Wladimir Putin: Er deckte Putins Geheimnis auf - Russen-Journalist plötzlich tot

Vor knapp 20 Jahren sorgte Grigory Nekhoroshev mit einer Schlagzeile über Wladimir Putins Privatleben für Aufsehen. Jetzt ist der russische Journalist im Exil gestorben. Dem Pilzkenner wurden ausgerechnet Giftpilze zum Verhängnis.

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Ein Journalist, der mit einer Putin-Schlagzeile für Furore sorgte, ist plötzlich gestorben. (Foto) Suche
Ein Journalist, der mit einer Putin-Schlagzeile für Furore sorgte, ist plötzlich gestorben. Bild: picture alliance/dpa/Pool Sputnik Kremlin via AP | Vyacheslav Prokofyev
  • Wladimir Putins "persönlicher Feind" Grigory Nekhoroshev ist tot
  • Wladimir Putins Privatleben plötzlich öffentlich
  • Putin-Journalist lebte in Angst vor Kreml-Anschlag
  • Wladimir Putin verbindet sie: Lange Liste verdächtiger Todesfälle

Ein russischer Journalist, der 2008 mit einer Schlagzeile über Wladimir Putin, der im Ukraine-Krieg derzeit mehrere Rückschläge hinnehmen muss, für Furore sorgte, ist tot. Grigory Nekhoroshev verstarb im Alter von 69 Jahren in der lettischen Hauptstadt Riga, wo er seit elf Jahren im Exil lebte.

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Wladimir Putins "persönlicher Feind" Grigory Nekhoroshev ist tot

Nach Angaben von Freunden starb der frühere Chefredakteur in seinem Zuhause in Lettland. Als Todesursache gilt der Verzehr giftiger Pilze, die er im Hof seines Hauses gesammelt hatte. Obwohl Nekhoroshev laut "Metro.co.uk" als Pilzkenner galt, erwiesen sich die von ihm gepflückten Exemplare als tödlich. Seine Freunde bezeichneten ihn als "persönlichen Feind" des russischen Präsidenten Wladimir Putin, der durch seine journalistische Arbeit Putins Privatleben öffentlich gemacht hatte.

Der russische Journalist Igor Vatoļins, der Nekhoroshev kurz vor dessen Tod traf, beschrieb ihn dem Bericht zufolge als "eine nicht-alte, nicht-kranke Person, voller Ideen und Pläne". Bislang gibt es keine Beweise für ein Fremdverschulden an seinem Tod.

Wladimir Putins Privatleben plötzlich öffentlich

Im April 2008 veröffentlichte Nekhoroshev als Chefredakteur der russischen Zeitung "Moskovsky Korrespondent" einen spektakulären Bericht. Die Story enthüllte, dass der russische Machthaber vorhatte, sich von seiner Ehefrau Lyudmila Putina zu trennen und stattdessen die Olympia-Gymnastin Alina Kabaeva zu ehelichen.

  • Nekhoroshev war damit der erste Journalist, der den Namen von Putins vermeintlicher Lebensgefährtin öffentlich machte.
  • Die Reaktion des Kremlchefs fiel scharf aus. Putin kritisierte laut "Metro" in seiner Antwort "diejenigen, die mit ihren rotznasigen, erotischen Fantasien in das Leben anderer eindringen".
  • Sowohl er als auch die Turnerin dementierten die Veröffentlichung vehement.
  • Wie Vatoļins später bemerkte: "Putin vergab ihm das eindeutig nicht."

Die Spekulationen um die Putin-Beziehung sind nie abgerissen. Eine offizielle Bestätigung gibt es bis heute ebenfalls nicht.

Nach Putin-Bericht wurde die Zeitung eingestellt

Die Schlagzeile hatte drastische Konsequenzen für alle Beteiligten. Der Zeitungsbesitzer Alexander Lebedev, ein ehemaliger KGB-Agent, der später als Banker und Unternehmer tätig war, sah sich gezwungen, die Zeitung "Moskovsky Korrespondent" komplett einzustellen.

Nekhoroshev selbst geriet ins Visier der russischen Geheimdienste. Diese verhörten den Chefredakteur unter Androhung von Konsequenzen und übten massiven Druck auf ihn aus. Die Bedrohung wurde so ernst, dass Nekhoroshev zunächst außer Landes floh. Nach einiger Zeit im Ausland kehrte er jedoch nach Russland zurück.

Letztendlich entschied sich der Journalist aber doch für ein dauerhaftes Exil. Vor elf Jahren ließ er sich schließlich als politischer Flüchtling in Lettland nieder, wo er bis zu seinem Tod lebte. Die baltische Republik bot ihm zwar Schutz - doch die Angst vor Vergeltung begleitete ihn auch dort, schreibt "Metro".

Putin-Journalist lebte in Angst vor Kreml-Anschlag

Denn trotz seines Aufenthalts in Lettland lebte Nekhoroshev nach Aussagen seiner Freunde in permanenter Nervosität. Sie beschrieben ihn als "ziemlich nervös" bezüglich eines möglichen Anschlags durch Auftragskiller, die für Putin arbeiten könnten. Die tragische Ironie des Todes liegt darin, dass Nekhoroshev eigentlich als Pilzliebhaber und Kenner galt. Dennoch sammelte er in seinem Garten Pilze, die sich als giftig herausstellten - ein fataler Fehler für jemanden mit seiner Expertise.

Die in Lettland lebende bekannte russische Journalistin Bozhena Rynska bezeichnete seinen Verlust als "unbegreiflich". Die Umstände seines plötzlichen Todes werfen Fragen auf, insbesondere angesichts seiner langjährigen Angst vor einem Attentat.

Wladimir Putin verbindet sie: Lange Liste verdächtiger Todesfälle

Obwohl keine konkreten Hinweise auf ein Verbrechen im Fall Nekhoroshev vorliegen, reiht sich sein Tod in eine Kette verdächtiger Todesfälle von Putin-Gegnern ein.

  • Die investigative Journalistin Anna Politkowskaja wurde 2006 in ihrem Moskauer Wohngebäude erschossen.
  • Im selben Jahr starb der ehemalige FSB-Agent Alexander Litwinenko in London - vergiftet mit radioaktivem Polonium-210.
  • Der Oligarch Boris Beresowski wurde 2013 erhängt in Großbritannien aufgefunden.
  • Der Oppositionspolitiker Boris Nemzow fiel 2015 in der Nähe des Kremls Schüssen zum Opfer.
  • Jewgeni Prigoschin, ehemaliger Putin-Vertrauter und Chef der Wagner-Söldnerarmee, kam 2023 bei einem Flugzeugabsturz ums Leben.
  • Im vergangenen Jahr verstarb der russische Oppositionsführer Alexei Nawalny durch Vergiftung in einem Kreml-Straflager.
  • Erst in der vergangenen Woche wurde der Künstler Semjon Skrepezki, mit bürgerlichem Namen Robert Kuzowkow, in Polen erschossen. Der 44-Jährige hatte Putin in seinen Werken als blutrünstigen Diktator dargestellt.

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