Donald Trump: "Sein eigener schlimmster Feind" - dieser Angriff fliegt ihm um die Ohren
Die Ansage war mehr als nur deutlich. Das "Wall Street Journal" rechnet mit Donald Trumps Zoll-Eskalation gegen Kanada ab und nennt den US-Präsidenten in Handelsfragen "seinen eigenen schlimmsten Feind".
Erstellt von Tobias Rüster - Uhr
Suche
- Donald Trump attackiert für Angriff auf Kanada
- Donald Trump tobt wegen Vergeltungsdrohung
- Donald Trump: Hat der US-Präsident ein Ass im Ärmel?
Das konservative "Wall Street Journal" geht mit Donald Trumps jüngster Zoll-Offensive gegen Kanada hart ins Gericht. In einem veröffentlichten Editorial bezeichnet das Blatt den US-Präsidenten in Handelsfragen als "seinen eigenen schlimmsten Feind". Es ist längst nicht der einzige Rückschlag für Trump in den vergangenen Tagen. Auf einem Republikaner-Parteitag wurde er zuletzt von seinen eigenen Leuten brüskiert.
Weitere Artikel über Donald Trump finden Sie unter diesem Text.
Donald Trump attackiert für Angriff auf Kanada
Konkret richtet sich die Kritik gegen Trumps Ankündigung, Zölle von 50 Prozent auf kanadische Fahrzeuge, Autoteile und Stahl zu erheben. Das Editorial Board warnt, dass dieser Schritt die amerikanische Automobilindustrie massiv treffen würde - mit einer zusätzlichen Steuerlast von rund 25 Milliarden Dollar für US-Autohersteller, deren Zulieferer und letztlich die Verbraucher. Dass ausgerechnet das "Wall Street Journal" - traditionell ein wirtschaftspolitisches Sprachrohr konservativer Kreise - derart deutliche Worte findet, unterstreicht die Brisanz der Eskalation.
Das "Wall Street Journal" ist kein linksliberales Kampfblatt, sondern gilt seit Jahrzehnten als wirtschaftspolitische Stimme des konservativen Amerikas. Wenn ausgerechnet diese Redaktion den republikanischen Präsidenten in Handelsfragen als "seinen eigenen schlimmsten Feind" bezeichnet, dürfte das in Washington schwerer wiegen als jede Kritik aus dem progressiven Lager.
Donald Trump tobt wegen Vergeltungsdrohung
Auslöser der Eskalation war die Ankündigung des kanadischen Premierministers Mark Carney, auf Trumps jüngste Zoll-Offensive mit Gegenmaßnahmen in exakt gleicher Höhe zu reagieren. Diese Dollar-für-Dollar-Vergeltungsdrohung brachte den US-Präsidenten offenbar derart in Rage, dass er über Truth Social die 50-Prozent-Zölle auf "alle Autos, Trucks, groß und klein, Autoteile und Stahl" verkündete.
Die Zahlen sprechen dabei eine eindeutige Sprache gegen Trumps Kurs: Kanada liefert jährlich Fahrzeuge und Teile im Wert von etwa 50,4 Milliarden Dollar in die USA. Allein nach Michigan fließen davon 22,1 Milliarden, nach Texas weitere 14,8 Milliarden Dollar. Die US-Autoindustrie ist schlicht nicht in der Lage, ohne diese Importe reibungslos zu funktionieren, wie das Editorial Board betont.
Donald Trump: Hat der US-Präsident ein Ass im Ärmel?
Möglicherweise pokert Donald Trump nur, um Kanada an den Verhandlungstisch zu zwingen - das räumt selbst das Editorial Board ein. Doch auch als Bluff richtet die Strategie des US-Präsidenten erheblichen Schaden an. Denn das permanente Zickzack bei Zöllen und Regulierung vergiftet das Investitionsklima nachhaltig, so die Warnung des Blattes.
Wie gelähmt die Branche bereits ist, verdeutlicht Mary Buchzeiger, Chefin des in Michigan ansässigen Autozulieferers Lucerne International. Gegenüber einem lokalen Radiosender sagte sie laut "Rawstory": "Alle sind gerade vor Angst wie gelähmt wegen dieser sich ständig ändernden regulatorischen Gezeiten, wegen der wechselnden Zölle, und es ist unmöglich, gute und solide Pläne zu machen und voranzukommen und diese Investitionen mit gutem Gewissen zu tätigen."
Lesen Sie auch diese Artikel:
- US-Präsident kann es nicht stoppen - Experte warnt vor unkontrollierbarem Zucken
- Weißes Haus lässt Trump-Assistentin aus Melania-Videos verschwinden
- Verlässt sie Miami? Trump-Tochter Ivanka könnte Trennung ins Haus stehen
- Trump-Vize geht unter - hier ist er komplett chancenlos
- Es ging nicht mehr anders - Trump-Liebling widerspricht US-Präsident im TV
rut/news.de/stg
Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.