Krieg in der Golfregion: Ägypten sagt Saudi-Arabien Hilfe bei Verteidigung zu
Drohnen und Raketen aus dem Jemen setzen Saudi-Arabien weiter unter Druck, unter anderem am Flughafen Riad gab es Tote und Verletzte. Könnte Ägypten nun eigene Soldaten in den Golfstaat schicken?
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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Ägypten will den regionalen Nachbarn Saudi-Arabien bei der Verteidigung gegen die Huthi-Miliz im Jemen unterstützen und könnte dafür womöglich auch eigene Soldaten in dem Golfstaat stationieren. Ägypten werde Saudi-Arabien "alle notwendige und mögliche Unterstützung geben, um dessen Sicherheit und Stabilität zu verteidigen", teilte der Nationale Verteidigungsrat mit, in dem Präsident Abdel Fattah al-Sisi den Vorsitz hat. Details oder konkrete Pläne nannte er nicht.
Das ägyptische Parlament kam am Sonntag zu einer Sitzung zusammen, um zu beraten. Eine weitere Sitzung ist für Montag geplant. Es wäre eine Zweidrittelmehrheit nötig, um Truppen ins Ausland zu entsenden.
Saudi-Arabien gerät im Zuge der erneuten Eskalation im benachbarten Jemen zunehmend unter Druck. Bei mehreren Huthi-Angriffen gab es Tote und Verletzte im Land, unter anderem am internationalen Flughafen Riad. Das Königreich bemüht sich um mehr militärische Hilfe bei der Abwehr, darunter von der Türkei und Pakistan und laut Berichten auch von den USA.
Al-Sisi: "Ich spreche nicht davon, in den Krieg zu ziehen"
Al-Sisi sagte bereits am Samstag, dass sein Land "jeden Schritt" unternehmen werde, um Saudi-Arabien zu schützen, wenn Riad die Regierung in Kairo darum bitten würde. Es gehe dabei aber nur um Verteidigung. "Ich spreche nicht davon, gegen irgendjemand in den Krieg zu ziehen oder irgendjemand anzugreifen", sagte al-Sisi.
Es ist unklar, wie schnell und in welchem Umfang sich Ägypten bei einem Gesuch tatsächlich beteiligen würde. Am wahrscheinlichsten sei, dass Ägypten dem Land bei der Abwehr von Drohnen und Raketen helfen würde, sagte Verteidigungs-Experte Alexandru Hudisteanu dem Nachrichtenkanal Al Jazeera. Nahost-Experte Tallha Abdulrazaq sagte dagegen, eine direkte Beteiligung der Türkei und Pakistans im Rahmen des sogenannten Mekka-Verteidigungspaktes sei zunächst wahrscheinlicher. Ägypten könnte aber mit seiner Flotte im Roten Meer versuchen, Versorgungswege der Miliz abzuschneiden.
Riad einer der wichtigsten Geldgeber für Ägypten
Die Monarchie Saudi-Arabien ist einer der wichtigsten Verbündeten und größten Geldgeber für Ägypten. Riad hat dem bevölkerungsreichsten Land der arabischen Welt in dessen tiefer Wirtschafts- und Finanzkrise immer wieder unterstützt, unter anderem mit Zentralbankeinlagen und Milliarden-Investitionen. Kairo und Riad unterstützen auch bei den Konflikten im Sudan und in Somalia dieselben Parteien.
Schon als Saudi-Arabien 2015 in den Bürgerkrieg im benachbarten Jemen eintrat, schloss sich Ägypten dem von Riad angeführten Bündnis an - allerdings eher symbolisch und militärisch betrachtet nur minimal mit seiner Flotte im Roten Meer. Im Jemen selbst kämpften ägyptische Truppen schon in den 1960er Jahren im damaligen Bürgerkrieg. Ägypten erlitt dabei schwerste Verluste, weshalb auch von "Ägyptens Vietnam" die Rede ist.
Ägypten will Rotes Meer und Suezkanal schützen
Ägypten hat in dem Konflikt unter anderem Sorge, dass erneute Angriffe der Huthi-Miliz auf Handelsschiffe wie schon 2023 und 2024 auch den Verkehr am weiter nördlich gelegenen Suezkanal beeinträchtigen könnten. Wegen Angriffen der Huthi brachen der Verkehr seinerzeit ein und damit auch die für Ägypten wichtigen Einnahmen vom Betrieb des Kanals.
Die Huthi im Jemen haben Ägypten bereits vor den Gefahren einer militärischen Beteiligung gewarnt. Entsprechende Schritte der ägyptischen Regierung betrachte man "mit großer Sorge", erklärte Jahja Ali al-Rai, Sprecher des Huthi-Parlaments, laut dem Fernsehsender Al-Masirah, der von der Miliz betrieben wird. Ägypten würde damit "seine eigene nationale Sicherheit und interne Stabilität schweren Gefahren aussetzen", erklärte al-Rai in einem Brief an den ägyptischen Parlamentsvorsitzenden, Hischam Badaui.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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kns/roj/news.de
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