Von news.de-Redakteur - 11.03.2021, 08.04 Uhr

Gender-Zoff bei "heute"-Nachrichten: ZDF-Zuschauer toben gegen Moderatorin Petra Gerster

Weil sie in den "heute"-Nachrichten im ZDF auf gendergerechte Sprache setzt, muss sich Moderatorin Petra Gerster reichlich Kritik gefallen lassen. Regelmäßig müsse sie sich mit wütenden Reaktionen auseinandersetzen, erklärte sie jetzt bei Sandra Maischberger.

Petra Gerster zieht sich den Ärger der ZDF-Zuschauer:innen zu. Bild: dpa

Bei der ARD-Talkshow "maischberger. die woche" wurde in der aktuellen Ausgabe unter anderem über das Thema der gendergerechten Sprache und seine negativen Auswüchse debattiert. Mittendrin im Gender-Zoff ist ZDF-Moderatorin Petra Gerster, die seit August 1998 als Hauptmoderatorin der heute-Nachrichten um 19 Uhr zu sehen ist. Die 66-Jährige berichtet von teilweise erschreckenden Erfahrungen, die sie im Umgang mit der Anwendung von gendergerechter Sprache gemacht hat.

Gender-Streit wegen "heute"-Nachrichten: ZDF-Zuschauer:innen toben gegen Petra Gerster

Zunächst erklärt sie bei "maischberger. die woche", wer bei den "heute"-Nachrichten mit dem konsequenten Gendern begonnen habe. An vorderster Gender-Front habe da Moderator Claus Kleber gewirkt, was Petra Gerster zu der Aussage bringt: "Das hat mich sehr verblüfft, aber auch gefreut!" Kleber habe die "heute"-Moderatorin davon überzeugen können, dass man "das Gendersternchen tatsächlich sprechen kann." Doch Sie stellt auch klar, wie wenig gut die Entscheidung zum konsequenten Gendern bei der Mehrzahl der ZDF-Zuschauer:innen ankommen würde. Ganz im Gegenteil: Die würden teilweise regelrecht toben.

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Petra Gerster attackiert wegen gendergerechter Sprache in "heute"-Nachrichten

Das ganze Ausmaß zeige sich darin, dass sie "viel wütende Zuschauerpost" bekommen würde und aus diesem Grund "jede Woche sehr viele Briefe beantworten" müsse. Verständnis dafür habe nur ein kleiner Prozentsatz. Laut Gerster nimmt das dann bisweilen groteske Züge an. So habe ihr ein Zuschauer ihr "erbost" ihre Bücher zurückgeschickt: "Jemand, der gendert, von dem möchte er keine Bücher im Regal haben.", erklärt Gerster die Entscheidung "maischberger. die woche".

Twitter tobt wegen Gender-Zoff um Petra Gerster

Als weiteres Beispiel führt Gerster im ARD-Talk an: "Ein anderer hat geschrieben, er hätte mir immer vertraut, aber jetzt spräche ich plötzlich eine andere Sprache, nicht mehr seine Sprache, und jetzt hätte ich ihm mich selbst weggenommen." Einen Blick in die sozialen Netzwerke sollte sich Petra Gerster da vielleicht sparen. Beim Kurznachrichtendienst Twitter liefen die Kommentare beim Thema Gendern wieder heiß, wie diese Beispiele zeigen. "Die meisten ZDF-Zuschauer lehnen es ab" - na dann weiß ich nicht, warum Sie einer Mehrheit diese Sprache aufdrängen wollen!", lautet nur ein Beispiel im Netz, dessen Tenor unzählige folgen.

Hier können sie "maischberger. die Woche" in der ARD-Mediathek nachsehen.

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rut/sba/news.de

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