Magdeburg/Gütersloh: Kommunen in Sachsen-Anhalt weiter im Minus - Stiftung warnt
Defizite, steigende Schulden und knappe Kassen: Die Finanzlage vieler Kommunen bleibt angespannt. Das könnte sich langfristig bei Schulen, Straßen und anderen Angeboten bemerkbar machen.
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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Marode Straßen, sanierungsbedürftige Schulen oder geschlossene Schwimmbäder: Die angespannte Finanzlage der Kommunen könnte für Bürgerinnen und Bürger in Sachsen-Anhalt zunehmend spürbar werden. Nach dem neuen Kommunalen Finanzreport der Bertelsmann Stiftung bleiben die Städte, Gemeinden und Landkreise im Land in den roten Zahlen.
Die Kommunen in Sachsen-Anhalt verzeichneten 2025 ein Defizit von 102 Millionen Euro. Bereits im Vorjahr hatte es ein Minus von 131 Millionen Euro gegeben. Im Bundesvergleich fiel das Defizit damit vergleichsweise moderat aus. Während Thüringen als einziges Flächenland noch einen leichten Überschuss erzielte, verbuchten zahlreiche andere Länder milliardenschwere Fehlbeträge. Bundesweit erreichten die Kommunen mit einem Defizit von 31,9 Milliarden Euro den höchsten Fehlbetrag ihrer Geschichte.
Investitionskredite steigen deutlich
Zugleich steigen die Schulden der Kommunen weiter. Besonders deutlich zeigt sich das bei den Investitionskrediten, mit denen etwa Schulen, Straßen oder Feuerwehren finanziert werden. Ihr Volumen wuchs in Sachsen-Anhalt binnen vier Jahren von 1,46 auf 2,53 Milliarden Euro. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Plus von elf Prozent.
Stiftung warnt vor Folgen für Bürger
Die Bertelsmann Stiftung warnt vor den Folgen der Finanzkrise. Wenn Kommunen dauerhaft mehr ausgeben als einnehmen, drohen demnach Investitionen in Infrastruktur und öffentliche Einrichtungen aufgeschoben zu werden. Das könne sich langfristig bei Schulen, Straßen oder anderen kommunalen Angeboten bemerkbar machen.
"Um einen weiteren Substanzverlust bei Infrastruktur und kommunalen Leistungen zu verhindern, sind gemeinsame Lösungen von Bund, Ländern und Kommunen erforderlich", sagte die Vorstandsvorsitzende der Stiftung, Brigitte Mohn. Man müsse die Kommunalfinanzen grundlegend reformieren.
Der Kommunale Finanzreport erscheint normalerweise alle zwei Jahre. Wegen der sich zuspitzenden Finanzlage legte die Stiftung diesmal eine zusätzliche Sonderauswertung vor.
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