25.02.2021, 16.18 Uhr

Jaecki Schwarz privat: Von Alkoholsucht bis Coming-Out! So lebt der Schauspieler

Er war "Polizeiruf 110"-Kommissar und ist bis heute ein Publikumsliebling. Aber Jaecki Schwarz engagiert sich auch für die Rechte von Homosexuellen. Ist der Schauspieler selbst vergeben? Was wünscht er sich privat?

Jaecki Schwarz 2013 bei der Verleihung der Goldenen Henne. Bild: picture alliance/dpa | Soeren Stache

Jaecki Schwarz hat viele Jahre mit Wolfgang Winkler im "Polizeiruf 110" ermittelt. Die Rolle in dem Krimi war eine der bekanntesten auf seiner Liste von etwa 250 Kino- und Fernsehfilmen.

Jaecki Schwarz wird 75: Rückblick auf ein farbenprächtiges Schauspieler-Leben

Mehr als zwei Jahrzehnte gehörte Jaecki Schwarz zum Berliner Ensemble, er stand für Größen wie Peter Zadek auf der Bühne. Er ist einer der ostdeutschen Schauspieler, die auch nach dem Mauerfall weiter erfolgreich waren. Am 26. Februar 2021 wird der Berliner 75 Jahre alt.

Von Auftritten im Krimi "Ein starkes Team" abgesehen, arbeitet Schwarz nur noch wenig. Wenn er davon am Telefon erzählt, klingt das aber nicht verbittert. "Das ist einfach die Realität. Die Angebote sind fast gleich null. Ich warte nicht auf eine dritte Karriere in Hollywood."

"Polizeiruf"-Star wurde 2013 in Rente geschickt

Die "Polizeiruf"-Fälle aus Halle waren viele Jahre ein Quotengarant, 2013 war Schluss. Wie viele Sender tauschte der MDR die Ermittler aus. 17 Jahre waren die Kommissare Schmücke & Schneider, die beide mit Vornamen Herbert hießen, auf Verbrecherjagd.

Die Arbeit schweißte Winkler und Schwarz zusammen. Sie bestanden auf gemeinsame Garderoben-Räume und lasen zusammen Zeitung, Winkler den Sportteil und Schwarz das Feuilleton. Winkler starb 2019. Sein Kollege vermisst heute die gemeinsamen Autofahrten, das Rumkommen. "Er war verträglich und nicht vom Ehrgeiz zerfressen", sagt Schwarz über Winkler. Nicht immer der Erste sein müssen: Das hätten die beiden gemein gehabt.

Jaecki Schwarz privat: Herkunft, Ausbildung, Karriere

Ein Blick zurück: Jaecki Schwarz wurde in Köpenick geboren, nach dem Abitur machte er zunächst eine Lehre als Fotochemie-Facharbeiter, Schauspieler wurde er an der Filmhochschule in Potsdam-Babelsberg. 1967 hatte er seine erste Hauptrolle in "Ich war 19". Konrad Wolfs autobiografische Geschichte handelt von einem jungen Deutschen, der 1945 als Leutnant der Roten Armee in seine Heimat zurückkehrt. Wenn man Schwarz nach besonders sehenswerten Werken aus seiner Karriere fragt, nennt er diesen Film. Und auch "Die Schlüssel", ein Defa-Drama von 1973, in dem er neben Jutta Hoffmann die Hauptrolle spielt.

Jaecki Schwarz geht offen mit Alkoholsucht und Homosexualität um

Offen geht Schwarz mit seiner einstigen Sucht um. "Alkoholismus ist keine Schwäche, sondern eine Krankheit", sagte er vor einigen Jahren. "Einem Alkoholiker muss geholfen werden, das darf nicht unter den Tisch gekehrt werden."

Auch dass Schwarz schwul ist, ist schon lange bekannt. Er lebt als Single. Dass es heute noch Schlagzeilen macht, wenn ein junger Schauspieler sein Coming-out hat, wundert Schwarz nicht. Für die Leute scheine das noch etwas Besonderes zu sein. Dabei sei es doch wurst. "Aber das ist eben die Dummheit der Leute, weil sie nicht aufgeklärt sind." Gerade hat er bei einem queeren Manifest von 185 Schauspielerinnen und Schauspielern im Magazin der "Süddeutschen Zeitung" Flagge gezeigt.

Jaecki Schwarz über seine Gesundheit, seinen Geburtstag und Corona

Wie es ihm gesundheitlich geht? Normal. Seine Wohnung in Berlin-Mitte liegt im neunten Stock. Da muss er "unterwegs mal auspusten", wenn der Fahrstuhl nicht geht. Seit einem Schlaganfall im Jahr 2012 ist er auf dem rechten Auge fast blind.

Er vermisst, dass er wegen der "Corona-Kacke" nicht verreisen kann. Sein Lieblingsziel sind die Malediven. An seinem Geburtstag würde er gerne nach Heringsdorf an die Ostsee fahren, wenn es geht. Womit man ihm eine Freude machen kann? Bei Wünschen ist er bescheiden: "Alles, was ich brauche, habe ich. Ich habe sogar mehr, als ich brauche." Wenn Gäste Jaecki Schwarz fragen, was sie mitbringen können, pflegt er zu sagen: gute Laune oder Appetit.

Am 26. Februar 2021 ist Jaecki Schwarz um 22 Uhr bei "Riverboat" im MDR zu sehen.

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saw/news.de/dpa

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