geschlechtsverkehr zunächst besser kennenzulernen. Kritiker warfen ihm daraufhin vor, Gewalt gegen Frauen zu verharmlosen und die Verantwortung auf mögliche Opfer abzuwälzen.
Die Empörung hatte schließlich auch Konsequenzen für den zuständigen Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB). Insgesamt wurden 325 Beschwerden als förmliche Programmbeschwerden geprüft. Während einige Mitglieder des Rundfunkrats Nuhr eine Grenzüberschreitung vorwarfen, verteidigte RBB-Intendantin Ulrike Demmer den Kabarettisten. "Es gehört zur Demokratie, das auszuhalten", sagte sie. Nuhr selbst wies die Anschuldigungen entschieden zurück. Er habe sich keineswegs über Frauenmorde lustig gemacht, erklärte er auf Facebook. Den Vorwurf bezeichnete er als "lächerlich".
Spott über Greta Thunberg: Kabarettist gerät wegen Klima-Witzen in die Kritik
Schon Jahre zuvor hatte Dieter Nuhr mit seinen Aussagen über die Klimabewegung für Schlagzeilen gesorgt. Im Jahr 2019 nahm er in seiner ARD-Sendung die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg und die "Fridays for Future"-Proteste aufs Korn. Unter anderem scherzte er, dass er das Kinderzimmer seiner Tochter nicht mehr heize, weil diese ebenfalls an den Freitagsdemonstrationen teilnehme. Auch die Vorstellungen junger Klimaaktivisten zur Energieversorgung machte er zum Gegenstand seiner Witze. In den sozialen Netzwerken hagelte es daraufhin Kritik, wie der "Kölner Stadt-Anzeiger" berichtete. Zahlreiche Nutzer empfanden seine Aussagen als geschmacklos und warfen ihm vor, die Anliegen der Klimabewegung ins Lächerliche zu ziehen.
Im Sommer 2020 geriet Nuhr mit Blick auf seine Klima-Witze erneut in die Kritik. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hatte den Kabarettisten für eine Kampagne zum Thema Wissenschaft gewonnen. Nach Protesten in den sozialen Medien entfernte die Organisation seinen Beitrag zunächst von ihrer Internetseite, wie das "Redaktionsnetzwerk Deutschland" schreibt. Nuhr reagierte empört und bezeichnete die Entscheidung als "geradezu alarmierend". Später entschuldigte sich die DFG für die Entfernung, und sein Beitrag wurde wieder veröffentlicht. Der Fall löste eine größere Debatte über Meinungsfreiheit und sogenannte Cancel Culture aus.
Rassismus-Eklat um Dieter Nuhr: RBB-Intendantin muss sich entschuldigen
Auch im November 2020 geriet Dieter Nuhr wegen einer Ausgabe seiner ARD-Sendung "Nuhr im Ersten" unter Beschuss. Auslöser waren Äußerungen über das Buch "Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen, aber wissen sollten" der Autorin Alice Hasters. Nuhr kritisierte den Buchtitel als rassistisch, obwohl er das Werk nach eigenen Angaben gar nicht gelesen hatte. Zudem behauptete er fälschlicherweise, das Buch sei in den USA ein großer Erfolg gewesen. Tatsächlich war es ausschließlich in Deutschland erschienen. Seine Aussagen lösten heftige Kritik aus. Das Kollektiv "Black Womxn Matter" warf ihm in einem offenen Brief unter anderem vor, strukturellen Rassismus zu verharmlosen.
Der Streit zog schließlich eine offizielle Entschuldigung nach sich. Laut "Süddeutsche Zeitung" räumte die damalige RBB-Intendantin Patricia Schlesinger sowohl sachliche Fehler Nuhrs als auch Versäumnisse der Redaktion ein. Sie entschuldigte sich insbesondere bei Alice Hasters für die falschen Angaben. Gleichzeitig verteidigte sie jedoch die Kunstfreiheit des Kabarettisten. Nuhr selbst hielt an seiner Kritik am Buchtitel fest. Für ihn enthielt dieser eine pauschale Unterstellung gegenüber weißen Menschen.
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gom/fka/news.de/dpa/cpt
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