Westjordanland: Bericht: Siedler vertreiben Palästinenser aus ihrem Haus

Im Westjordanland belagern radikale Siedler seit mehr als drei Wochen Häuser von Palästinensern. In einem Dorf nicht weit entfernt sollen Siedler nun eine christliche Familie verdrängt haben.

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Radikale israelische Siedler sollen einem Bericht zufolge eine palästinensische Familie aus deren Haus im Westjordanland vertrieben haben. Wegen wiederholter Angriffe hätten die Bewohner Angst gehabt und schließlich ihr Haus in dem Ort Taibe verlassen, meldete die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa unter Berufung auf einen der Betroffenen. Israels Armee sagte auf Anfrage, sie gehe dem Bericht nach.

Laut Wafa handelt es sich um eine christliche Familie, die erst vor einer Woche in das Haus in einem Dorf in der Nähe der Stadt Ramallah eingezogen ist. Demnach hat die Familie das Haus sieben Jahre lang gebaut und umgerechnet knapp 300.000 Euro dafür ausgegeben. Wie viele Bewohner nun vertrieben worden sein sollen, war zunächst unklar.

Laut dem Bericht haben Siedler zuletzt auch Überwachungskameras am Haus gestohlen und Internetkabel sowie den Zaun des Grundstücks durchtrennt.

In den vergangenen Jahren hat die Gewalt israelischer Siedler gegen Palästinenser im Westjordanland deutlich zugenommen. Israelischen Einsatzkräften wird immer wieder vorgeworfen, nicht entschlossen genug gegen solche Angriffe vorzugehen.

Derzeit belagern radikale Siedler seit mehr als drei Wochen auch mehrere Häuser in dem etwas weiter nördlich gelegenen palästinensischen Dorf Kusra. Die Bewohner harren dort aus, weil sie fürchten, die Siedler könnten die Häuser besetzen, sollten sie sie verlassen. Die USA haben laut Medienberichten von Israel in dem Zusammenhang zuletzt ein entschlosseneres Vorgehen gegen die Siedler gefordert.

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

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