Von news.de-Redakteurin Julia Pfeifer - 14.04.2011, 11.01 Uhr

Adoptivprinzen: Prinz Peinlich und der Penisbiss

Frédéric Prinz von Anhalt und sein Sohn Markus Prinz von Anhalt sind im Adel so anerkannt wie die Atomenergie bei den Grünen: gar nicht. Von den Medien werden adoptierte Adelige dagegen hofiert.

Früher hieß er mal Hans-Robert Lichtenberg und verdiente Millionen mit einer Saunakette. Heute heißt er Frédéric Prinz von Anhalt und verkauft das Leiden seiner Frau, der Schauspielerin Zsa Zsa Gabor, um im feinen Hollywood weiterhin auf dicke Hosen machen zu können. Angeblich, so heißt es, sei der gebürtige Deutsche schon längst pleite und verscherbele den Hausrat seiner schwer kranken Frau. Aber genau weiß das keiner. Denn Frédéric von Anhalt tut einiges, um in der Öffentlichkeit bemerkt zu werden.

Seine Frau Zsa Zsa Gabor musste in letzter Zeit öfters ins Krankenhaus gebracht werden. Seit einem Verkehrsunfall vor acht Jahren, infolgedessen sie im Rollstuhl sitzt, ist ihre Gesundheit angeschlagen. Anfang dieses Jahres musste der 94-Jährigen das rechte Bein amputiert werden. Es ist auffällig, dass die Presse sofort Bescheid weiß, wenn es Zsa Zsa Gabor schlecht geht, sie in die Klinik gebracht wird oder diese wieder verlassen darf. Ihr Mann hält engen Kontakt zu den Medien und gibt anscheinend jede kleinste Veränderung des Gesundheitszustandes seiner Frau weiter. Im vergangenen Jahr wollte der Prinz den aus dem Amt scheidenden Arnold Schwarzenegger beerben. Gekleidet in eine Fantasieuniform brachte er sein Wahlprogramm an die Kalifornier: Marihuana und Prostitution sollten legalisiert und das Mindestalter für Alkoholkonsum sollte gesenkt werden. Auf die Idee, für ein politisches Amt zu kandidieren, habe ihn übrigens der ehemalige amerikanische Präsident Ronald Reagan gebracht, erzählte Frédéric von Anhalt in einem Interview. Er soll zu ihm gesagt haben: «Fred, du weißt viel über Politik. Du solltest mal für ein Amt kandidieren.» Dass die Amerikaner ein Faible für schillernde Persönlichkeiten an der Spitze ihrer Bundesstaaten haben, zeigt die Wahl Arnold Schwarzeneggers. Doch auch wenn sie von Menschen mit Adelstitel im Namen in Hollywood begeistert sind, schaffte es Frédéric von Anhalt nicht einmal auf die Wahlliste.

2007 zum Beispiel hieß es, Frédéric Prinz von Anhalt sei wahrscheinlich der Vater von Dannielynn Hope, der Tochter des kurz zuvor verstorbenen Starlets Anna-Nicole Smith. Er selbst gab an, mit letzterer eine jahrelange Affäre gehabt zu haben und es sei keineswegs abwegig, dass die Kleine von ihm sei. Er sei bereit, einen Vaterschaftstest zu machen und im positiven Falle sogar für Dannielynn Hope zu sorgen. Sich um dieses Kind zu kümmern, bedeutete allerdings auch, ihr geerbtes Vermögen von 500 Millionen Dollar zu verwalten.

Lesen Sie auf Seite 2, wie aus Hans-Robert Lichtenberg Frédéric Prinz von Anhalt wurde.

Badewasserpinkler

Wer ist der Mann, der vor wirklich keiner Peinlichkeit zurück zu schrecken scheint (vor einigen Jahren erzählte er allen Ernstes im deutschen Fernsehen, dass ein Hund seiner Frau ihn in sein gutes Stück gebissen hätte)? Geboren wurde Hans-Robert Lichtenberg - so Frédérics Geburtsname - als Sohn eines Kriminalrates aus dem Ruhrgebiet. Nach einer Banklehre baute er sich ein Sauna-Imperium auf, mit dem er Millionen verdiente.

Sein Vermögen erlaubte es ihm letztendlich, in den Adelskreis aufgenommen zu werden. Denn Marie Auguste Prinzessin von Anhalt, die ihn später adoptierte, benötigte Geld, wovon Hans-Robert Lichtenberg ja mehr als genug hatte. Ein gemeinsamer Bekannter, der Titelhändler Hans-Herrman Weyer, brachte sie zusammen und auf die Idee der Adoption. Die Prinzessin von Anhalt wäre abgesichert (monatlich 1000 Euro) und Lichtenberger würde in den Adelsstand erhoben. Beide stimmten zu und aus Hans-Robert Lichtenberg wurde Frédéric Prinz von Anhalt. Der ging nach Hollywood, heiratete die bereits 69-jährige Zsa Zsa Gabor, die zwar schon mehrere reiche Männer vor ihm zum Ehemann hatte, allerdings keinen Prinzen.

FOTOS: Deutscher Adel Blaues Blut aus Deutschland

Mittlerweile hat das Paar ebenfalls adoptiert und Männer und Frauen in den Adelsstand erhoben, für die sich ihre «echte» adlige Sippe sicher schämt. Da gibt es den «Party-Prinzen» Markus von Anhalt, der sein Vermögen mit Bordellen verdiente, oder Michael Prinz von Anhalt, der kein Reality-Format des deutschen Fernsehens auszulassen scheint. Damit kennt sich auch ihr Vater aus. Er sorgte mal wieder für einen kleinen Skandal, als er während der Sendung Die Burg dem Berliner Starlet Kader Loth ins Badewasser pinkelte.

Im Haus von Anhalt wird über Frédéric von Anhalt und seine adoptierten Söhne noch nicht einmal der Kopf geschüttelt. Adelsexperte Jürgen von Worlitz sagte news.de dazu: «Eine Person wie Frédéric von Anhalt spielt im Adel überhaupt keine Rolle.» Man geht auf Distanz und versucht so wenig wie möglich, mit ihm in Verbindung gebracht zu werden.

Verwandt mit der dänischen Königin

Ein bisschen mehr Distanz wünscht sich wohl auch Alexander Prinz zu Schaumburg-Lippe, Chef des Stammhauses zu Schaumburg-Lippe. Seit einiger Zeit wird er immer wieder mit Mario-Max zu Schaumburg-Lippe in Verbindung gebracht. Der Grund: ein Rechtsstreit. Gemäß eines weil er 2009 mit der ehemaligen Boris-Becker-Geliebten Angela Ermakova und deren Tochter Anna zum Leipziger Opernball erschien. Da hieß es noch, es sei die große Liebe, sogar über Hochzeitspläne sprach Mario-Max. Aber nur wenige Wochen später trennte man sich und der adoptierte Adlige fand Zuflucht bei Nina Bruckner, einstige Gespielin von Richard Lugner, der zuletzt Berlusconis angebliche Affäre Ruby Rubacuori zum Wiener Opernball eingeladen hatte. Feine Gesellschaft!


Lesen Sie im ersten Teil unserer Adelsreihe, was der deutsche Adel zu bieten hat.

Lesen Sie im zweiten Teil unserer Adelsserie, warum bei den von Bismarcks der Haussegen schief hängt.

juz/car/ivb/news.de

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