Donald Trump: Trump verspottet für irre Behauptung - plötzlich spricht er von einem Messerangriff

Noch kürzlich tönte Donald Trump, sein Reflecting Pool sei unzerstörbar. Jetzt behauptet der US-Präsident, Vandalen hätten sein Lieblingsprojekt attackiert. Beweise legt er keine vor. Im Netz bricht eine Welle des Spotts los.

Von news.de-Redakteur - Uhr

Donald Trump irritiert bei einem Auftritt mit einer Aussage. (Foto) Suche
Donald Trump irritiert bei einem Auftritt mit einer Aussage. Bild: picture alliance/dpa/AP | Manuel Balce Ceneta
  • Donald Trump spricht plötzlich von Vandalismus am Reflecting Pool
  • Donald Trump blamiert sich mit Lieblingsprojekt
  • Donald Trump verwirrt mit Obama-Vorwürfen
  • Donald Trump verspottet für seine Pool-Pleite

US-Präsident Donald Trump steht wegen widersprüchlicher Aussagen zum Renovierungsprojekt des Reflecting Pool in Washington in der Kritik. Vor Reportern berichtete der 80-Jährige jetzt plötzlich von einem massiven Schnitt in der Poolauskleidung, den er zunächst mit rund 90 Meter Länge bezifferte, um die Angabe wenige Augenblicke später auf über 100 Meter zu erhöhen.

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Donald Trump spricht plötzlich von Vandalismus am Reflecting Pool

Donald Trump behauptete, dass Vandalen mit einem Teppichmesser die Beschädigung verursacht hätten. "Wer würde denn denken, dass jemand in einen Pool geht und mit einem Messer anfängt, ihn aufzuschneiden?", fragte Trump. Die Täter hätten "sehr gewaltsam" zerschnitten, fügte er hinzu.

Anfang Mai hatte Trump noch genau das Gegenteil behauptet. Bei einem Gipfeltreffen im Weißen Haus pries er die außergewöhnliche Widerstandsfähigkeit der von ihm ausgewählten Auskleidung an.

  • "Es wird niemals ein Leck geben, es ist sehr stark", verkündete er damals. Selbst mit einem Messer könne man das Material nicht durchschneiden, so Trump: "So stark, so kraftvoll. Es ist wie kraftvoller Gummi."
  • "Ich will niemandem Ideen geben", sagte er damals. Das Material sei versiegelt wie ein Stück Glas, schön anzusehen und von außergewöhnlicher Festigkeit.

Donald Trump blamiert sich mit Lieblingsprojekt

Trumps Lieblingsprojekt hat sich in den vergangenen Wochen zu einem kostenintensiven Fiasko mit verheerenden ökologischen Folgen - zumindest laut Kritikern des US-Präsidenten. Trump hatte sich eine Beschichtung in "American Flag Blue" gewünscht, doch Algenbefall verwandelte das Wasser in ein grelles Grün. Die aufgetragene Schicht begann sich abzulösen und trieb in Stücken an der Oberfläche.

Arbeiter wurden dabei beobachtet, wie sie Chemikalien in das Becken schütteten. Zuletzt entdeckten Passanten ein totes Entenküken, das in dem verschmutzten grünen Wasser trieb. Die ursprünglich mit weniger als zwei Millionen Dollar veranschlagte Renovierung verschlang letztlich über 16 Millionen Dollar. Der Auftrag ging ohne Ausschreibungsverfahren an eine Firma aus Virginia, die zuvor an einem Pool in einem von Trumps Golfclubs gearbeitet hatte.

Donald Trump verwirrt mit Vorwürfen: Plötzlich nennt er Obamas Namen

Bei der Pressekonferenz geriet Trump unter Druck, als Reporter Ed O'Keefe hartnäckig nachfragte. Ein Video der Szene sehen Sie hier. Auf die Frage, ob die Auftragnehmer für den Zustand des Pools verantwortlich seien, beharrte Trump:

  • "Nein, nein. Wir hatten Vandalismus. Sie gingen mit einem Messer rein." Als O'Keefe einwandte, dass Nationalgarde und Polizei das gesamte Gelände bewachten und fragte, wie Vandalen so nah herankommen konnten, verstummte Trump zunächst.
  • Konfrontiert mit seiner Ankündigung vom April, das Projekt werde eine Woche dauern und etwa eine Million Dollar kosten statt der tatsächlichen zwei Monate und 16,5 Millionen Dollar wich Trump aus: "Sind Sie bereit? Barack Hussein Obama."
  • Was Trump damit aussagen wollte, bleibt unklar. Zuvor hatte er erklärt, Obama (und auch Joe Biden) wären mit der Renovierung des Beckens gescheitert.

Pressesprecherin Karoline Leavitt erhöhte die Zahl bei Fox News später auf sechs Verhaftungen. Sie bezeichnete die Täter als "gestörte Individuen" und behauptete, es handle sich um "langjährige Spender" der Demokraten. Ein Schnitt im Becken indes war bisher nicht zu erkennen. Trump selbst reagierte auf entsprechende Nachfragen mit dem Verweis auf die Parkverwaltung, die den Schnitt zeigen könne. Das Gelände wird mittlerweile von der Nationalgarde bewacht.

Donald Trump verspottet für Pool-Pleite

Die Reaktionen auf Trumps Vandalismus-Behauptung fielen in sozialen Medien vernichtend aus. X-Nutzer stellten grundsätzliche Fragen zur Glaubwürdigkeit der Geschichte: Wie sollte ein hundert Meter langer Schnitt dazu führen, dass sich Farbstücke ablösen?

  • Ein Nutzer spottete über "unsichtbare Ninjas mit spirituell geschärften Macheten", die unter dem Schutz der Nacht Überwachungskameras ausgeschaltet hätten. Andere verwiesen auf existierendes Videomaterial, das Trumps Version widerlege.
  • Ein Kommentator merkte an, dass die Verwendung einer dunkelblauen Farbe bei einem den ganzen Tag der Sonne ausgesetzten Pool geradezu eine Garantie für Algenbildung sei. Die Vergabe des 15-Millionen-Dollar-Auftrags an einen Bekannten ohne Ausschreibung wurde als korrupte Praxis kritisiert.
  • Mehrere Kommentatoren drückten Fassungslosigkeit darüber aus, dass niemand Trumps Aussagen einem Faktencheck unterziehe. Die grundsätzliche Frage stand im Raum: Wenn tatsächlich Beweise für den Vandalismus existierten, warum würde Trump diese nicht auf allen Nachrichtenkanälen präsentieren?

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