Kim Jong-un: Nordkorea-Flüchtling enthüllt - Kinder bei Hinrichtungen in der ersten Reihe

Es ist erschütternd, was der Nordkoreaner Timothy Cho über seine Kindheit im Reich von Kim Jong-un berichtet. Bereits im Alter von elf Jahren wurde er gezwungen, öffentlichen Hinrichtungen beizuwohnen. Er stand in der ersten Reihe, als ein Mann an einen Pfahl gebunden und mit neun Kugeln durchsiebt wurde.

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Ein nordkoreanischer Flüchtling packte über seine Kindheit in Nordkorea aus. (Foto) Suche
Ein nordkoreanischer Flüchtling packte über seine Kindheit in Nordkorea aus. Bild: picture alliance/dpa/KCNA/KNS | Uncredited
  • Flüchtling berichtet von Kindheit in Nordkorea
  • Timothy Cho musste als Elfjähriger öffentlichen Hinrichtungen beiwohnen
  • Cho stand in der ersten Reihe, als ein Mann mit neun Kugeln durchsiebt wurde

Timothy Cho war gerade neun Jahre alt, als seine Eltern aus Nordkorea flohen und ihn zurückließen. Der Junge, geboren in den 1980er Jahren in der Grenzstadt Onsong, stand plötzlich allein da. Seine Eltern, beide im Bildungswesen tätig, galten nun als Überläufer. Eine Schulbildung war für ihren Sohn damit ausgeschlossen. Über seine ganze erschütternde Geschichte berichtet aktuell der britische "Daily Star".

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Flüchtling berichtet von Kindheit in Nordkorea

Zunächst wurde Timothy Cho von seiner Großmutter aufgenommen. Doch die verheerende Hungersnot Mitte der 1990er Jahre zwang sie, ihren Enkel aufzugeben. So landete er auf der Straße, wo er mit anderen obdachlosen Kindern ums Überleben kämpfte. Dort wurde er Zeuge von Szenen, die kein Kind jemals sehen sollte: Öffentliche Hinrichtungen.

Timothy Cho musste als Elfjähriger öffentlichen Hinrichtungen beiwohnen

Mit etwa elf Jahren musste Timothy Cho genau wie der Rest der Dorfbevölkerung einer öffentlichen Hinrichtung beiwohnen. Er wurde gezwungen, das Ganze aus nächster Nähe mitanzusehen. "Alle Menschen in diesem Dorf wurden gezwungen zuzuschauen", berichtete er gegenüber dem "Daily Star". Die Kinder wurden in die erste Reihe gesetzt.

Cho stand in der ersten Reihe, als ein Mann mit neun Kugeln durchsiebt wurde

Drei Polizisten erschossen einen Mann, der an einen Pfahl gebunden war. Jeder Beamte feuerte drei Schüsse ab. Insgesamt neun Kugeln trafen drei verschiedene Körperstellen des Verurteilten. "Jedes Mal, wenn es in den Kopfbereich ging, besonders ins Gehirn, platzte es heraus", schilderte Timothy Cho die grausamen Details. Solche öffentlichen Exekutionen waren in Nordkorea keine Seltenheit. Ein aktueller Bericht der Transitional Justice Working Group dokumentierte 144 bekannte Hinrichtungsfälle. Die meisten davon fanden öffentlich statt.

Nordkoreaner Timothy Cho wagte ersten Fluchtversuch mit 17 Jahren - und scheiterte

Mit 17 Jahren wagte Timothy Cho seinen ersten Fluchtversuch aus dem damals von Kim Jong Il regierten Nordkorea. Er überquerte die Grenze nach China, wo er zum ersten Mal Menschen in Jeans sah und mit unterschiedlichen Haarfarben. Dinge, die in seiner Heimat mit dem Tod bestraft worden wären. Doch die Freiheit währte nicht lange. Die chinesischen Behörden griffen den Jugendlichen auf und schickten ihn zurück nach Nordkorea. Dort sperrten ihn die Machthaber in ein Internierungslager mit unterirdischen Gefängniszellen. Nach seiner Entlassung durfte er zunächst wieder bei seiner Großmutter leben. Doch er gab nicht auf und floh ein zweites Mal nach China. 2008 erreichte er schließlich Großbritannien, wo ein neues Leben auf ihn wartete.

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