Pete Hegseth: Es droht Ärger mit Donald Trump - Kriegsminister schlägt auf eigene Faust zu
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth plant offenbar den nächsten Karriereschritt - und riskiert damit einen offenen Konflikt mit Donald Trump und JD Vance. Der Ex-Fox-News-Moderator will angeblich das Erbe von "The Don" antreten.
Von news.de-Redakteur Tobias Rüster - Uhr
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- Pete Hegseth macht plötzlich Wahlkampf
- Pete Hegseth wird zum Sicherheitsrisiko
- Pete Hegseth: Seine Skandal-Liste nimmt kein Ende
- Donald Trump duldet keine Kronprinzen neben sich
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth, von Donald Trump gerne auch als "Kriegsminister" bezeichnet, hat offenbar das höchste Amt im Staat ins Visier genommen. Wie die "Washington Post" unter Berufung auf Regierungsbeamte aus Trumps Umfeld berichtet, deuten Hegseths jüngste Auftritte in den politisch entscheidenden Bundesstaaten Iowa und South Carolina auf eine mögliche Präsidentschaftskandidatur im Jahr 2028 hin. Dabei hat Donald Trump doch bereits mit einem weiteren Machtkampf zu tun.
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Pete Hegseth macht plötzlich Wahlkampf
Zuletzt reiste der 46-Jährige nach Iowa - ein Staat, in dem sich traditionell künftige Präsidentschaftsbewerber die ersten Sporen verdienen. Bereits in der Vorwoche hatte er sich in South Carolina blicken lassen, einem weiteren Schlüsselstaat der republikanischen Vorwahlen. Hegseths politische Tournee beschränkte sich nicht auf Iowa und South Carolina. Bereits im Mai unterstützte er den Kongresskandidaten Ed Gallrein bei dessen erfolgreicher Vorwahl gegen den republikanischen Amtsinhaber Thomas Massie in Kentucky. In South Carolina warb er vergangene Woche für Senator Darline Graham, in Iowa für den republikanischen Abgeordneten Zach Nunn.
Wie CBS anmerkt, ist es für einen amtierenden Verteidigungsminister äußerst ungewöhnlich, aktiv Wahlkampf für Parteikollegen zu betreiben. Das Pentagon bemühte sich um Schadensbegrenzung: Ein Sprecher erklärte gegenüber der "Washington Post", Hegseth besuche Iowa "in privater Eigenschaft". Militärflugzeuge nutze er lediglich wegen der "ständigen Notwendigkeit sicherer Kommunikation und reaktionsfähiger Transportmittel für die nationale Sicherheit".
Pete Hegseth wird zum Sicherheitsrisiko
Ausgerechnet das Thema sichere Kommunikation dürfte bei Hegseths Kritikern für bitteres Schmunzeln sorgen. Denn kaum zwei Monate nach seiner Bestätigung durch den Senat wurde Hegseth zum Synonym für das genaue Gegenteil sicherer Kommunikation. Im sogenannten "Signalgate"-Skandal hatte der Verteidigungsminister den verschlüsselten Messengerdienst Signal genutzt, um vertrauliche Details zu Militärschlägen gegen iranische Stellvertretermilizen im Jemen mit 19 hochrangigen Regierungsmitgliedern zu teilen - darunter Vizepräsident Vance, Stabschefin Susie Wiles und Vize-Stabschef Stephen Miller.
Das Problem: Signal ist für offizielle Regierungskommunikation mithochsensiblen und klassifizierten Informationengrundsätzlich nicht zugelassen. Noch peinlicher wurde die Angelegenheit, als "The Atlantic"-Chefredakteur Jeffrey Goldberg versehentlich in den Gruppenchat aufgenommen wurde und die brisanten Inhalte öffentlich machte. Im Pentagon dürften die Erinnerungen an dieses Debakel noch frisch sein - und Hegseths Beteuerungen über sichere Kommunikationswege entsprechend skeptisch aufgenommen werden.
Pete Hegseth: Seine Skandal-Liste nimmt kein Ende
Signalgate wäre für die meisten Politiker bereits karrierebedrohend - doch Hegseths Skandal-Liste ist damit längst nicht erschöpft. Besonders schwer dürfte ihm im Wahlkampf die von Trump begonnene militärische Auseinandersetzung mit dem Iran zu schaffen machen, die Hegseth als selbsternannter "Kriegsminister" unermüdlich verteidigt hat. Ein US-Luftangriff auf eine iranische Schule, bei dem 165 Zivilisten getötet wurden, hat den Konflikt zu einem der unpopulärsten seit Beginn moderner Meinungsforschung gemacht. Laut einer CNN-Umfrage von Ende Juli befürworten lediglich 28 Prozent der Wähler den Krieg.
Hinzu kommen erschütternde Berichte über die Zustände auf der USS Abraham Lincoln, die im Iran-Konflikt eingesetzt wird: Das Schiff mit 5.000 Besatzungsmitgliedern ist seit über 260 Tagen im Einsatz, davon mehr als 200 ohne Hafenanlauf. Familien der Soldaten schildern verschimmelte Duschen, defekte Toiletten, wochenlang kein Warmwasser und Mahlzeiten, die auf eine halbe Tasse Reis und zwei Tortillas zusammengeschrumpft seien. Hegseth wies die Berichte als völlig falsch zurück.
Doch die Kontroversen reichen weit über den Iran-Krieg hinaus. Im Amt sorgte Hegseth mit weitreichenden "Säuberungen" in der Militärführung für Aufsehen und drängte kritische Sicherheitsjournalisten aus dem Pentagon-Pressekorps. Besonders brisant: Seine mutmaßlichen "Tötet-sie-alle"-Befehle bei Einsätzen gegen verdächtige Drogenschmuggler in der Karibik wurden von Rechtsexperten als Verbrechen gegen die Menschlichkeit eingestuft.
Donald Trump duldet keine Kronprinzen neben sich
Die Berichte über Hegseths Ambitionen dürften im Oval Office auf wenig Begeisterung stoßen. Trump blockt Fragen zu seiner Nachfolge stets ab - und dabei Vizepräsident Vance und Außenminister Marco Rubio gezielt gegeneinander ausgespielt, wenn es um seinen Segen als Maga-Thronfolger geht. Das schreibt zumindest "The Daily Beast".
Ein Kabinettsmitglied, das eigenständig Schlüsselstaaten bearbeitet, gehört genau zu der Sorte Nachrichten, die Trump registriert - und nicht wohlwollend, schreibt das Portal weiter. Erschwerend kommt hinzu, dass Vance auf die Unterstützung einiger der vermögendsten und einflussreichsten Geldgeber der Maga-Bewegung zählen kann. Gegen dieses Netzwerk in einer Vorwahl anzutreten, wäre für Hegseth eine zusätzliche Hürde von erheblichem Ausmaß.
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rut/news.de/stg
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