Donald Trump: US-Präsident verliert Rückhalt - Republikaner geht im TV auf Trump los

Selbst in den eigenen Reihen wächst der Unmut: Donald Trumps Zustimmungswerte unter republikanischen Wählern sind binnen eines Monats massiv eingebrochen - ein Abgeordneter wirft dem Präsidenten öffentlich vor, sich über die finanziellen Nöte der Amerikaner lustig zu machen.

Von news.de-Redakteur - Uhr

Donald Trumps Umfragewerte sehen eher betrübt aus. (Foto) Suche
Donald Trumps Umfragewerte sehen eher betrübt aus. Bild: picture alliance/dpa/AP | Alex Brandon
  • Donald Trump stürzt in Umfragen ab
  • Vertrauen in Wirtschaftspolitik schwindet rapide
  • Republikaner rechnet mit Trumps Wirtschaftskurs ab

Die Zustimmungswerte von Donald Trump, der zuletzt wieder an der Seite seiner Assistentin Natalie Harp zu sehen war, bröckeln - und zwar dort, wo es besonders wehtut: in den eigenen Reihen. Laut einer aktuellen Erhebung der "Financial Times" und Focaldata ist Trumps Netto-Zustimmungsrate unter republikanischen Wählern innerhalb eines Monats um acht Prozentpunkte gesunken.

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Donald Trump stürzt in Umfragen ab

Die Umfrage, durchgeführt vom 7. bis 10. August unter 1.913 registrierten Wählern, offenbart ein düsteres Stimmungsbild: Mehr als 53 Prozent der Befragten gaben an, seit Donald Trumps Rückkehr ins Weiße Haus im Januar 2025 finanziell schlechter dazustehen. Insgesamt bewerteten 55 Prozent seine Amtsführung negativ. Die Fehlertoleranz der Erhebung liegt bei plus/minus 2,9 Prozentpunkten.

Knapp drei Monate vor den US-Zwischenwahlen im November sind diese Zahlen ein Warnsignal für die Republikaner, die ihre Kongressmehrheiten verteidigen müssen.

Donald Trump: Vertrauen in Wirtschaftspolitik schwindet rapide

Besonders alarmierend für das Weiße Haus: 64 Prozent der registrierten Wähler lehnen Trumps Umgang mit Inflation und Lebenshaltungskosten ab. Unter den unabhängigen Wählern liegt dieser Wert bei fast 70 Prozent - und selbst rund ein Drittel der Republikaner teilt diese Einschätzung. Nahezu ein Viertel der Republikaner-Anhänger gab an, finanziell schlechter gestellt zu sein als vor Trumps Amtsantritt.

Der Abwärtstrend zeigt sich auch in anderen Erhebungen. Eine Pew-Research-Studie vom Juli ergab, dass bereits 28 Prozent der Republikaner Trumps Politik für eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage verantwortlich machten - im Januar waren es noch 18 Prozent. Eine YouGov/"Economist"-Umfrage von Anfang August zeichnete ein noch drastischeres Bild: Nur 30 Prozent aller Befragten bewerteten Trumps Wirtschaftskurs positiv, bei der Inflationsbekämpfung waren es sogar nur 25 Prozent. Rund zwei Drittel der Wähler sehen die wirtschaftliche Entwicklung des Landes insgesamt auf dem falschen Kurs.

Republikaner rechnet mit Trumps Wirtschaftskurs ab

Kritik kommt mittlerweile auch aus den eigenen Reihen. Der republikanische Abgeordnete Don Bacon aus Nebraska warf dem US-Präsidenten in der CBS-Sendung "Face the Nation" vor, die finanziellen Nöte der Bevölkerung nicht ernst genug zu nehmen. "Er macht sich über die Frage der Bezahlbarkeit lustig", sagte Bacon und fügte hinzu: "Die meisten Amerikaner spüren den Schmerz im Supermarkt und an der Zapfsäule."

Besonders deutlich fiel Bacons Urteil zur Zollpolitik aus. "Zölle haben die Inflation verschärft", erklärte der Kongressabgeordnete. Globale Zölle seien letztlich nichts anderes als eine Steuer auf Verbraucher, die dadurch höhere Preise zahlen müssten. Statt die Probleme kleinzureden, solle Trump besser anerkennen, dass eine Krise bestehe, forderte Bacon. Es gelte dafür zu sorgen, dass die Löhne schneller steigen als die Inflation.

Donald Trump: Weißes Haus weist Kritik zurück

Die Trump-Administration reagierte auf die ernüchternden Umfragewerte mit einer Verteidigung der eigenen Bilanz. Die Administration macht wiederholt das Erbe von Trumps Vorgänger Joe Biden für die anhaltenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten verantwortlich. Sprecher Kush Desai verwies gegenüber der "Financial Times" auf Erfolge bei der Senkung von Medikamentenpreisen, die Rückverlagerung von Arbeitsplätzen in die USA sowie Steuererleichterungen. Zudem hob er einen historischen Rückgang der Gewaltkriminalität und die nach Regierungsangaben sicherste Grenze in der Geschichte des Landes hervor.

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