50. Jahrestag der Ausbürgerung: Biermann mit neuen Liedern: "Mensch, misch' dich ein"

Der Liedermacher Wolf Biermann präsentiert auf einem neuen Album Unveröffentlichtes - manches neu, manches auch noch aus DDR-Zeiten. Die Themen hätten sich kaum verändert, sagt der Künstler.

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Die Welt der Stars im Blick: Aktuelle Promi-Nachrichten lesen Sie auf news.de (Symbolbild). Bild: picture alliance / dpa | Sebastien Nogier

Zu seinem 90. Geburtstag präsentiert der Liedermacher Wolf Biermann Mitte November sein neues Album "Unterm Haar nur Himmel". Die 16 bislang unveröffentlichten Songs stammen zum Teil noch aus DDR-Zeiten. Daneben stehen neue Lieder aus den vergangenen Jahren.

Die tagespolitischen Themen hätten sich wenig gewandelt, sagt Biermann. In den Liedern geht es oft um Krieg und Frieden, ob in Vietnam, im Iran, in der Ukraine oder um Israel. "Alle sind für den Frieden, auch die Kriegsverbrecher", ist sein Resümee. "Sie meinen allerdings immer ihren Frieden, den Friedhofsfrieden der Diktatur. Deshalb, weil ich für den Frieden in Freiheit bin, muss ich leider auch für den Krieg sein. Das ist der Krieg, in dem eine Demokratie sich verteidigt gegen die nächste Diktatur."

Auf dem Album meldet sich Biermann mit seiner bekannten Mischung aus Selbstironie und bitteren Kommentaren. In der "Moritat von den Liebespaaren" spottet er über US-Präsident Donald Trump und den russischen Präsidenten Wladimir Putin und dichtet: "Die passen zusamm' wie Pott und Pann, die machen ihr Liebesspiel Mann mit Mann". Am Ende rät Biermann: "Auch Liebe zur Menschheit kann Liebe sein, Mensch, misch' dich ins eigene Leben ein."

Erstmals wieder im Studio

Meist begleitet sich der Liedermacher wie üblich selbst auf der Gitarre, einiges ist auch üppiger besetzt wie das bluesige "Vietnam - Die Lunte brennt" von 1966. Das Zehn-Minuten-Epos "Glaubst du, die Russen wollen Krieg?" singt er zur Klavierbegleitung. Erstmals seit seinem Auftrittsverbot in der DDR 1965 habe er ein Album nicht zu Hause, sondern im Studio seines Labels Clouds Hill aufgenommen, erzählt Biermann.

Er war 1953 als junger Kommunist aus Überzeugung von Hamburg in die DDR gezogen. Dort überwarf er sich später mit der Einheitspartei SED und durfte jahrelang nicht auftreten. 1976 kam er zurück auf die Bühne. Nach einem Konzert in Köln am 13. November 1976 wurde er von der DDR ausgebürgert, was Proteste nach sich zog. Das neue Album erscheint zum 50. Jahrestag am 13. November. Am 15. November wird Biermann 90 Jahre alt.

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

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