Donald Trump: Geschmacklos-Scherz und Lügengeschichte - US-Präsident erzürnt mit 9/11-Gedenkrede

Donald Trump hat bei der Gedenkveranstaltung zum 25. Jahrestag der Terroranschläge vom 11. September für erhebliche Irritationen gesorgt. So erlaubte sich der US-Präsident nicht nur einen unangebrachten Scherz über einen 9/11-Helden, sondern präsentierte zudem eine persönliche Heldengeschichte, für die allerdings weder das Weiße Haus noch unabhängige Faktenprüfer den geringsten Beleg liefern konnten.

Von news.de-Redakteurin - Uhr

Donald Trump sorgte mit seiner Rede für Irritationen. (Foto) Suche
Donald Trump sorgte mit seiner Rede für Irritationen. Bild: picture alliance/dpa/AP | Julia Demaree Nikhinson
  • Donald Trump sorgt mit Rede bei 9/11-Gedenkveranstaltung für Aufruhr
  • US-Präsident Trump macht Scherz über 9/11-Helden
  • Trump als Lügner entlarvt nach unbelegter Heldengeschichte
  • US-Präsident außer sich nach Vorwürfen zu vermeintlich erfundener Heldengeschichte

Bei der Gedenkveranstaltung zum 25. Jahrestag der Terroranschläge vom 11. September hat US-Präsident Donald Trump am Dienstag (8. September) in Washington für erhebliche Irritationen gesorgt. Wie unter anderem das US-Portal "Raw Story" sowie "t-online.de" berichten, präsentierte der US-Präsident vor Ersthelfern, Hinterbliebenen und Vertretern gemeinnütziger Organisationen eine persönliche Heldengeschichte, für die weder das Weiße Haus noch unabhängige Faktenprüfer auch nur den geringsten Beleg liefern konnten.

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Donald Trump präsentiert nicht belegbare 9/11-Heldengeschichte

Was war passiert? Während seiner Rede verknüpfte Donald Trump, der unlängst mit einem manipulierten Video König Charles III. diffamiert hat, die Würdigung der damaligen Rettungskräfte nahtlos mit einer eigenen Heldenerzählung. Laut dem US-Präsidenten befand er sich damals mit seinen Mitarbeitern auf dem Gelände des One Liberty Plaza direkt gegenüber dem World Trade Center, als zwei Feuerwehrleute ihn gepackt und "weggetragen" haben, weil sie befürchteten, das Gebäude könnte ebenfalls einstürzen.

Donald Trump sorgt mit Rede bei 9/11-Gedenkveranstaltung für Aufruhr

Weiterhin schilderte der 80-Jährige während seiner Rede, wie er damals Hunderte Arbeiter eines eigenen Bauprojekts zum Ground Zero geschickt haben will. "Ich möchte auch meinen eigenen Leuten danken. Wir hatten damals ein riesiges Bauprojekt in New York und ich nahm die gesamte Belegschaft mit, um dorthin zu gehen", so Trump. "Niemand zögerte, alle kamen mit mir." Das Problem an Trumps Geschichte: Zahlreiche Kritiker haben in der Vergangenheit bereits darauf hingewiesen, dass sich Donald Trump am 11. September nachweislich nicht in der Nähe der Türme aufgehalten hat.

Kein einziger Beweis für Donald Trumps Ground-Zero-Geschichte

Tatsächlich halten die Behauptungen des US-Präsidenten einer Überprüfung nicht stand. Die Faktenprüfer von "PolitiFact" konnten trotz intensiver Recherche keinen einzigen Beleg dafür finden, dass Donald Trump tatsächlich Arbeiter zu Hilfsarbeiten an Ground Zero entsandte. Auch sein damaliges Bauprojekt, der im Bau befindliche Trump World Tower, lag rund acht Kilometer vom Anschlagsort entfernt. Auch CNN-Faktenchecker Daniel Dale konnte keine Beweise für Trumps Geschichte finden. Eine Nachfrage beim Weißen Haus blieb erfolglos.

"Auf die Frage nach Beweisen und/oder weiteren Details zu den jüngsten Behauptungen des Präsidenten über sich selbst und den 11. September lieferte das Weiße Haus keine", schrieb Dale auf X. Auch frühere journalistische Überprüfungen hatten Trumps Darstellung nie bestätigen können. Stattdessen habe Sprecher Davis Ingle mit einem Angriff auf die Medien reagiert. Der demokratische Stratege Adam Parkhomenko kommentierte die Reaktion des Weißen Hauses als Beispiel dafür, dass "das Weiße Haus Trumps Lügen über den 11. September verdoppelt."

US-Präsident Trump macht Scherz über 9/11-Helden

Doch damit nicht genug: Dr US-Präsident erlaubte sich während seiner Rede außerdem einen unangebrachten Scherz über den 9/11-Helden Welles Crowther, der als Mann mit dem roten Bandana bekannt wurde. Nachdem dieser eine Gruppe Verletzter aus dem Turm geleitet hatte, lief Crowther die Treppen erneut nach oben, um weitere Menschen zu retten. Seinen selbstlosen Einsatz bezahlte der junge Mann mit dem Leben. Bei der Gedenkveranstaltung in Washington überreichte Trump ihm nun in Anwesenheit von dessen Mutter Alison und dessen Schwester Paige posthum die Freiheitsmedaille. Doch während seiner Rede scherzte Trump völlig geschmacklos: "Der Mann mit dem roten Bandana. Haben Sie von dem gehört? Der ist sogar berühmter als ich geworden. Das gefällt mir nicht. Darüber bin ich nicht glücklich. Aber so ist es, er ist tatsächlich berühmter als ich."

US-Präsident außer sich nach Vorwürfen zu vermeintlich erfundener Heldengeschichte

Dass die Medien Donald Trumps Heldengeschichte in Frage stellen, sorgt bei dem US-Präsidenten indes für wenig Begeisterung. Ganz im Gegenteil. Bei Truth Social zog der Republikaner erneut vom Leder, wütete gegen das "New York Magazin" und beharrte darauf, dass seine Geschichte der Wahrheit entspricht. "Alles, was ich gesagt habe, war absolut zutreffend, und um dies zu belegen, füge ich Videoausschnitte bei, die mich dort mit zahlreichen meiner Mitarbeiter zeigen, darunter auch meinen damaligen Sicherheitschef Matthew Calamari, der diese sehr traurige Reise nach Lower Manhattan bereits mehrfach gegenüber vielen verschiedenen Journalisten bestätigt hat – doch es ist eine Geschichte, die einfach nicht verstummen will", so Trump.

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