Donald Trump: Kein Präsident war schlechter - Historiker brüskiert Trump mit Urteil

Es ist ein verheerendes Urteil für den US-Präsidenten. Ein Historiker, der seit 40 Jahren fast jede US-Wahl korrekt vorhergesagt hat, rechnet mit Donald Trump ab, den er als "absolutes Desaster" bezeichnet.

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Im neuen Buch von Historiker Allan Lichtman kommt Donald Trump (Foto) nicht gut weg. (Foto) Suche
Im neuen Buch von Historiker Allan Lichtman kommt Donald Trump (Foto) nicht gut weg. Bild: picture alliance/dpa/AP | Jacquelyn Martin
  • Roosevelt schlägt Lincoln und LBJ überrascht auf Platz drei
  • Donald Trump ein "absolutes Desaster" laut Historiker
  • US-Präsident steht vor einer Schicksalswahl

Der als "Nostradamus" der US-Wahlprognosen bekannte Historiker Allan Lichtman legt nach: Am 22. September erscheint sein neues Werk über die zwölf bedeutendsten Präsidenten der amerikanischen Geschichte. Statt wie gewohnt Wahlergebnisse vorherzusagen, hat der renommierte Professor der American University in Washington diesmal zehn Schlüsselkriterien entwickelt, mit denen sich präsidentielle Größe systematisch messen lässt. Für den amtierenden US-Präsidenten Donald Trump, der zuletzt auf einem Parteitag brüskiert wurde, ist da kein Platz.

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Von Trump keine Spur: Roosevelt schlägt Lincoln

Von Donald Trump ist da keine Spur zu sehen, berichtet "Raw Story". An der Spitze von Lichtmans aktuellem Ranking steht Franklin D. Roosevelt, gefolgt von Abraham Lincoln auf dem zweiten Platz. Für manche dürfte die dritte Position allerdings eine Überraschung sein: Lyndon B. Johnson schafft es trotz des Vietnam-Desasters aufs Treppchen.

Lichtman begründet diese Einordnung mit der "außerordentlichen Tiefe und Breite innenpolitischer Errungenschaften", die Johnson die Bezeichnung als großer Präsident einbrächten - "trotz der Tragödie von Vietnam". Unter Johnsons Ägide entstanden das Wahlrechtsgesetz, das Bürgerrechtsgesetz sowie die Gesundheitsprogramme Medicare und Medicaid.

Ebenfalls bemerkenswert: Der weitgehend unbekannte James K. Polk landet auf Rang elf der zwölf größten Präsidenten. "Obwohl er nur eine Amtszeit regierte, ein Rassist und Imperialist war, hat James K. Polk die Nation grundlegend verändert", so Lichtman. Polk habe die Fläche der kontinentalen Vereinigten Staaten praktisch verdoppelt.

Donald Trump als "absolutes Desaster" auf dem letzten Platz

Am anderen Ende der Skala, die in einem Nachfolger-Buch über die schlechtesten US-Präsidenten behandelt werden soll, findet sich laut "Raw Story" dann der aktuelle Amtsinhaber. Unter allen modernen Präsidenten seit Reagan schneidet Trump in Lichtmans vorläufiger Bewertung am schlechtesten ab. Der Historiker spart nicht mit deutlichen Worten: Trumps politische Bilanz sei "ein absolutes Desaster", seine Amtsführung basiere auf "dreisten Lügen".

  • "Wir haben noch nie einen Präsidenten erlebt, der die amerikanische Demokratie so grundlegend bedroht", erklärte Lichtman.
  • Trump habe offen erklärt, als Präsident könne er tun, was er wolle - und umgarne die Diktatoren dieser Welt.
  • Der Historiker sieht darin einen "diktatorischen, autoritären Ansatz" in der amerikanischen Politik.

Die Bevölkerung scheint das ähnlich zu sehen: Laut einer aktuellen Reuters/Ipsos-Umfrage sackte Trumps Zustimmungsrate zuletzt auf einen Tiefststand von 33 Prozent.

Donald Trump steht vor einer Schicksalswahl

Die anstehenden Zwischenwahlen im November bezeichnet Lichtman als "entscheidend", da unter Donald Trumps Führung zentrale Errungenschaften früherer Präsidenten auf dem Spiel stünden. Den derzeit viel diskutierten Umschwung zugunsten der Demokraten hält er für realistisch: Das Repräsentantenhaus werde voraussichtlich wieder unter demokratische Kontrolle fallen, beim Senat stünden die Chancen bei "50 zu 50".

Allerdings knüpft er seine Prognose an eine entscheidende Bedingung: Die Wahlen müssten "frei und fair" ablaufen. Genau daran hat Lichtman erhebliche Zweifel. Das Justizministerium hatte vergangene Woche angekündigt, 1.000 Bundesbeobachter an Wahllokale zu entsenden. Lichtman wertet dies als "direkten Versuch der Wahleinmischung und -manipulation". Wenn Trump von Wahlintegrität spreche, sei das lediglich ein "Codewort für seine Einmischung in Wahlen".

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