Ukraine-Krieg aktuell: Geschmacklose Militärwerbung - Russen werben mit totem Kreml-Kritiker Nawalny

Skandal um eine russische Rekrutierungsanzeige, die selbst für Kreml-Verhältnisse erschütternd geschmacklos ist: Das Werbeplakat zeigt ein KI-Bild des toten Kreml-Kritikers Alexej Nawalny in Militäruniform.

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Russland wirbt mit dem totem Kreml-Kritiker Nawalny um Rekruten. (Foto) Suche
Russland wirbt mit dem totem Kreml-Kritiker Nawalny um Rekruten. Bild: picture alliance/dpa | Christophe Gateau
  • Ukraine-Krieg aktuell: Skandal um geschmacklose Militärwerbung
  • Russen werben mit totem Kreml-Kritiker Alexej Nawalny um Rekruten
  • Nawalny bezeichnete den Ukraine-Krieg zeitlebens als Werk von "Banditen und Verbrechern"
  • Absurde Erklärung der Verantwortlichen: Ähnlichkeit mit Nawalny Zufall

Wie die "Bild" aktuell berichtet, ist in der südrussischen Stadt Rostow am Don eine Rekrutierungsanzeige für die russische Armee aufgetaucht, die selbst für russische Verhältnisse bemerkenswert geschmacklos daherkommt: Das Werbematerial zeigt ein künstlich erzeugtes Abbild des verstorbenen Kreml-Kritikers Alexej Nawalny in Militäruniform.

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Ukraine-Krieg aktuell: Skandal um geschmacklose Militärwerbung

Die Verwendung seines Konterfeis ist nicht nur geschmacklos, sondern auch extrem zynisch, da der Oppositionspolitiker, der 2024 in einem Straflager ums Leben kam, den Angriffskrieg gegen die Ukraine, der sich für Wladimir Putin immer mehr zum Desaster entwickelt, stets scharf verurteilt hatte. Er bezeichnete den Konflikt als "von Banditen und Verbrechern begonnen". Das russische Exilmedium "Meduza" machte die Anzeige erstmals öffentlich und recherchierte deren Ursprung.

Russland lockt Rekruten mit Aussicht auf Immobilie in den Ukraine-Krieg

Die Propaganda-Grafik präsentiert den ermordeten Oppositionsführer in zwei Varianten: Links erscheint er mit grimmiger Miene in russischer Kampfmontur, rechts zeigt ihn das KI-generierte Bild lächelnd in Alltagskleidung und einen Wohnungsschlüssel in der Hand haltend. Ein Pfeil verbindet beide Darstellungen. Heißt: Die Russen werden mit der Aussicht auf eine Immobilie in Kaliningrad in den Militärdienst gelockt.

Deutschland im Visier? Brennender Panzer mit Bundeswehr-Kreuz im Hintergrund

Besonders auffällig ist ein Detail im Hintergrund: Hinter Nawalny brennt ein Panzer, der mit dem Eisernen Kreuz gekennzeichnet ist, dem Erkennungszeichen der deutschen Bundeswehr. Die Botschaft an potenzielle Rekruten scheint unmissverständlich: In der Ukraine warten deutsche Panzer darauf, zerstört zu werden.

Absurde Erklärung der Verantwortlichen: Ähnlichkeit mit Nawalny Zufall

Konfrontiert mit der Entdeckung, lieferte die verantwortliche Organisation eine geradezu groteske Rechtfertigung. Die Gruppe namens "Rodina Geroev" behauptete gegenüber "Meduza", bei der abgebildeten Person handle es sich um einen beliebigen Menschen. Die Ähnlichkeit mit dem ermordeten Oppositionellen sei reiner Zufall.

Besonders brisant: Die angegebene Adresse der für die geschmacklose Militärwerbung verantwortlichen Organisation führt unmittelbar zur Regionalverwaltung von Rostow am Don. Heißt: Obwohl Moskau die Rekrutierung von Soldaten auf verschiedene Stellen verteilt hat, zeigt sich hier die staatliche Hand hinter der Kampagne deutlich.

Die skandalöse Nawalny-Anzeige wurde inzwischen aus dem Internet entfernt.

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