Promi-News: Rücktritt vom Rücktritt: US-Musiker Paul Simon wird 85
"Bridge over Troubled Water" oder "Mrs. Robinson": Paul Simon gilt als einer der besten Songschreiber der Welt. Jetzt wird er 85 und macht doch weiter Musik - wegen eines ganz besonderen Traums.
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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Wenn eines seiner Lieder das Potenzial habe, noch in 100 Jahren berühmt zu sein, dann sei das "Sound of Silence", sagte Paul Simon jüngst in einem Interview. "Das war der erste Song, den ich geschrieben habe, der von irgendwo zu kommen schien, wo ich eigentlich noch gar nicht war", sagte der US-Musiker, der am Dienstag (13. Oktober) 85 Jahre alt wird, dem britischen "Guardian". "Ich war damals 23, und das war ungewöhnlich, meinem Alter und Fähigkeiten weit voraus."
Inzwischen wollte Simon eigentlich längst zurückgetreten sein. 2018 gab er ein großes Abschiedskonzert in seinem New Yorker Heimatstadtteil Queens, kurz darauf erklärte er dann seinen vollkommenen Musik-Ruhestand. "Es geht auf das Ende zu", sagte Simon damals der "New York Times". "Am Showbusiness habe ich keinerlei Interesse. Null." Mit Ehefrau Edie Brickell wollte er reisen und sich einfach nur noch treiben lassen.
Ein Traum veränderte seine Pläne
Heute stellt Simon das anders dar. Er habe schon vorgehabt, aufzuhören, sagte er dem "Guardian" - aber mit dem Ziel, zu schauen, wo ihn das so hinführe. "Dann hatte ich einen Traum und alles hat sich zurück zu einer anderen Version der Realität hin verändert."
Anfang 2019 habe ihm eine Stimme im Traum gesagt: "Du arbeitest an einem Werk namens "Seven Psalms"." Simon setzte sich daran, diesen Traum in die Realität umzusetzen. 2023 erschien das gleichnamige Album, gemeinsam mit einem Dokumentarfilm. Während der Arbeit an dem Album verlor der Musiker einen Großteil seines Gehörs im linken Ohr - machte trotzdem weiter und ging in diesem Jahr sogar auf Welttournee, wenn auch in kleineren Arenen und größtenteils akustisch.
Klassiker wie "Mrs. Robinson" und "Bridge over Troubled Water"
Simon hat es sich und anderen noch nie leicht gemacht. Der Perfektionist, den die "New York Times" gerade unter die 30 bedeutendsten lebenden US-amerikanischen Songschreiber wählte, hat dutzende Preise bekommen und neben "Sound of Silence" auch weitere Klassiker wie "Bridge over Troubled Water", "Mrs. Robinson" und "Still Crazy After All These Years" geschrieben.
Aber Simon ist auch oft eigensinnig, spröde, dickköpfig und trotzig. Der Musiker spricht gerne über Musik, aber ungern über sich selbst und lässt Journalisten in Interviews häufig eiskalt abblitzen. Auf der Bühne steht der kleine Sänger meist mit ernstem Gesichtsausdruck, selten gibt es ein Lächeln, oft versteckt er sich unter einer Baseballmütze. "Ich sehe mich selbst als Liedschreiber - der Albumkünstler und Konzertmusiker in mir folgt den schreibenden Fußstapfen."
Mit Simon & Garfunkel zum Weltruhm
Die Dickköpfigkeit bekam vor allem auch sein Kollege Arthur "Art" Garfunkel zu spüren, den Simon in der Schule im New Yorker Stadtviertel Forest Hills kennenlernte. Als Simon & Garfunkel begeisterten sie Millionen und prägten mit Alben wie "The Sound of Silence" und "Bridge Over Troubled Water" eine ganze Generation. Rund 500.000 Menschen pilgerten 1981 in den New Yorker Central Park, um das Duo zu sehen - das bis dahin größte Rock-Konzert einer einzigen Band.
Aber immer wieder gab es Streit zwischen den beiden und schließlich schockten sie die Fans mit der Auflösung ihres Duos. Spätere Wiedervereinigungsversuche scheiterten. "Hearts and Bones" sollte als gemeinsames Album herauskommen, Simon veröffentlichte es 1983 allein und fiel damit durch. Inzwischen haben die beiden sich versöhnt - und Simon gab in dem Dokumentarfilm zu seinem jüngsten Album zu, dass ihn möglicherweise eine Aussage seiner Mutter gegen Garfunkel aufgebracht habe. "Meine Mutter hat einmal gesagt: "Du hast eine schöne Stimme, aber Arthur hat eine fantastische Stimme."
Simon: Bin mit dem Alter glücklicher geworden
Nach dem Trennungsdebakel ging Simon auf Reisen und ließ sich unter anderem von afrikanischen und brasilianischen Klängen inspirieren. Auch heute noch folgt er seinem Instinkt und seiner Spiritualität. "Vielleicht bin ich in der Hinsicht ein einsamer Wolf. Aber es interessiert mich, wo mein Nachdenken über Musik mich final noch hinführen wird." Gleichzeitig sei er mit dem Alter aber auch zufriedener geworden. "Wenn man ein paarmal durch Krisen gegangen ist, wenn Menschen gestorben sind, wenn man genug Traurigkeit und Freude erlebt hat - dann tendiert man dazu, seine Aufmerksamkeit in Richtung Freude zu lenken."
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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