Donald Trump: US-Präsident heizt Spekulationen um Flucht nach Wahlpleite an

Wie ernst meinte der US-Präsident diese Aussage? Donald Trump scherzt öffentlich darüber, nach Israel auszuwandern, um dort Premierminister zu werden. Eine Rechtsexpertin bringt dagegen Wladimir Putins Moskau als Zuflucht ins Spiel.

Von news.de-Redakteur - Uhr

Donald Trump scherzt selbst über seine "Flucht" nach Israel. (Foto) Suche
Donald Trump scherzt selbst über seine "Flucht" nach Israel. Bild: picture alliance/dpa/AP | Mark Schiefelbein
  • Donald Trump scherzt bei Fox News über "Flucht" nach Israel
  • Rechtsexpertin spekuliert über Trump-Flucht nach Moskau
  • Donald Trump: Wirft der US-Präsident das Handtuch?

Die Vereinigten Staaten erleben rund um die US-Zwischenwahlen eine Debatte, die selbst für amerikanische Verhältnisse ungewöhnlich ist: Könnte Donald Trump, dereine heftige Wahlpleite hinnehmen musste und bereits zuvor vor seiner Amtsenthebung gewarnt hatte, tatsächlich aus dem Land fliehen? Was klingt wie das Drehbuch eines politischen Thrillers, wird in US-Medien ernsthaft diskutiert - und der Präsident selbst gießt kräftig Öl ins Feuer.

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Donald Trump scherzt bei Fox News über "Flucht" nach Israel

Bei einem Anruf bei "Fox News" scherzte Trump noch vor seiner krachenden Niederlage, er könne nach Israel übersiedeln und dort Premierminister werden, sollten die Amerikaner genug von ihm haben. Trumps Aussage war dabei alles andere als bescheiden: "Ich habe eine Zustimmungsrate von 99 Prozent in Israel, könnt ihr das glauben?", prahlte der US-Präsident.

Die Datenlage erzählt allerdings eine deutlich nüchternere Geschichte. Laut einer aktuellen Erhebung des Jewish People Policy Institute äußerten gerade einmal zehn Prozent der Israelis großes Vertrauen in Trump hinsichtlich der amerikanisch-israelischen Beziehungen. Immerhin: Eine weitere Umfrage desselben Instituts ergab, dass 69 Prozent der Israelis ihn als den freundlichsten US-Präsidenten gegenüber ihrem Land betrachteten.

Rechtsexpertin spekuliert über Trump-Flucht nach Moskau

Doch neben Trumps launiger Israel-Fantasie kursieren weitaus düsterere Szenarien. Die Juraprofessorin Jamie Rowen von der University of Massachusetts Amherst brachte im Podcast "All Rise News" ein brisantes Szenario ins Spiel: Sollte Trump strafrechtliche Konsequenzen befürchten müssen - etwa durch Ermittlungen eines demokratisch kontrollierten Kongresses -, "könnte er versuchen, sich ins Ausland abzusetzen". Als wahrscheinlichstes Ziel nannte sie ausgerechnet Russland.

Rowen ging sogar noch weiter: "Vielleicht hätte er sich mit Putin abgesprochen, um einen Weg zu finden, nach Russland zu fliehen." Auch andere autoritär regierte Staaten kämen als mögliche Zufluchtsorte infrage, so die Rechtsexpertin. Wichtig: Für derartige Fluchtpläne existieren keinerlei Belege. Es sind reine Spekulationen.

Donald Trump: Das Bolsonaro-Szenario als Warnung

Als Blaupause für ein solches Fluchtszenario dient der Fall der brasilianischen Präsidentenfamilie Bolsonaro. Flávio Bolsonaro, Sohn des abgewählten Staatschefs Jair Bolsonaro, setzte sich gemeinsam mit seiner Familie nach Miami ab - aus Angst vor drohenden Strafverfahren. Der ältere Bolsonaro hatte zuvor behauptet, die Wahl sei gefälscht worden.

Besonders brisant: Laut Recherchen des "Wall Street Journal" sollen Vertraute aus Trumps Umfeld bei der Flucht der Bolsonaros Unterstützung geleistet haben. Offenbar gab es Absprachen mit Washington. Die Parallelen, die US-Medien nun zwischen beiden Fällen ziehen, liegen auf der Hand - auch wenn die Ausgangslage eines amtierenden US-Präsidenten eine völlig andere wäre.

Donald Trump: Wirft der US-Präsident das Handtuch?

Neben den Fluchtszenarien steht noch eine weitere Möglichkeit im Raum: ein freiwilliger Rückzug aus dem Weißen Haus. Der Politikwissenschaftler Scott Erb hält es durchaus für realistisch, dass Trump nach einer verheerenden Wahlnacht die Konsequenzen zieht. "Es würde mich nicht überraschen, wenn Präsident Trump aus Frust über seinen Machtverlust irgendwann im kommenden Jahr das Handtuch wirft", erklärte er gegenüber "Bild". Der Hintergrund: Nach dem Wahlsieg der Demokraten und ihrer Kontrolle über beide Kongresskammern stehen Donald Trump zwei Jahre mit massiv eingeschränktem Handlungsspielraum bevor.

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