Bomben-Drohne am Flughafen Leipzig: "Russland hat den Anschlag zu verantworten" - Regierung greift knallhart durch
Anfang August machten Ermittler auf dem Flughafen Leipzig/Halle einen brisanten Fund, als sie in unmittelbarer Nähe eines ukrainischen Antonow-Frachtflugzeugs eine mit Sprengstoff bestückte Drohne entdeckten. Inzwischen ist klar: Russland steckt hinter dem versuchten Anschlag, weshalb die Bundesregierung eine Reihe von Maßnahmen zur Vergeltung des Angriffs ankündigte.
Erstellt von Franziska Kais - Uhr
Suche
- Wirbel um Sprengstoffdrohne am Flughafen Leipzig/Halle Anfang August
- Dobrindt: Erkenntnisse belegen "russische Verantwortung"
- DNA-Spur und GRU-Handschrift – alle Indizien führen nach Russland
- Regierung greift durch und kündigt Maßnahmen zur Vergeltung an
Die Bundesregierung hat Russland am Dienstag (1. September) offiziell für den versuchten Drohnenanschlag auf den Flughafen Leipzig/Halle verantwortlich gemacht. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt erklärte in Berlin, dass polizeiliche Ermittlungen, erkannte Tatmuster sowie Erkenntnisse der Nachrichtendienste zu diesem Ergebnis geführt hätten.
Weitere Meldungen zu Wladimir Putin finden Sie am Ende dieses Textes.
Putin für Sprengstoff-Drohne am Leipziger Flughafen verantwortlich
"Die Bundesregierung kommt deswegen zum Schluss, dass Russland den hybriden Angriff in Leipzig am 4. August zu verantworten hat", sagte der CSU-Politiker. Damit beendet die Regierung wochenlange Zurückhaltung bei der direkten Zuschreibung des Vorfalls. In der Nacht zum 5. August hatten Ermittler auf dem Flughafengelände eine mit Sprengstoff bestückte Drohne entdeckt. In den darauffolgenden Tagen wurden weitere verdächtige Funde in Sachsen-Anhalt gemacht. Der Vorfall hatte in den deutschen Sicherheitsbehörden erheblichen Alarm ausgelöst. Dobrindt sprach in seiner Erklärung von hybrider Kriegsführung durch Moskau.
DNA-Spur und GRU-Handschrift – alle Indizien führen nach Russland
Laut Dobrindt kamen bei dem Anschlagsversuch Mittel zum Einsatz, die bereits aus früheren hybriden Aktionen Russlands sowie aus dem Ukraine-Krieg bekannt sind. Dazu zählen die spezifische Drohnenkonfiguration, verschiedene Bauteile, der verwendete Sprengstoff sowie die eingesetzte Zündtechnik. Dobrindt betonte, dass die am Tatort vorgefundene Technik und das Zusammenwirken aller Komponenten als professionell einzustufen seien. Sowohl bei der Planung als auch bei der Durchführung sei ein erheblicher organisatorischer Aufwand sowie ein hohes Maß an technischem Fachwissen erkennbar gewesen.
Bombenfund am Leipziger Flughafen - ukrainische Frachtmaschine offenbar gezielt ins Visier genommen
Die sprengstoffbeladene Drohne wurde in unmittelbarer Nähe eines ukrainischen Antonow-Frachtflugzeugs auf dem Flughafengelände entdeckt. Nach Angaben aus Ermittler- und Sicherheitskreisen steuerte das Fluggerät offenbar absichtlich auf die Maschine zu. Der Flughafen Leipzig/Halle gilt als bedeutender Umschlagplatz für Logistiklieferungen in die Ukraine. Neben dem Fund auf dem Flughafengelände selbst sicherten Ermittler in den Tagen danach weitere verdächtige Objekte in Sachsen-Anhalt. Im nahegelegenen Kabelsketal wurden Bruchstücke einer zweiten Drohne entdeckt, die ebenfalls Sprengstoff enthielt. Die Häufung der Funde in der Region rund um den Flughafen deutet laut Sicherheitskreisen darauf hin, dass es sich um eine koordinierte Aktion handelte und nicht um einen isolierten Vorfall.
DNA-Spur verknüpft Drohnenfund mit früherem russischem Sabotageakt
In Kursdorf entdeckten Ermittler eine technische Vorrichtung, die möglicherweise als Relaisstation fungierte. Derartige Systeme kommen im Ukraine-Krieg zum Einsatz, um Drohnen über größere Distanzen fernzusteuern. Brisant ist zudem ein DNA-Abgleich: An der Sprengstoffdrohne gesicherte genetische Spuren stimmen demnach mit einer DNA-Probe überein, die im Zusammenhang mit dem Brandanschlag auf ein DHL-Logistikzentrum in Leipzig im Juli 2024 gefunden wurde. Bereits damals hatten Sicherheitsbehörden mehrerer europäischer Länder russische Sabotagenetzwerke hinter einer Serie von Paketbränden vermutet.
Ende August bestätigte ein US-Geheimdienstmitarbeiter gegenüber ABC News, dass Bauweise und Sprengkörper Merkmale aufwiesen, die als "typisch" für GRU-Operationen gelten. Hinweise auf nichtrussische Täter liegen den Behörden bislang nicht vor.
Bundesregierung kündigt Maßnahmen zur Vergeltung gegen Russland an
Die Bundesregierung kündigte eine Reihe von Maßnahmen zur Vergeltung des Angriffs an:
- Das russische Generalkonsulat in Bonn wird zum 18. September geschlossen.
- Der Vertrag über das Russische Haus in Berlin wird gekündigt. Es besteht seit längerem der Verdacht, dass das Kulturinstitut zu Spionagezwecken genutzt wird.
- Weitere Personen sollen auf EU-Sanktionslisten gesetzt und damit zum Beispiel mit Einreiseverboten belegt werden.
- Einreisekontrolle für russische Staatsangehörige werden verschärft.
- Der Druck auf die sogenannte russische Schattenflotte wird erhöht.
- Zudem werden "weitere Maßnahmen im nachrichtendienstlichen Bereich" ergriffen.
Auch diese Meldungen zu Wladimir Putin sind einen Blick wert:
- Putins geheime Residenzen und das Versteckspiel um seinen Aufenthaltsort
- Verheerender Putin-Rückschlag - Fernsehturm und Russen-Kraftwerk zerstört
- Beunruhigende Aufnahmen - Putin-Verbündeter baut militärische Infrastruktur aus
- "Keine Vergebung" für "Kakerlaken" - Ex-Kremlchef droht eigenen Landsleuten
- Experten schlagen Alarm - Kremlchef könnte Europa bis 2040 angreifen
fka/news.de/dpa/stg
Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.