"Love Island VIP": Ex-Bachelorette spricht über Geheimverträge in Reality-Show

Psycho-Tests oder Abschottung: In einem Gerichtsprozess enthüllen zwei ehemalige Kandidatinnen von "Love Island VIP", was mutmaßlich in den Verträgen stehen soll. Die Aussagen zeigen angeblich, wie wenig die Produktion mit freiem Willen zu tun hat.

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Hinter den Kulissen von "Love Island VIP" sollen strenge Regeln gelten (Symbolfoto). (Foto) Suche
Hinter den Kulissen von "Love Island VIP" sollen strenge Regeln gelten (Symbolfoto). Bild: Adobe Stock/ Ascannio
  • Ex-Bachelorette berichtet vor Gericht von mutmaßlichen Knebelverträgen bei "Love Island VIP"
  • Reality-TV-Stars dauerhaft überwacht und Psycho-Tests unterzogen?
  • Kandidaten durften sich mutmaßlich nicht ihre Partner aussuchen

Yasin Mohamed und Sophie Imelmann kamen bei "Love Island VIP" zusammen. Doch der Reality-TV-Star soll Grenzen überschritten haben. Nun muss er sich vor einem Gericht verantworten. Der Vorwurf: Er soll Sophie Imelmann vergewaltigt haben. Während des Prozesses geht es nicht nur um den Fall. Er fördert pikante Details über die mutmaßlichen Vertragsbedingungen der Reality-Show "Love Island VIP" zutage. Die frühere Bachelorette Melissa Damilia, die als Zeugin geladen wurde, und ihre Mitstreiterin gaben vor Gericht Einblicke in ein mutmaßliches System aus psychologischer Durchleuchtung, strikter Abschottung und weitreichender Kontrolle durch das Produktionsteam.

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Psycho-Test und Abschottung bei "Love Island VIP"? Ex-Bachlorette packt über Geheimverträge aus

Wie "Bild" berichtet, zeichnen die Aussagen der beiden TV-Darstellerinnen ein Bild, das weit über das hinausgeht, was Zuschauer auf dem Bildschirm zu sehen bekommen.

Noch bevor die Kameras überhaupt laufen, beginnt für die Kandidaten mutmaßlich ein rigides Programm der Abschottung. Imelmann schilderte vor Gericht, dass sie vor Drehbeginn zehn Tage lang isoliert in einem Hotelzimmer verbringen musste – ohne Zugang zu ihrem Mobiltelefon. "Ich durfte einmal meine Mutter anrufen", so die Zeugin über ihren einzigen erlaubten Kontakt zur Außenwelt. Auch Damilia erzählte, während der Produktion kaum Verbindung nach außen gehabt zu haben.

Parallel dazu wurden die Teilnehmer einer umfassenden psychologischen Befragung unterzogen. Imelmann beschrieb, wie sie in einem Telefonat "sehr intime Fragen" beantworten musste – unter anderem zu persönlichen Ängsten. Die Kandidaten würden dabei regelrecht "komplett psychologisch vermessen", erklärte sie.

Reality-Stars sollten in Rollen schlüpfen

Diese vorab erhobenen psychologischen Daten dienten allerdings nicht nur der Fürsorgepflicht. Laut Damilia nutzte das Produktionsteam die Erkenntnisse aus den Gesprächen, um jedem Kandidaten eine bestimmte Rolle innerhalb der Show zuzuweisen. Die Teilnehmer betraten die Villa also nicht als unbeschriebene Blätter, sondern mit einem von der Produktion vordefinierten Charakter-Profil. Elf Männer und elf Frauen verbrachten während der Dreharbeiten rund zwei Wochen gemeinsam in der Villa – betreut von einer zugewiesenen Betreuerin, unterbrochen von Fotoshootings, aber stets innerhalb der ihnen zugedachten Erzählrolle.

Kameras überall – Dauerüberwachung im Reality-TV

Innerhalb der Villa herrschte mutmaßlich ständige Überwachung. Sämtliche Bereiche wurden gefilmt – aus Sicherheitsgründen offenbar sogar die Toiletten. Vertraglich stimmten die Kandidaten zu, dass prinzipiell jedes aufgezeichnete Material ausgestrahlt werden darf, einschließlich intimer Szenen. Wer sich nicht hüllenlos zeigen wollte, hätte das im Vertrag vermerken lassen können – in dem Fall würde etwa die Oberweite nachträglich digital unkenntlich gemacht. Außerdem soll eine Kondompflicht beim Geschlechtsverkehr vorgeschrieben worden sein – alles mutmaßlich im Vertrag festgehalten. Zudem mussten sie sich vorher auf Geschlechtskrankheiten untersuchen lassen und durften in keiner festen Beziehung sein.

"Love Island VIP" – Produktion entschied, wer mit wem ins Bett muss

Nicht einmal die Partnerwahl blieb den Kandidaten vermutlich selbst überlassen. Imelmann berichtete vor Gericht, dass sie sich eigentlich für einen anderen Teilnehmer interessiert habe. Doch die Produktion habe darauf bestanden, dass sie an der Seite von Yasin bleibt. "Wir hatten ein Date, ab da musste ich mit ihm in einem Bett schlafen", schilderte die Zeugin den Moment, ab dem ihre romantischen Präferenzen keine Rolle mehr spielten.

Inwieweit diese harten Klauseln wirklich in den Verträgen der Reality-TV-Stars stehen, ist unklar. Die Schriftstücke liegen nicht öffentlich zugänglich vor. Der Sender RTL2 äußerte sich auf eine Anfrage der "Bild" bislang nicht.

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