Donald Trump bloßgestellt: "The Don" schummelt im großen Stil - und missbraucht Verstorbene
Um seine Errungenschaften in den Himmel zu loben, scheint Donald Trump jedes Mittel recht - die aktuell aufgeflogene Manipulation im US-Arbeitsministerium sprengt jedoch alle Grenzen. Selbst vor dem Missbrauch Verstorbener schreckt "The Don" nicht zurück.
Erstellt von Claudia Löwe - Uhr
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- Donald Trump mit dreister Lügen-Kampagne bloßgestellt
- Jubel-Kommentare im großen Stil gefälscht - Trump-Ministerium missbraucht sogar Tote
- US-Präsident will breite Zustimmung vorgaukeln, doch der schamlose Plan fliegt auf
In Donald Trumps Welt scheint es eine Regel zu geben, die für "The Don" uneingeschränkt Gültigkeit besitzt: Was immer der US-Präsident anfasst, wird unweigerlich ein Erfolg. So wurde auch Trumps Plan zur Öffnung von 401(k)-Rentenkonten für Private Equity und Kryptowährungen dieser Maxime folgend gebührend vom US-Arbeitsministerium gefeiert - doch die breite Zustimmung, mit der das Vorhaben angeblich aufgenommen wurde, entpuppte sich als dreister Schwindel, der sämtliche Grenzen des guten Geschmacks sprengt.
Donald Trump von Investigativjournalisten der Manipulation im großen Stil überführt
Eine Recherche von "Bloomberg", die von "The Daily Beast" zusammengefasst wurde, hat eine offenbar groß angelegte Fälschungsaktion beim US-Arbeitsministerium aufgedeckt: Mehr als 12.000 Kommentare, die Trumps Vorhaben zur Öffnung von 401(k)-Rentenkonten für Private Equity und Kryptowährungen befürworten, wurden demnach künstlich erzeugt – um den Eindruck breiter öffentlicher Zustimmung zu erwecken.
Trump-Ministerium erstellt Fake-Kommentare mit Namen von Verstorbenen
Ein Detail sticht dabei besonders irritierend ins Auge: Unter den vermeintlichen Unterstützern befanden sich auch bereits verstorbene Personen. Die manipulierten Einreichungen enthielten weder Unterschriften noch persönliche Angaben wie Wohnort oder E-Mail-Adresse. Im Gegensatz dazu wiesen fast alle der rund 30.000 Kommentare, die sich gegen den Vorstoß aussprachen, solche Informationen auf. Sämtliche befürwortenden Stellungnahmen basierten auf lediglich fünf verschiedenen Textvorlagen und gingen in einem eng begrenzten Zeitfenster zwischen dem 29. April und dem 5. Mai beim Ministerium ein – dann brachen sie schlagartig ab.
Plumper Online-Schwindel fliegt auf: US-Regierung missbraucht Tote als Befürworter
Besonders erschütternd sind die konkreten Einzelfälle. Im Namen einer gewissen Danna Oderman beispielsweise wurde im Mai ein Kommentar eingereicht, der die "Demokratisierung" des Zugangs zu privaten Märkten lobte. Danna Oderman war allerdings bereits im vergangenen Dezember gestorben. "Das ist nicht meine Mutter", sagte ihr Sohn Heath Oderman gegenüber "Bloomberg". "Die Sprache ist nichts, was sie jemals zu Lebzeiten benutzt hätte." Eine landesweite Suche in öffentlichen Registern ergab keine weitere Person gleichen Namens. Auch eine Frau namens Lyngrid Rawlings tauchte als vermeintliche Unterstützerin auf – obwohl sie bereits 2024 nach einer Karriere als Pädagogin und im diplomatischen Dienst verstorben war. "Es ist zutiefst respektlos und entehrend", erklärte ihre Tochter Lauren Rawlings. "Ihr Leben war dem Dienst an der Gemeinschaft gewidmet."
Nicht nur Verstorbene wurden eingespannt: Der pensionierte Massachusetts-Professor Karl Giberson fand seinen Namen unter einem befürwortenden Kommentar wieder. "Das spiegelt meine Ansichten überhaupt nicht wider", stellte er klar.
So ungeschickt mogelte Trumps Ministerium zum eigenen Vorteil
Die Systematik hinter der Kampagne ist so plump wie auffällig: Sämtliche 12.000 befürwortenden Kommentare folgten exakt fünf verschiedenen Textbausteinen. Der einzige erkennbare Unterschied zwischen den einzelnen Einreichungen war der Name – Zeichensetzung, Zeilenumbrüche und Textlänge glichen sich verdächtig. Eine der Vorlagen pries die Vorzüge einer "Demokratisierung" des Zugangs zu privaten Märkten. Eine andere war aus der Perspektive eines Ruheständlers verfasst, der die "Modernisierung" von 401(k)-Plänen durch die Trump-Regierung begrüßte. Eine dritte begann ausnahmslos mit den Worten "Danke, Präsident Trump".
Die Einreichungen gingen zwischen dem 29. April und dem 5. Mai in nahezu identischen Tagesmengen ein – und hörten dann abrupt auf. Im Gegensatz dazu enthielten fast alle der rund 30.000 ablehnenden Kommentare persönliche Angaben wie Wohnort, Bundesstaat und E-Mail-Adresse.
Donald Trump schwindelt für verlockende 10 Billionen Dollar
Hinter dem Vorstoß stehen handfeste wirtschaftliche Interessen. Private-Equity-Firmen drängen massiv auf die geplante Regeländerung, denn sie würde ihnen Zugang zu einem gewaltigen Kapitalpool verschaffen: In den 401(k)-Konten amerikanischer Arbeitnehmer liegen rund 10 Billionen Dollar. Donald Trumps Exekutivanordnung sieht vor, diese Altersvorsorgekonten für Investitionen in Private Equity und sogenannte alternative Anlageklassen wie Kryptowährungen zu öffnen. Für die Branche wäre das ein enormes Geschäft – für Arbeitnehmer hingegen bedeutet es potenziell höhere Risiken und Gebühren bei der Altersvorsorge.
Dass die Unterstützungskampagne offenkundig fabriziert wurde, wirft laut "Bloomberg" ein bezeichnendes Licht auf die tatsächliche öffentliche Resonanz: Die manipulierten Kommentare deuten darauf hin, dass der Plan in der Bevölkerung nur auf einen sehr begrenzten Kreis echter Befürworter zählen kann.
Donald Trump beharrt auf Wahl-Verschwörung - und greift selbst zu pietätlosen Methoden
Die Enthüllungen entbehren nicht einer gewissen Ironie: Donald Trump selbst hatte jahrelang behauptet, bei der Präsidentschaftswahl 2020 seien Stimmen im Namen verstorbener Personen abgegeben worden. Diese Verschwörungstheorien über angeblichen Wahlbetrug wurden wiederholt widerlegt. Nun tauchen ausgerechnet bei einem seiner politischen Prestigeprojekte Tote als vermeintliche Unterstützer auf. Weder das Weiße Haus noch das Arbeitsministerium haben sich bislang zu den Ergebnissen der "Bloomberg"-Recherche geäußert. Auch die General Services Administration, die das Portal für öffentliche Stellungnahmen zu Gesetzesvorhaben betreibt, hat laut "The Daily Beast" noch keine Antwort auf entsprechende Presseanfragen geliefert.
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